Seit Anbeginn der Zeit will der Mensch hoch hinaus. Von weit oben können wir den Blick auf die Landschaft genießen und uns daran freuen, einen Aufstieg hinter uns gebracht zu haben. Und in einem Mittelgebirge wie dem Taunus warten für panoramafreudige Menschen besonders viele Ausflugsziele mit Aussicht.
Großer Feldberg: 100 Stufen bis über die 900-Meter-Marke
Den Brummer gleich zu Beginn: Der Große Feldberg trägt seinen Namen nicht zu Unrecht, schließlich ist er mit 881 Metern der höchste Berg im gesamten Taunus. Und weil der Mensch eine solche Erhebung nicht einfach in Ruhe lassen kann, wurde dem Berg Anfang des 20. Jahrhunderts kurzerhand noch ein Aussichtsturm aufgepfropft. Der brannte im Zweiten Weltkrieg zwar ab, schon 1949 wurde aber ein Nachfolgebau errichtet, der noch heute bestiegen werden kann.


Wer die rund 100 Stufen bis zur Aussichtsplattform bewältigt, hat damit auch die 900-Meter-Marke geknackt. Von hier aus erstreckt sich vor dem Betrachter die bildhübsche Ebene des Mains, der Blick geht dabei über den Hohen Taunus und das Usinger Land. Und für die nötige Verpflegung auf dem Ausflug sorgt die Gastronomie „Feldberghaus“. Oder einfach das mitgebrachte Bütterken mümmeln.
Hardtbergturm Königstein: Bei guter Sicht bis zum Nordschwarzwald, 176 Kilometer entfernt
Ausflugslustige Architekturfans sollten im Taunus den Hardtbergturm in Königstein auf jeden Fall auf der Karte markiert haben. Der ist nämlich schon von unten ein echter Hingucker. Gut 32 Meter ragt das futuristisch wirkende Metallgerüst in den Himmel, im Zentrum windet sich eine Treppe nach oben. 140 Stufen führen über fünf Plattformen nach oben, die oberste Aussichtsplattform liegt in 26,6 Metern Höhe.

Einmal oben angekommen, öffnet sich der Blick auf die Stadt Königstein, Burg Falkenstein, den Großen Feldberg und sogar bis zur Skyline von Frankfurt. Bei besonders guter Sicht (und guten Augen) werden sogar die Ausläufer des Nordschwarzwalds sichtbar, 176 Kilometer entfernt!
👉 Hier geht’s zur Website des Hardtbergturms.
Baumwipfelweg Bad Camberg: 800 Meter durch die Baumkronen des Hintertaunus
In die Höhe, aber auch in die Länge geht der Baumwipfelweg in Bad Camberg. Gut 800 Meter lang führt der aus schnieken Brettern gezimmerte Weg durch die luftigen Höhen des Hintertaunus. Bis zu 31 Meter über den Boden geht’s dabei hinaus. Wer diese Höhe nicht scheut, wird mit der herrlichen Ruhe belohnt, wie es sie nur im Wald gibt. Gepaart mit einer Melange aus Vogelstimmen, durch Baumkronen tanzendem Licht und einer ganz neuen Perspektive auf die Natur.
👉 Hier geht’s zur Website des Baumwipfelwegs.

Hexenturm Idstein: Den Schlüssel zum Wahrzeichen gibt es gegen Pfand
Innerhalb einer Stadt, die ohnehin schon wie aus dem Bilderbuch gesprungen scheint, sticht der Hexenturm von Idstein noch einmal hervor. Entgegen des Namens, der erst um 1900 nachweisbar ist, wurden im Bergfried der Burg Idstein nie als Hexen diffamierte Frauen gefangen gehalten. Vielmehr war der 1170 errichtete steinerne Riese, der heute das Wahrzeichen von Idstein ist, ein Verteidigungsbau mit Aussichtsfunktion. Von hier konnten die Mannen der Burg schon von weitem etwaige Angreifer erkennen und sich entsprechend vorbereiten.

Heute liegt der letzte militärische Konflikt in Idstein weit in der Vergangenheit, doch die Aussicht vom Hexenturm ist immer noch fantastisch. Die Stadt liegt dem Betrachter hier förmlich zu Füßen. Wer hinauf möchte, holt sich einfach bei der Tourist-Info gegen Pfand den Schlüssel zum Turm. Eine weitere Möglichkeit besteht im Rahmen einer Stadtführung.
👉 Mehr Infos zum Hexenturm gibt’s auf der Website der Stadt Idstein.
Kronberger Malerblick: Diese Aussicht inspirierte schon zahlreiche Maler
Nur einen Katzensprung von Frankfurt entfernt liegt der beschauliche Luftkurort Kronberg. Die Stadt gilt als drittreichste Kommune in Deutschland und hat eine der höchsten Villen-Dichten in der Bundesrepublik vorzuweisen. Das alles macht den Ort aber nicht zum Ausflugsziel. Dafür ist der sogenannte Malerblick verantwortlich.

Von einer Anhöhe im Nordosten der Stadt geht der Blick zunächst auf Kronberg selbst und dann auf die Mainebene, geprägt von der Metropole Frankfurt. Im Laufe der letzten Jahrhunderte haben gleich mehrere Maler diese Aussicht als Inspiration genutzt, daher der Name. Heute lassen sich hier erstklassige Erinnerungsfotos an einen schönen Ausflug schießen.
Dickschieder Fenster: Ein natürlicher Bilderrahmen mitten im Wispertaunus
Der Wispertaunus heißt nicht so, weil dort besonders viel geflüstert und gemauschelt wird. Nein, dieser Teil des Mittelgebirges wird von der Wisper durchzogen, einem gut 30 Kilometer langen Nebenarm des Rheins. Und die so entstandenen Täler sind ein echtes Mekka für Ausflügler und Wanderer. So sehr, dass hier kurzerhand mit den Wisper Trails ganze 217 Kilometer Wanderweg eingerichtet wurden.

Einer davon führt zum sogenannten Dickschieder Fenster, eine Ausbuchtung an einem Hangweg, umgeben von Bäumen und Büschen, die gleichsam einen Bilderrahmen formen. Noch eine zur Pause einladende Bank hingepflanzt, fertig ist die perfekte Pause auf einer Wanderung. Aussicht und Erinnerungsfoto inklusive.





