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Skyline von Frankfurt am Main
Dimitry Anikin

Die Top 10 in Frankfurt

Text
Ulrike Herder

Frankfurt hat innerhalb Deutschlands nicht gerade den Ruf einer Augenweide. Städteurlaub in Frankfurt ist deshalb irgendwie ein unkonventioneller Gedanke. Dabei hat die Main-Metropole so viel zu bieten. Da wären die lebendige Kunstszene, die traditionellen hessischen Apfelweinkneipen, aber auch die hippen Restaurants und Hotels und die grünen Fluchten außerhalb der Stadt. Und obendrauf gibt es die beeindruckende Skyline, die es auf diese Art in Deutschland kein zweites Mal gibt. Frankfurt ist eben eine Stadt mit viel Lebensqualität! Zehn Tipps, wie ihr euch garantiert in Frankfurt am Main verliebt!

Dinos bestaunen im Senckenbergmuseum 

Man muss den Kopf schon ganz in den Nacken legen, wenn man den Tyrannosaurus Rex in seiner vollen Größe betrachten möchten. Für Kinder ist es wohl das beeindruckendste Erlebnis, dem Skelett des Urzeit-Riesen gegenüberzustehen. Das Senckenbergmuseum ist eines der größten Naturkundemuseen in Deutschland und zeigt Kindern wie Erwachsenen auf sehr spannende Weise, wie sich die Erde und die Lebewesen über Jahrmillionen hinweg entwickelt und verwandelt haben. Es sind nicht nur die Saurier, die hier im Mittelpunkt stehen, sondern auch die etwa 1.000 präparierten Vögel. Die artenreiche Sammlung ist selten in Deutschland.

Tyrannosaurus Rex im Senckenbergmuseum in Frankfurt
Senckenberg Tränkner

Ebenso besonders: Die Fossilien aus der Grube Messel nahe Darmstadt, die seit 1995 auf der Liste des Unesco-Welterbes steht.

Die Skyline mit dem Rad aus allen Perspektiven bewundern

Keine Frage: In Frankfurt ist es die beeindruckende Skyline, die die Stadt so besonders macht, ihr einen metropolitischen Charakter verleiht und für jede Menge Fotomotive sorgt. Der Vergleich mit Manhattan liegt nahe, weshalb die Metropole am Main auch Mainhattan genannt wird. Sie ist Ausdruck von kühnen Architektenträumen, hohen Investitionen und einem Platzmangel, der dazu geführt hat, dass sich die Hochhäuser knubbeln wie eine Herde Schafe bei einem Gewitter.

Skyline in Frankfurt am Main
Linda Ruckes

Eine schöne Art, die Skyline aus all ihren Perspektiven zu bewundern? Mit dem Rad! Es hat etwas Urgewaltiges, wenn der Wind durch die Häuserschluchten pfeift und man mit dem Fahrrad hindurch saust. Wer möchte, kann am Main Tower einen Stopp einlegen, dem einzigen Wolkenkratzer Frankfurts mit einer Aussichtsplattform. Von dort betrachtet man auf 198 Metern den höchsten Wolkenkratzer Deutschlands, den 259 Meter hohen Commerzbank Tower, sowie die Hochhäuser der Deutschen Bank und der Sparkasse. Und die Skyline wächst weiter.

Am schönsten ist es aber wohl, die Wolkenkratzer mit ihren spiegelnden Fassaden aus der Ferne im Gesamten zu bewundern – entweder vom Ufer des Mains oder dem „Maincafé“ vor dem Filmmuseum aus. Oder man radelt in Richtung Flößerbrücke, die die Innenstadt mit dem Viertel Sachsenhausen verbindet. Wenn dann am Abend die untergehende Sonne die Skyline in ein glühend orangefarbenes Licht taucht mit der Ignatz-Bubis-Brücke im Vordergrund, kann man sich an dem Panorama kaum satt sehen.

Hochhäuser in Frankfurt am Main
Jan Philipp Thiele

In der Kleinmarkthalle sich einmal durch die ganze Welt futtern

Hunger auf die Welt? Dann ab in die Kleinmarkthalle mitten in der Stadt. Sie ist traditioneller Markt und kulinarische Weltreise zugleich. Von Montag bis Samstag bieten hier rund sechzig Händler alles von frischem Obst aus Übersee bis hin zu traditioneller Frankfurter Rindswoscht an. Der Wurststand von Ilse Schreiber ist legendär. Am besten schon früh dort anstellen, denn mittags ist der Stand hochfrequentiert.

Die Halle aus den 1950er-Jahren ist nicht nur für Gourmets ein Muss, sondern auch für Architekturfans interessant. Im Krieg wurde das Gebäude zerstört und 1954 neu aufgebaut. Heute hat sie vor allem eins: Ganz viel Patina. Für Frankfurt sehr ungewöhnlich und deshalb so sehenswert.

Tipps für Frankfurt am Main: Schlemmen in der Kleinmarkthalle
travelview/ Shutterstock.com

Museumshopping und flanieren am Main

Auf die Frage: „Welches ist das beste Kunstmuseum in Frankfurt?“ gibt es keine eindeutige Antwort. Kaum eine Stadt in Deutschland hat so eine große Dichte an sehr gute Kunstmuseen, sie allen liegen entlang des Mains am Museumsufer. Die Schirn Kunsthalle gehört zu einem der angesehensten Museen des Landes und zeigt immer wieder wegweisende Ausstellungen. Auch das Städel steht bei vielen Kunstinteressierte ganz oben auf der Liste, wo es neben einer beeindruckenden Dauerausstellung, die beispielsweise Monets Werk „Mittagessen“ beinhaltet, auch immer tolle Sonderausstellungen gibt. Das Städel Museum ist die wohl älteste und renommierteste Museumsstiftung Deutschlands.

Städel Museum am Mainufer
Rainer Lesniewski/ Shutterstock.com

Dann wäre da noch das Historische Museum, das Architekturmuseum, das Romantik-Museum, das Filmmuseum und das Museum Angewandte Kunst – um nur einige zu nennen. Ein schöner Abschluss der Kunst-Tour ist das Liebieghaus, das schon von außen einladend hübsch aussieht. Die Villa aus dem Jahr 1896 zeigt im Inneren eine Sammlung mit Skulpturen von der Antike bis zum Klassizismus. Hübsch ist auch der urige Garten mit Café, wo man selbst der Kunst frönen sollte, so lange zu verweilen bis die Beine sich vom Museumshopping erholt haben.

Ein Spaziergang am Mainufer gehört zu unseren Frankfurt am Main Tipps
Linda Ruckes

In der Paulskirche deutsche Geschichte erspüren

Wer sich für deutsche Geschichte interessiert, der sollte der Paulskirche einen Besuch abstatten, die Teil eines jeden Geschichtsunterrichts ist. Denn hier versammelte sich zwischen 1848 und 1849 das erste frei gewählte deutsche Parlament. Sie ist ein nationales Denkmal, das noch heute an den Beginn der deutschen Demokratie erinnert. Erbaut wurde der klassizistische Rundbau 1739 bis 1833, bis 1944 war er Frankfurts evangelische Hauptkirche. Heute finden hier Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte und Preisverleihungen statt. Spannend ist die Dauerausstellung „Die Paulskirche. Symbol demokratischer Freiheit und nationaler Einheit“ im Untergeschoss, die die Stationen zur deutschen Einheit und Demokratie anschaulich zeigt.

Rund gebaute Paulskirche in Frankfurt
saiko3p/ Shutterstock.com

Bummeln durch die neue Altstadt 

Sieht aus wie alt, ist aber neu – oder sagen wir relativ neu. Denn die Gebäude, die zwischen Dom und dem Römer, dem bekannten Rathaus der Stadt, stehen, wurden erst vor wenigen Jahren erbaut. Im Krieg zerstörten Bomben die mittelalterliche Altstadt. Vor zehn Jahren begann dann der Bau der neuen Altstadt. Auch wenn viele Frankfurter selbst noch nicht ganz warm geworden sind mit dem neuen Herzstück der Stadt: Die grazilen schmalen Häuser in pastelligem Blau, Gelb und Beige, die den Hühnermarkt säumen, sind wirklich hübsch anzusehen. Highlights sind das Alte Kaufhaus, das von den Baseler Architekten Morger + Dettli rekonstruiert wurde und das Haus der Goldenen Waage, die mit ihrer rekonstruierten Renaissancefassade ein Prachtstück ist.

Pastellfarbene Häuser in der neuen Altstadt in Frankfurt am Main
Video Media Studio Europe/ Shutterstock.com

In der Apfelweinschenke Frankfurter Klassiker kosten

Die Äppelwoi-Kultur wird in Frankfurt mit Herz gelebt und weiterentwickelt. Ob nun auf den Streuobstwiesen der Wetterau, den Keltereien oder den Kneipen. Wer in Frankfurt urlaubt, kommt an einem Besuch in einer Apfelweinschenke nicht vorbei. Gute Anlaufadressen sind beispielsweise der Apfelwein Solzer im Viertel Bornheim, das Ebbelwoi Unser im Viertel Sachsenhausen oder der Atschel in Alt-Sachsenhausen. Neben dem Apfelwein aus einem Bembel, wie man den Tonkrug nennt, gehört das traditionelle Gericht grüne Soße mit Kartoffeln unbedingt mit dazu, wenn man in einer Apfelweinschenke einkehrt.

Stilvoll übernachten

Hip sein, auch das ist in Frankfurt möglich. Auf die Besucher warten wahre Designperlen, die erholsame Nächte bescheren. Wie das zentral gelegene die Ameron Frankfurt Neckarvillen Boutique inmitten von Mainhattan. Das spannende Designkonzept der Luxusherberge vereint Opulenz mit Klarheit und klassische Eleganz mit moderner Leichtigkeit. Die Zimmer sind Wohlfühloasen im modernen Stil mit dem Look der 50er-Jahre kombiniert. 

Auch das nahe Roomers ist eine der angesagtesten Designhotel-Adressen der Stadt. Moderner Burlesque-Chic statt Business-Tristesse. Im Roomers Hotel betritt man eine Welt mit viel Schwarz, Violett und Gold, in der alles etwas elegant schummrig anmutet. Ob in den luxuriös und extravagant ausgestatteten 116 Zimmern und Suiten oder auch in der angesagten Roomers Bar.

Wer lieber etwas außerhalb in einer ruhigeren Gegend sein Heim auf Zeit beziehen möchte, für den ist die Gerbermühle direkt am Main die perfekte Adresse. Ein geschichtsträchtiger ehemaliger Gutshof, der unter Denkmalschutz steht und mittlerweile eine der Designherbergen Frankfurts ist. In den Jahren von 1814 bis 1815 besuchte Gothe die Gerbermühle mehrmals.

Übernachtungstipps für Frankfurt am Main: die Gerbermühle
Gerbermühle

Ganz neu ist das bmine in Flughafennähe. Hier können die Gäste nicht nur in sehr stylischen Zimmern nächtigen, sondern ihr Auto auch gleich vor der Zimmertüre parken. Verglaste Aufzüge transportieren Fahrzeuge direkt vor die dazugehörigen 40 CarLofts.

Wandern über Dünen

Genug Stadtluft geschnuppert? Zum Glück gibt es rund um Frankfurt etliche grüne Oasen der Ruhe. Eine dieser schönen grünen Fluchten befindet sich im Westen des Stadtteils Schwanheim. Hier entstand vor rund 10.000 Jahren in Folge der letzten Eiszeit ein ungewöhnliches Naturphänomen: Die Schwanheimer Düne, eine der wenigen Binnendünen Europas. Und zwar aus Sand, der aus dem Flussbett des Mains verweht wurde. Und so wandert man auf Stegen durch diese urige Landschaft, die mit ihrer ungewöhnlichen Vegetation aus Silbergras und Kiefern an ferne, unwirtliche Meeresküsten erinnert. Seit 1984 steht das Gebiet unter Naturschutz.

Ein Besuch der Schwanheimer Düne gehört zu unseren Tipps für Frankfurt am Main
Arthur Scholz/ Shutterstock.com

Sag mal Kühkopf-Knoblochsaue

Was wie ein schwieriger Zungenbrecher klingt, ist eine verwunschene Auenlandschaft gut eine halbe Stunde von Frankfurt entfernt. Es ist das größte Naturschutzgebiet des Bundeslandes Hessen, das auf rund 60 Kilometern Rad- und Wanderwegen erkundet werden kann. Ein guter Startpunkt ist das Umweltbildungszentrum im Nordflügel des Hofguts Gunterhausen. Dort bekommt man auch alle Informationen zum Schutzgebiet, die man für den Ausflug benötigen sollte. Los geht’s in den Haubentaucher-, den Schwarzspecht- oder den Nachtigallenweg. Die Namen verraten es schon: Das Naturschutzgebiet hat einen beachtlichen Artenreichtum zu bieten. Ein Paradies für Ornithologen oder all jene, die Spaß daran haben, auf Tier-Safari zu gehen.

Auenlandschaft bei Frankfurt: Kühkopf-Knoblochsaue
Rainer Lesniewski/ Shutterstock.com