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Ein hölzerner Aussichtspavillon steht auf einer bewaldeten Kuppe über dem Rheintal, darüber ziehen die Sessel der Bopparder Sesselbahn ihre Bahn. Die tiefstehende Sonne liegt im Dunst über den Höhenzügen.
Foto: Stefan Wunderle / Bopparder Sesselbahn GmbH

Hoch hinaus in Rheinland-Pfalz: 4 Sesselbahnen mit den schönsten Aussichten 

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Rosalie Nkwetchou

Warum den Berg hochlaufen, wenn es auch schwebend geht? Die Herbstferien sind eine gute Gelegenheit, Rheinland-Pfalz mal von oben zu sehen. Zwischen Rhein, Mosel, Saar und Pfälzerwald bringen gleich mehrere Sesselbahnen ihre Fahrgäste in luftige Höhen. 

Sesselbahn Boppard: Beste Aussichten auf den Rhein 

Los geht es am Mittelrhein. Seit 1954 fährt die Sesselbahn Boppard vom Mühltal hinauf zum Aussichtspunkt Gedeonseck. Rund 20 Minuten dauert die 915 Meter lange Fahrt, dabei geht es 230 Höhenmeter nach oben. Auf dem Weg ziehen Wälder, Felsen und Weinberge des Bopparder Hamms vorbei. 

Ein leerer blauer Sessel der Bopparder Sesselbahn schwebt über dem Hang, darunter liegt die Rheinschleife mit dem Ort Filsen auf der Halbinsel und Weinbergen am gegenüberliegenden Ufer.
Foto: Stefan Wunderle / Bopparder Sesselbahn GmbH

Von der Bergstation geht es in wenigen Minuten weiter zum Vierseenblick. Seinen Namen verdankt der Aussichtspunkt einer optischen Täuschung: Weil sich die Bergrücken überschneiden, wirkt der Rhein von hier oben wie vier einzelne Seen. Wer nach der entspannten Fahrt noch etwas mehr Action sucht, kann sich am nahe gelegenen Mittelrhein-Klettersteig versuchen. Für die anschließende Pause liegen rund um die Bergstation außerdem mehrere Einkehrmöglichkeiten. 

Bis Ende Oktober fährt die Sesselbahn in Boppard regulär, wobei im Oktober verkürzte Betriebszeiten gelten. Eine Berg- und Talfahrt kostet 12 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder bis 14 Jahre. 

Bergbahn Saarburg: Erst schweben, dann rodeln 

In Saarburg geht es im Doppelsessel hinauf zum Warsberg. Auf 700 Metern Strecke überwindet die Bahn rund 170 Höhenmeter. Die zehnminütige Fahrt bleiben dabei für den Blick auf Saarburg, das Saartal und die umliegenden Weinberge. 

Ein Paar fährt in einem offenen Sessel der Saarburger Sesselbahn über eine Wiese talwärts, ein leerer Sessel kommt entgegen. Unten liegen die Stadt Saarburg, die Saar und Weinberge.
Foto: Hans-Peter Merten / Saar-Obermosel-Touristik

Oben angekommen, wartet direkt das nächste Erlebnis: Nur wenige Meter von der Bergstation entfernt startet eine Sommerrodelbahn. Wer noch ein bisschen länger oben bleiben möchte, kann außerdem dem rund zwei Kilometer langen barrierefreien Spazierweg folgen. 

Die Bergbahn in Saarburg fährt von der Woche vor Ostern bis Ende Oktober. Eine Berg- und Talfahrt kostet 8 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder bis 14 Jahre. 

Rietburgbahn Edenkoben: Hoch über der Pfalz 

Wald oder Weinberge? Bei der Rietburgbahn in Edenkoben gibt es einfach beides. Die offene Doppelsesselbahn schwebt in rund zehn Minuten hinauf zur historischen Rietburg. Auf dem Weg nach oben zeigt sich zwischen den Bäumen die Villa Ludwigshöhe. König Ludwig I. von Bayern verbrachte hier einst die Sommermonate. 

Blick aus einem Sessel der Rietburgbahn nach unten: Im Vordergrund die ausgestreckten Beine einer sitzenden Person mit Wanderschuhen, darunter ein farnbewachsener Hang und eine grüne Stütze der Bahn. Im Gegenverkehr fährt ein besetzter Sessel bergauf, dahinter öffnet sich der Blick auf Weinberge, Ortschaften und die Rheinebene.
Foto: Pfalz Touristik e.V.

An der Bergstation lohnt sich nicht nur der Blick in die Ferne. Von der mittelalterlichen Rietburg ist unter anderem noch der Bergfried erhalten. Direkt daneben wartet die Höhengaststätte Rietburg mit regionalen Gerichten und einer großen Aussichtsterrasse. Und falls danach noch Zeit bleibt: Der Weinort Rhodt unter Rietburg liegt nur wenige Kilometer von der Talstation entfernt. 

Die Rietburgbahn in Edenkoben fährt bis zum 8. November. Eine Berg- und Talfahrt kostet 8,50 Euro, die Familienkarte 24 Euro. 

Sessellift Cochem: Moselblick vom Pinnerberg 

Zum Schluss geht es an die Mosel. Seit 1955 bringt der Sessellift in Cochem seine Fahrgäste hinauf auf den Pinnerberg. Knapp zehn Minuten dauert die Fahrt im offenen Doppelsessel, 155 Höhenmeter liegen zwischen Tal- und Bergstation. Das Ziel lohnt sich: Vom Pinnerkreuz reicht der Blick über das Moseltal bis zur Reichsburg Cochem auf der gegenüberliegenden Seite. Wer danach noch weiter möchte, kann von hier zu einer Wanderung starten. 

Luftaufnahme der Reichsburg Cochem auf einem bewaldeten Felssporn über der Mosel. Unterhalb der Burg ziehen sich Weinbergszeilen den Hang hinab, links folgt der Fluss einer weiten Kurve.
Foto: Frederic Kruft / Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Für Familien lässt sich die Fahrt gut mit einem weiteren Ausflugsziel verbinden. Knapp zwei Kilometer von der Bergstation entfernt liegt der Wild- und Freizeitpark Klotten. Alternativ wartet direkt oben das Sesselbahn-Terrassencafé. 

Der Sessellift in Cochem fährt von April bis Mitte November. Eine Berg- und Talfahrt kostet 7,90 Euro, die Familienkarte 20 Euro.