CLICK HERE FOR OUR ENGLISH WEBSITE
Zwei mit Stirnlampen ausgerüstete Personen klettern in der Tiefenhöhle Laichingen auf der Schwäbischen Alb über Felsblöcke durch einen weitläufigen Höhlengang.
Die Tiefenhöhle Laichingen | Foto: Gert Krautbauer / TMBW

Nur mit festem Schuhwerk: 5 Höhlen in Deutschland, die sich garantiert lohnen

An wenigen Orten ist Geologie so anschaulich wie in einer Höhle. Vor Hunderttausenden von Jahren gebildet, befeuern die natürlichen Räume in Bergen und unter der Erde bis heute unsere Fantasie. Und üben auf manche eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Wir haben fünf Höhlen in Deutschland gefunden, die du garantiert sicher besuchen kannst.

Ein kleiner Hinweis vorweg: In den meisten Höhlen herrscht das ganze Jahr über eine gleichbleibende Temperatur. Und die liegt in der Regel im einstelligen Bereich. Selbst im Hochsommer sollte also ein Jäckchen mit auf den Ausflug kommen. Genauso wie festes Schuhwerk.

Sandalen, hochhackige oder offene Schuhe haben in Höhlen nichts verloren. Und, wenn auch eigentlich selbstverständlich: Die vorgegebenen Pfade sollten in einer Höhle nicht verlassen werden.

1. König-Otto-Tropfsteinhöhle in der Oberfpalz

König müsste man sein, dann bleibt man im Gedächtnis. Denn die König-Otto-Tropfsteinhöhle im bayerischen Velburg heißt nicht so, weil König Otto sie selbst erforscht hätte, nein, nein. Vielmehr war der 30. September 1895, an dem der Schäfer Peter Federl die Höhle entdeckt hatte, zufällig auch der Namenstag des bayerischen Königs.

Zack, stand der Name fest. Und danach dauerte es auch nicht lange, bis die Neuentdeckung zur Schauhöhle für Besucher erschlossen wurde.

Weitläufige Tropfsteinhöhle mit zahlreichen Stalagmiten und Stalaktiten in der König-Otto-Tropfsteinhöhle in der Oberpfalz bei Velburg, warm beleuchtet.
Foto: Erlebniswelt Velburg

Heute besuchen gut 20.000 Wagemutige jährlich die Tropfsteinhöhle. Etwa 270 Meter sind für Besucher zugänglich, darunter die erst in den 1970er-Jahren freigelegte Adventhalle. Die Tropfsteingebilde hier weisen eine Besonderheit auf, die so nur in wenigen Höhlen anzufinden ist. Denn durch die verhältnismäßig späte Entdeckung wurde bei der Erschließung elektrisches Licht statt Fackeln genutzt, sodass sich keine Rußpartikel in der Höhle abgelagert haben. Die Tropfsteine sind somit noch überdurchschnittlich hell.

Besucher können die Höhle entweder im Rahmen einer 45-minütigen Führung oder auf eigene Faust mittels des Audioguides erkunden – eingesprochen vom „Der Preis ist heiß“-Moderator Harry Wijnvoord. Die Saison geht von April bis Oktober, geöffnet ist die Höhle von Mittwoch bis Sonntag, während der bayerischen Ferien kommt noch der Dienstag hinzu.

👉 Hier geht’s zur Website der König-Otto-Tropfsteinhöhle.

2. Rübeländer Tropfsteinhöhlen im Harz

Im Harz werden angehende Höhlenforscher doppelt glücklich. Denn im Oberharzer Stadtteil Rübeland warten gleich zwei Höhlen darauf, erkundet zu werden: die Baumannhöhle und die Hermannshöhle. Die Baumannhöhle ist dabei die älteste Schauhöhle in Deutschland, nachweislich wurden schon im Jahr 1649 Besucher durch die Höhle geführt, im April 1668 stellte der Braunschweiger Herzog Rudolf August die Höhle unter Schutz. Damit gilt sie auch als ältestes Naturdenkmal in Deutschland.

Illustre Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe und Gottfried Wilhelm Leibniz haben die Baumannhöhle einst besucht. Heute zieht die Höhle gut 90.000 Besucher jährlich an, einige lassen sich sogar im „Goethesaal“, dem größten der zugänglichen Höhlenräume, standesamtlich trauen.

Stalaktiten hängen von der Decke der Hermanns­höhle in Rübenland im Harz und spiegeln sich in einem Höhlensee, beleuchtet von warmem orangefarbenem Licht.
Foto: Matyas Rehak / shutterstock

Gleich vis-a-vis, am gegenüberliegenden Hang am anderen Ufer der Bode, liegt der Eingang der Hermannshöhle. Die wurde „erst“ 1866 entdeckt, ist dementsprechend aber sehr gut erhalten. Highlight der Höhle sind die dort angesiedelten Grottenolme. Die aus Istrien stammenden Tiere leben im nach ihnen benannten Olmensee, ein künstliches Höhlengewässer, das ihren ursprünglichen Lebensraum nachbilden soll. In ganz Deutschland gibt es keine andere Gelegenheit, die scheuen Tiere zu beobachten.

Führungen für die Höhlen werden gesondert voneinander angeboten, die Tour dauert jeweils etwa 50 Minuten. Für kleine Höhlenforscher eignet sich in der Baumannhöhle außerdem die „Kinder-Taschenlampenführung“. In schöner Regelmäßigkeit verwandelt sich die Baumannhöhle außerdem zur Bühne für ein Kindertheater. Beide Höhlen sind täglich geöffnet.

👉 Hier geht’s zur Website der Harzer Höhlen.

3. Atta-Höhle im Sauerland

Das beschauliche Sauerland ist mit mehr als 1.000 bekannten Höhlen eine der höhlenreichsten Regionen in ganz Deutschland. Im Laufe der Jahrmillionen hat sich hier Regenwasser durch das Kalkgestein gefressen und so riesige Höhlen geformt. Eine der größten ist die Atta-Höhle in Attendorn. Seit ihrer Entdeckung Anfang des 20. Jahrhunderts wurden mehr als 6.600 Meter der Höhle erforscht. „Die Höhle“ ist dabei nicht ganz zutreffend. Tatsächlich besteht die Atta-Höhle aus mehr als 50 einzelnen, miteinander verbundenen Höhlen. Einige davon tragen Namen wie „Sieben Zwerge und Eisbär“, „Prophetenhalle“ oder „Thronsaal der Fürstin Atta“.

Gut 500 Meter der Höhle sind für Besucher zugänglich. Eine Führung durch das unterirdische Reich nimmt etwa 40 Minuten in Anspruch, Führungen starten in der Regel jede Viertelstunde. Geöffnet ist die Atta-Höhle, mit Unterbrechungen, das ganze Jahr über, von Ende März bis Ende Oktober täglich. Hinweis für Foodies: In einer Kammer der Höhle reift der Atta-Käse, der auch direkt vor Ort erworben werden kann.

👉 Hier geht’s zur Website der Atta-Höhle.

4. Tiefenhöhle Laichingen auf der Schwäbischen Alb

Es muss ja nicht immer eine Tropfsteinhöhle sein. Wie wäre es stattdessen mit einer Schachthöhle? Im Vergleich geht die nicht mehr oder weniger ebenerdig in einen Berg hinein, sondern führt stattdessen auf meist ziemlich direktem Weg nach unten. Im Zweifel also nichts für Leute mit Höhenangst. Alle anderen, die eine Schachthöhle in Deutschland besuchen wollen, müssen dafür nach Laichingen fahren. Dort nämlich liegt die einzige zur Schauhöhle ausgebaute Schachthöhle hierzulande.

Besucher steigt in der Tiefenhöhle Laichingen auf der Schwäbischen Alb eine in den Fels gemeißelte Treppe hinab, während eine zweite Person von oben in die Höhle schaut.
Foto: Gert Krautbauer / TMBW

Entdeckt wurde die Laichinger Höhle Ende des 19. Jahrhunderts bei Bergbauarbeiten. Gut 20 Jahre nach der Entdeckung war die Höhle bis zu ihrem tiefsten Punkt erkundet, 80 Meter geht es hinab. Heute sind Besuchern davon immerhin 55 Meter zugänglich, der Weg herunter geht über mehrere teils recht steile Eisentreppen. Gutes Schuhwerk ist also Grundvoraussetzung.

Der Durchgang dauert etwa 45 Minuten. Die Höhle ist von Palmsonntag bis Anfang November täglich geöffnet, Führungen für Gruppen sind auf Anfrage an Sonn- und Feiertagen möglich. Ansonsten geben fünf Audiostelen in der Höhle Auskunft über die Schachthöhle. Heraus geht es durch einen künstlichen Ausgang, vor dem Wiederaufstieg muss also niemand Angst haben.

👉 Hier geht’s zur Website der Tiefenhöhle Laichingen.

5. Kalkberghöhle Bad Segeberg im Hügelland

Mit einem fast schon jugendlichen Alter von gerade einmal etwa 20.000 Jahren ist die Kalkberghöhle in Bad Segeberg einer der jüngsten Hohlräume in Deutschland. Spielt aber trotzdem schon bei den ganz großen mit. Die bisher erschlossene Gesamtlänge von gut 2.200 Metern kann sich sehen lassen, immerhin 300 Meter davon sind für Besucher zugänglich. Zumindest für die menschlichen.

Führung in der Kalkberghöhle Bad Segeberg: Eine Guide zeigt einer Gruppe in der grün beleuchteten Höhlenkammer auf die Felsformationen.
Foto: Noctalis

Denn eine Besonderheit der Kalkberghöhle ist die dortige Fledermauskolonie. Gut 30.000 Tiere überwintern hier Jahr für Jahr, weshalb die Höhle nur zwischen April und September regulär geöffnet ist. Dann aber müssen Besucher durchaus darauf eingestellt sein, dass ihnen die tierischen Bewohner bei einer Führung vielleicht einmal über den Kopf flattern. Wer sich eingehender über die Tiere informieren will, besucht das gleich neben der Höhle gelegene Besucherzentrum „Noctalis“, in dessen Erlebnisausstellung alles Wissenswerte über die fliegenden Säuger vermittelt wird.

👉 Hier geht’s zur Website der Kalkberghöhle.

Häufige Fragen zu Höhlen in Deutschland

Welche Höhlen in Deutschland lohnen sich besonders für Besucher?

Beliebte Schauhöhlen sind die Teufelshöhle Pottenstein, die Barbarossahöhle, die Atta-Höhle in Attendorn und die Schellenberger Eishöhle. Die Teufelshöhle und die Atta-Höhle gelten als die besucherstärksten Anlagen mit jeweils rund 150.000 bis 200.000 Besuchern pro Saison.

Was unterscheidet Schauhöhlen von wilden Höhlen in Deutschland?

Schauhöhlen sind offiziell ausgebaute Höhlen mit befestigten Wegen, elektrischer Beleuchtung, geschultem Personal und geprüftem Sicherheitskonzept. Führungen dauern 30 bis 45 Minuten. Wilde Höhlen verfügen über keinerlei touristische Infrastruktur und erfordern Spezialausrüstung, Klettertechnik und Erfahrung. Sie sollten von Amateuren nicht betreten werden.

Wie sicher ist ein Besuch von Schauhöhlen in Deutschland und was sollte man beachten?

Schauhöhlen sind sicher und für Familien ab Kindergartenalter geeignet. Viele bieten reduzierte Tarife für Kinder und Familien.