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Blick auf Heidelberg während der Abenddämmerung
Udo Filsinger

Die Top 10 in Heidelberg

Jeden Sommer – und zwar nur im Sommer – erstrahlt das Heidelberger Schloss. Das Wahrzeichen der Stadt wird dann bis zum letzten Winkel angestrahlt. Damit auch der allerletzte Heidelberger merkt, dass es Sommer ist. Doch auch ohne die feuerrote Beleuchtung ist die Stadt am Neckar sehenswert. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Hier unsere Tipps für Heidelberg. 

Kirche trifft auf Brezel

Es gab einst einen Pfälzischen Erbfolgekrieg. Der war gravierend für Heidelberg. Das erkennt man allein schon daran, dass neben dem Hotel Zum Ritter nur die gotische Kirche, unmittelbar am Marktplatz, dieses Ereignis überlebte. Und ja, auch auf die Gefahr hin, dass jemand jetzt mit den Augen rollt, die Kirche sollte man sich ansehen. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erfüllte sie nicht nur religiöse Funktionen, sondern auch weltliche. So war sie Festsaal der Universität und auch Aufbewahrungsort der einst bedeutendsten Büchersammlung Europas: Bibliotheca Palatina. Die Schriftstücke befanden sich auf den Emporen, was auch die eigentümliche Breite der Seitenschiffe als auch die Enge des Kirchenschiffs erklärt. 

Wer mit Kindern kommt, kann ein kleines Suchspiel spielen: Wer findet etwas Essbares in der Außenmauer? Es hilft, direkt bei den Verkaufsständen zu schauen. Dort sind nämlich unterschiedlich große Brezeln eingraviert, mit denen die Käufer einst prüften, ob ihre Brezel dem gültigen Mindestmaß entsprach.

Heiliggeistkirche | Hauptstr. 189 

Junger Hunger

Noch einmal in alte Studienzeiten verfallen und in einer Mensa essen gehen? Wenn schon, dann hier! Denn die Zeughaus-Mensa im Marstall ist preisgekrönt. Am Buffet lässt sich das Menü nach eigenem Geschmack zusammenstellen. Die Preise sind unschlagbar gut und das geht nicht auf Kosten des Geschmacks. Die studentische Atmosphäre, weswegen man kommt, ist eh gratis und wer in den Sommermonaten vorbeischaut, kann auch im schönen Innenhof speisen.

Einer unserer Tipps für Heidelberg ist ein Essen in der Zeughaus-Mensa
Tobias Schwerdt

Zeughaus-Mensa | Marstallhof 3

Frisch verpackt

Wir hier im Verlag haben ein besonders enges Verhältnis zu Verpackungen. Denn wir machen tatsächlich auch ein Fachmagazin über das Verpackungswesen, packaging journal heißt es. Und ja, Verpackungen fassen wir jeden Tag an, aber befassen tun wir uns damit kaum. Deshalb waren wahrscheinlich auch die wenigsten Einheimischen im Verpackungsmuseum. Dabei befindet sich der Eingang des Deutschen Verpackungsmuseums direkt an der Hauptstraße: Durch den Innenhof geht es zur ehemaligen Notkirche, in der das kleine Museum untergebracht ist. Zu sehen gibt es Verpackungsklassiker der gängigen, großen Konsumentenmarken wie etwa Nivea, Coca-Cola, Persil, Milka, Odol  – und wir versprechen, dass nicht nur wir die Zeitreise spannend finden. Jeder Grafik- und Designinteressierte wird hier seine helle Freude haben. 

Besucherin in deutschem Verpackungsmuseum, einer unserer Tipps für Heidelberg
Tobias Schwerdt

Deutsches Verpackungsmuseum | Hauptstr. 22

Fleischlose Lust

Zugegeben, man könnte etwas farbverwirrt sein. Warum? Welche Farbassoziation kommt euch bei feinen vegetarischen und veganen Speisen? Oder bei der Info, dass alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau oder direkt aus dem Hausgarten sind? Lieblingszutat? Wildkräuter! Diese Köstlichkeiten serviert das Restaurant »Red«. Wir dachten eher an »Green«. Aber das wäre zu einfach. Die Mahlzeiten dort sind es nämlich keinesfalls. Hier wird geschlemmt. Und unbedingt Platz für den hausgemachten Kuchen lassen!

Red – Die grüne Küche | Poststr. 42

Kopfsache

Die Entstehung dieser Ausstellungsstücke ist nicht ganz so einfach zu erklären. Und es klingt in der Tat beim ersten Mal recht seltsam, wenn auch nicht minder spannend. Die Sammlung Prinzhorn bewahrt einen weltweit einzigartigen Bestand an Werken, die Patienten psychiatrischer Anstalten um die Wende zum 20. Jahrhundert schufen. Der Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn trug damals rund 5000 Werke zusammen. Die Sammlung wächst aber stetig weiter. Jeweils 200 Arbeiten werden in einem ehemaligen Hörsaalgebäude der Neurologischen Klinik gezeigt.

Museum Sammlung Prinzhorn | Voßstr. 2

Fotogenes Frühstück

Brötchen mit verschiedenen Käsesorten reichen schon längst nicht mehr für ein Ausgehfrühstück aus. Die leckeren Frühstückskreationen im »Deer« gibt es immerhin bis zum Nachmittag (15 Uhr!) und die sind alles andere als langweilig. Das freut natürlich die Instagram-Seele, die gern ihr Essen fotografiert. Und hier gibt es wenigstens etwas zu sehen. Alle Gerichte sind kunstvoll angerichtet und fast zu schade zum Essen. Am Abend trifft man sich zum Signature Cocktail unter freiem Himmel im Außenbereich. 

Café und Bar Deer | Friedrich-Ebert-Anlage 1

Fähr-bindung

Ähnlich wie in New York – da soll man doch auch immer besser die Fähre nehmen als die teuren Ausflugsboote – empfiehlt es sich auch in Heidelberg, mit der »Liselotte von der Pfalz«, die Stadt von der Wasserseite aus zu erkunden. Die Neckarfähre ist preiswert und lässt sich wunderbar in jede Stadtbesichtigung einschieben. Die Fahrt ist nämlich kurz und knackig, aber vermittelt ein wunderbares Urlaubsfeeling! Aus der Altstadt (Anlegestelle Stadthalle) zum Marriott Hotel und zurück bis zur Alten Brücke. Und mit einer VRN-Tageskarte schippert man zum Kinderpreis.

Eine Fahrt mit der Neckarfähre Liselotte von der Pfalz gehört zu einer Heidelberg-Reise dazu
Thomas Vennen

Geschichten der Geschichte

Es gibt nur noch wenige Studentenlokale in der Stadt, die sich wirklich historisch nennen dürfen. Aber der Rote Ochse ist eins davon. Und hier bleibt auch vieles traditionell bestehen. Beispielsweise die bodenständige Speisekarte, ein tägliches Stammessen und ein Mann am Klavier! Der spielt jeden Abend ab 19.30 Uhr seine Lieder. Und das muss man einfach mal erlebt haben.

Menschen sitzen in geselliger Runde im Studentenlokal Roter Ochse
Tobias Schwerdt

Roter Ochsen | Hauptstr. 217

Absinthlich

Uiuiui – Absinth. Die Sünde im Glas. Das Elixier der Kunst. Ach, wir könnten da so manche Geschichte erzählen. Aber warum, wenn es in Heidelberg dafür die passende Spelunke gibt. Weltweit gibt es etwa 600 Sorten Absinth. 280 Varianten der berühmt-berüchtigten Kräuterspirituose sind in der Galerie Grüner Engel zu bekommen. Nur zur Beruhigung: Die Wirkung des heutigen Absinths ist nicht mehr so gefährlich wie damals. Oder etwa doch? 

Ach, und der Laden selbst ist auch einen Besuch wert. 

Absinth serviert in einem Shotglas
Victor Moussa/ Shutterstock.com

Galerie Grüner Engel | Untere Str. 14

Feierlaune

Der ehemalige Güterbahnhof heißt heute Halle 02 und ist der Hotspot für Kultur. Hier gibt es abends Konzerte, 90er-Partys oder Tanzbares quer durch alle Genres. Deswegen sollte man sich vorher unbedingt den Kalender ansehen. Nicht dass man eher Indie mag, und aus den Boxen dröhnen Elektrobeats. Eins ist aber bei allen Partys gleich, das Publikum ist angenehm locker. Tagsüber werden die Hallen für kulturelle Events wie beispielsweise Kunstausstellungen und Flohmärkte genutzt. Und im Sommer lässt es sich mit einem Bier oder Eis super auf der Wiese neben den Hallen entspannen.

Kunst- und Kultur-Location Halle02
Tobias Schwerdt

Halle 02 | Zollhofgarten 2