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Hotelzimmer im Vintage-Look: Willkommen im Hotel Henri in Düsseldorf
Hotel Henri

Zu Gast im Hotel Henri in Düsseldorf

Text
Miriam Schröer

Autorin Miriam Schröer hat das Hotel Henri in Düsseldorf besucht. Die hippe Hotelmarke lässt sich in immer mehr deutschen Metropolen nieder. Dabei lässt sie die Herzen von Vintage-Fans höherschlagen. 

Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof benötige ich nur eine Viertelstunde, ehe ich vor dem Hotel Henri stehe. Es ist in einem Hochhaus im Norden der City untergebracht. Ganz in der Nähe der Bahnlinie haben sich zuletzt einige Hotels niedergelassen, darunter auch das 25hours. Das Hotel Henri in Düsseldorf aber ist kein einschüchternder Skyscraper im wüsten Großstadtdschungel. Vielmehr handelt es sich um die kreative Umgestaltung eines ehemaligen Bürohauses aus den 70er Jahren. 

Aussenfassade des Hotel Henri in Düsseldorf Downtown
Jochen Tack

Hinter der nüchternen Fassade stoße ich sofort auf kräftige Farben. Schon beim Betreten der Lobby wird mir klar, dass dieses Hotel nicht bloß gemütlich sein möchte. Von der Farbgestaltung über die Auswahl der Möbel und Accessoires lässt das Hotel Henri in Düsseldorf den Stil der 60er und 70er wiederaufleben. Don Draper und die anderen Charaktere der Serie „Mad Man“ würden sich sicherlich wohl fühlen.   

Nostalgie in Reinform

Während ich vor meinem inneren weitere Retro-Charaktere in kecken Kostümen sehe, kommt eine Rezeptionistin auf mich zu. Ihr außergewöhnliches Outfit passt perfekt zum Interieur: Sie trägt knallig blaue Schlaghosen, eine dunkelorangene Bluse und darüber eine breite, gemusterte Krawatte. Während die Dame mir meine Zimmerkarte überreicht, denke ich mir, dass dieses Stilkonzept konsequent zu Ende gedacht ist.

Die Vorfreude auf mein Zimmer steigt. Schon im Aufzug versuche ich zu erraten, mit welchen Accessoires ich wohl überrascht werde. Eine Flowerpower-Tapete vielleicht? Oder ein Paar Rollschuhe?

Weit gefehlt: Als ich die Türe aufschließe, fällt mein Blick zunächst auf die elegante Holzverkleidung am Kopfende des Bettes, auf dem eine violette Tagesdecke ausgebreitet ist. Nicht minder geschmackvoll ist das tropisch anmutende Schränkchen mit seiner Bast-Verkleidung. Unangefochtener Hit aber ist das knatschrote Tastentelefon, das auf dem Beistelltisch ruht. Gemeinsam mit zwei breiten Sesseln verleiht all dies dem Raum Charakter, Esprit und Behaglichkeit.

Ich zweifle an meinem ursprünglichen Plan, an diesem Wochenende die „Kö“ und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu erkunden. Lieber würde ich es mir in einem der Sessel gemütlich machen, die Beach Boys hören, über das rote Telefon eine Pfirsich-Bowle bestellen und mir später im Bett „The Great Gatsby” anschauen.  

Hotspot Medienhafen 

Ein Blick aus dem Fenster auf den wolkenlosen Himmel aber bewegt mich zum Umdenken: dieser Tag ist wie gemacht für eine Stadt-Erkundung. Meine Wahl fällt auf den Medienhafen. Wo früher Lagerhallen die Ufer des Rheins säumten, bilden heute Bürobauten eine beeindruckende Skyline. Hier haben sich Unternehmen aus Medien, Mode, Architektur und Kunst niedergelassen. Auf dem Rückweg lege ich einen Zwischenstopp im „Stone im Ratinger Hof” ein. Ein Altbier in der Altstadt muss schließlich sein bei einem Düsseldorf-Besuch. 

In jeder Stadt ein anderes Gewand

Als ich am Abend mit schweren Beinen in mein Vintage-Bett falle, frage ich mich, ob wohl alle Henri- Hotels gleich aussehen. Am nächsten Morgen höre ich an der Rezeption nach: Aber nein, heißt es. Jedes Hotel der Marke sei einzigartig. Dabei orientiere sich der Stil jeweils an der Geschichte des Gebäudes. Das war schon beim ersten Henri-Hotel so, das 2013 in einem Bürogebäude aus den 1950er Jahren in Hamburg eröffnet hat. 

Reichhaltiges Frühstücksbuffet im Hotel

Obwohl die beiden Häuser in Hamburg und Düsseldorf also historisch nicht allzu weit auseinander liegen, fallen durchaus Unterschiede auf. Der eigenständige Charakter wird bei der Filiale in Berlin noch deutlicher sichtbar. Hier ist es ein Haus aus der Gründerzeit, das Innenarchitekt Marc-Ludolf von Schmarsow gegenwartstauglich eingerichtet hat. Übrigens hat jedes Henri-Hotel auch individuell entworfene Dienstkleidung. Für die unverwechselbaren Outfits zeichnet der Hamburger Modedesigner Oliver Kresse verantwortlich. Das jüngste Haus der Mini-Kette ist zugleich das erste außerhalb Deutschlands. Es hat im April 2020 in Wien eröffnet. Mitten im 7. Bezirk, der für sein junges und kreatives Flair bekannt ist. 

Unter dem Strich also bleibt ein überzeugendes Hotel-Konzept, von dem wir gerne mehr sehen würden. 

Preise:
Doppelzimmer ab 108€, exkl. Frühstück. Reichhaltiges Frühstücksbuffet für 16€.

Infos:
Die Henri-Hotels besitzen keine Restaurants. Unter der Woche aber wird für 5€ Abendbrot angeboten, bei dem Hotelgäste in lockerer Atmosphäre zusammenkommen. Auf den Teller kommen neben frischem Brot und Aufstrichen auch kleine Leckereien. 

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