Seit Jahrtausenden fasziniert uns Menschen der Nachthimmel. Kein Wunder, im Funkeln und Blinken auf der dunklen Leinwand des Kosmos verliert sich auch der noch so geerdete Betrachter im Handumdrehen. Wer diesen Zustand der Entrückung bewusst herbeiführen will, sollte sich im Sommer auf den Weg nach Saale-Unstrut machen, denn dort lassen sich die Sterne ganz hervorragend beobachten.
Erst einmal eine kurze Einordung: Wo liegt eigentlich Saale-Unstrut? Der Name verrät es bereits, die Region erstreckt sich entlang der beiden Flüsse Saale und Unstrut, im Grenzbereich zwischen Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen. Im Ursprung ist mit der Bezeichnung meist eines der 13 deutschen Weinbaugebiete gemeint. Um den Anbau herum hat sich aber über die Jahre eine touristische Region gebildet. Und dort, fernab größrerer Städte, lassen sich ganz fantastisch Sterne beobachten.
Planetarium Jena wird 100: Im Juli 2026 öffnet es runderneuert wieder
👉 Hier geht’s zur Website des Planetariums Jena.


Das Planetarium in Halle wiederum mag vielleicht nicht so alt sein wie das in Jena, steht dem aber in Sachen Show in nichts nach. Untergebracht ist es in einem stillgelegten, 16 Meter hohen Gasometer, was für sich schon einen Besuch wert ist. Besucher können sich hier auf Shows im Sternensaal, ein Kinderprogramm und die Dauerausstellung freuen. Den perfekten Blick auf den Nachthimmel gibt’s auf dem Dach, mit Beobachtungsterrasse und Sternwarte.
👉 Hier geht’s zur Website des Planetariums Halle.
In die Kategorie „klein, aber fein“ fällt das Planetarium in Merseburg. Unter dem künstlichen Sternenhimmel in dem 1969 errichteten Bau finden bis zu 50 Besucher Platz. Ab August 2026 lockt ein Programm mit Sternenshows, Vorträgen, Kinderveranstaltungen und gemeinsamer Himmelsbeobachtung – übrigens komplett ehrenamtlich organisiert.
👉 Hier geht’s zur Website des Planetariums Merseburg.
Arche Nebra: Hier steckt die 4.000 Jahre alte Geschichte der Himmelsscheibe
In Saale-Unstrut wurde vor fast 30 Jahren einer der bedeutendsten Funde aus der Bronzezeit gemacht: die Himmelsscheibe von Nebra. Das ist ein etwa 4.000 Jahre (!) alter Diskus aus Bronze, auf dem die Sternenkonstellation zu verschiedenen Zeiten des Jahres ablesbar ist. Das Original liegt zwar mittlerweile im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, vor Ort allerdings gewährt das Besucherzentrum Arche Nebra einen Einblick in die Welt der prähistorischen Sterndeutung.

So zeigt eine multimediale Dauerpräsentation, wie genau die Menschen in der Bronzezeit den Himmel beobachtet haben, was das für ihren Alltag bedeutet hat und wie dieses Wissen auf der Himmelsscheibe verewigt wurde. Und es gibt auch was zum Anfassen, in Form einer Nachbildung der Himmelsscheibe. In einem eigenen Planetarium können Besucher dann wiederum das erworbene Wissen gleich in die Tat umsetzen.

Noch nicht genug Wissen? Alles klar, dann bitte den 7. Oktober 2026 markieren. Dann nämlich führt die Astronomin Mechthild Meinike von der Hochschule Merseburg durch die Planetariumsshow „Vom Wassermann bis zum Zwilling – Der Tierkreis am Herbst- und Winterhimmel“.
👉 Hier geht’s zur Website der Arche Nebra.
Nachtwanderung zur Himmelsscheibe: Wo die Milchstraße mit bloßem Auge sichtbar wird
Wer gut zu Fuß ist, kann den Sternenhimmel über Saale-Unstrut auch ganz ohne Observatorium und Planetarium bewundern. Von der Arche Nebra aus etwa führt der rund drei Kilometer lange Kunstweg „Zwischen Welt und Kosmos“ zum nahegelegenen Mittelberg, dem Fundort der Himmelsscheibe. Mehrere Kunstinstallationen entlang des Wegs regen den Kopf an, das eigene Verhältnis zu Himmel und Erde zu überdenken. Die eigentliche Fundstelle ist dann mit dem Himmelsauge markiert, einem überdimensionierten Spiegel, der die Grenze zwischen Himmel und Erde förmlich einreißt.

Unser Tipp: Die Wanderung in der Nacht antreten, oder zumindest in der Dämmerung. Denn in der Region herrscht eine äußerst geringe Lichtverschmutzung, sodass der Blick auf die Sterne nahezu ungestört ist. Wenn der Himmel in den langen Nächten im Sommer frei von Wolken ist, lässt sich sogar die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen. Wer nicht alleine gehen möchte, nimmt am 15. August 2026 an der Langen Nacht der Sternschnuppen teil und beobachtet in der Gruppe die vorbeiziehenden Perseiden mit dem Teleskop. Dazu gibt’s ein nächtliches Picknick.
👉 Hier geht’s zur Website des Kunstwegs.
Weitere Orte zum Sternenbeobachten in der Region sind das Sonnenobservatorium in Goseck, die Zscheiplitzer Höhe bei Freyburg und der Berg Windknollen im Naturschutzgebiet bei Jena. Noch mehr Informationen zum Sternebeobachten in Saale-Unstrut gibt’s unter www.saale-unstrut-tourismus.de
Häufige Fragen zu Saale-Unstrut
Wo liegt Saale-Unstrut?
Saale-Unstrut liegt zwischen Leipzig und Weimar im südlichen Sachsen-Anhalt und nordöstlichen Thüringen. Die Region folgt den Flussläufen von Saale und Unstrut und ist das nördlichste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands.
Welche Aktivitäten lohnen sich in Saale-Unstrut?
Beliebte Aktivitäten sind Wandern, Radfahren, Wein probieren, Kajakfahren und Besuche historischer Orte. Besonders empfehlenswert sind der Unstrutradweg, die SaaleHorizontale bei Jena, Weinbergwanderungen und kulturelle Ausflüge zum Naumburger Dom oder zur Burg Querfurt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die beste Reisezeit ist von Frühjahr bis Herbst. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Natur farbenfroh und die Weinberge grün. Im Herbst locken zudem Weinfeste und die goldene Blätterlandschaft.







