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Blasmusiker mit Trompeten und Tuba spielen von der Bühne in ein volles Festzelt mit Galerie und Zeltdekoration.
Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Oktoberfest 2026: Alles, was du zur Wiesn wissen musst

Wenn das Oktoberfest ansteht, wirft sich ganz München jedes Jahr in Lederhosen und Dirndl. 2026 geht die Gaudi vom 19. September bis zum 4. Oktober. Alles, was du zum größten Volksfest Deutschlands wissen musst.

Sieben Millionen Besucher, 40 Festzelte: Das Oktoberfest in Zahlen

Das Oktoberfest gilt mit mehr als 7 Millionen Besuchern (Stand 2023) als das größte Volksfest in Deutschland und vielleicht sogar der Welt. Gefeiert wird mitten in München auf der Theresienwiese. Im Mittelpunkt stehen bayerisches Brauchtum, Musik, Essen und jede Menge Bier. Knapp 40 Festzelte werden auf der Theresienwiese errichtet, in denen die Wiesn-Bedienungen das Bier im einen Liter fassenden Maß an die Tische bringen – und zwar bis zu zehn Krüge auf einmal.

Zwei lachende Frauen im Dirndl gehen über die Wiesn, hinter ihnen dreht sich ein Kettenkarussell.
Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Eintritt frei, Platz nicht garantiert: So kommt man ins Festzelt

Das Oktoberfest 2026 läuft vom 19. September bis zum 4. Oktober. Samstags, sonntags und am 3. Oktober ist der Zugang zur Theresienwiese bereits ab 9 Uhr möglich, unter der Woche erst ab 10 Uhr. Der Eintritt ist frei, hurra! Lederhosen und Dirndl sind kein Muss, für das authentische Gefühl aber fast schon Pflicht.

Wer einen Platz in einem der Festzelte haben möchte, sollte diesen entweder vorab reservieren – vor allem am Wochenende – oder aber früh auf dem Gelände sein und sich einen Platz sichern. In den meisten Zelten gibt es nämlich ein Kontingent an Tischen, die auch Gästen ohne Reservierung freistehen. Die sind jedoch schwer begehrt.

Warum das Oktoberfest größtenteils im September stattfindet

Wer mit dem Volksfest nicht vertraut ist, dürfte sich verwundert die Augen reiben: Der längste Teil des Oktoberfests findet im September statt. Wie kommt das Fest dann aber zu seinem Namen? Die Antwort liegt in der Geschichte.

Das allererste Oktoberfest wurde tatsächlich im Oktober gefeiert. Den Anlass bot die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen am 12. Oktober 1810. Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Pferderennen am 17. Oktober auf einer Wiese vor den Toren der Stadt, die fortan den Namen der Prinzessin tragen sollte: die Theresienwiese.

Blick über die beleuchtete Theresienwiese bei Nacht mit Riesenrad, Karussells und Festzelten.
Foto: Tommy Loesch / München Tourismus

Aufgrund der großen Beliebtheit in der Bevölkerung wurde das Rennen schnell zur festen Instanz im Münchner Jahreskalender und alsbald um Fahrgeschäfte, Imbissbuden und Bierstände erweitert. Außerdem wurde die Dauer des Fests erweitert und ab 1872 schließlich bereits im September eröffnet, um das warme Wetter des Spätsommers besser nutzen zu können. Heute startet das Fest traditionell am Samstag nach dem 15. September und endet am ersten Wochenende im Oktober.

Vom Anstich bis zum Böllerschießen: Die festen Termine der Wiesn

Die gut zwei Wochen, in denen das Oktoberfest zelebriert wird, sind über und über gefüllt mit einem vielfältigen Programm, knapp 40 Festzelten und natürlich jeder Menge Bier. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich allerdings einige Punkte herauskristallisiert, die nicht mehr wegzudenken sind.

Der Einzug der Wiesnwirte und Brauereien

Nachdem die Tore zum Festgelände am ersten Wiesnsamstag bereits um 9 Uhr geöffnet und die ersten paar Tausend Besucher teils recht chaotisch auf die Theresienwiese geströmt sind, folgt ab 10.45 Uhr der Einzug der Wiesnwirte. Und das wesentlich geordneter. Rund 1.000 Mitwirkende des Fests – Wirte, Bedienungen, Musiker, Schausteller und viele weitere – ziehen in einer prachtvollen Parade von der Sonnenstraße bis auf die Wiesn.

Zu sehen sind die beeindruckenden Prachtgespanne der sechs Münchner Brauereien, die auf dem Fest ausschenken, sowie die Festkutschen der Wiesnzelte. Angeführt wird der Tross vom Münchner Kindl, dem Wahrzeichen der Stadt München, das seit 2026 von Sina Hochreiter verkörpert wird. Ebenfalls vorn dabei: der Münchner Oberbürgermeister, seit Mai 2026 Dominik Krause.

Mit Blumen geschmückter Bierwagen von Augustiner-Bräu beim Wiesneinzug, daneben Männer in orangefarbenen Westen.
Foto: ELKAFR / Shutterstock

Der Anstich

Es folgt die offizielle Eröffnung des Oktoberfests pünktlich um 12 Uhr mittags. Traditionell ist es der Oberbürgermeister der Stadt München, der mit einigen Schlägen und unter viel Applaus den glänzenden Messinghahn in das erste Bierfass jagt und mit den Worten „O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!“ das lang herbeigesehnte Startsignal gibt. Obwohl die meisten Zelte bereits seit 9 Uhr in Betrieb sind, darf offiziell erst jetzt Bier ausgeschenkt werden. Davor gibt es lediglich alkoholfreie Getränke.

Der Trachten- und Schützenzug

Am darauffolgenden Sonntag werden das Oktoberfest und eigentlich die ganze Stadt München vom wohl größten Umzug des Jahres bestimmt: dem Trachten- und Schützenzug. Rund 8.000 Teilnehmer ziehen in Trachten und Schützenuniformen vom Denkmal König Maximilians II. von Bayern quer durch die Innenstadt und bis auf die Theresienwiese.

Das passiert natürlich nicht leise, sondern begleitet von lautstarker Blasmusik zahlreicher Kapellen. Die einzelnen Gruppen führen teils kunstvoll geschmückte Festwägen mit. Und nicht nur Gruppen und Vereine aus München und dem Umland sind dabei: Gäste aus mehreren deutschen Bundesländern und sechs europäischen Ländern nehmen am Zug teil. Angeführt wird auch dieser vom Münchner Kindl Sina Hochreiter, hoch zu Ross.

Trachtenkapelle in roten Westen und Dirndln spielt beim Umzug über die Theresienwiese, dahinter Fahnen und Imbissstände.
Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Das Platzkonzert

Die zahlreichen Wiesnkapellen spielen das ganze Fest über eigentlich in ihren jeweiligen Festzelten. Mit einer Ausnahme: Am zweiten Sonntag des Fests, 2026 ist das der 27. September, kommen die rund 300 Musiker um 11 Uhr zu einem gemeinsamen Auftritt vor der Bavaria-Statue zusammen: das Platzkonzert der Wiesn-Wirte. Der Eintritt ist frei, frühes Erscheinen lohnt sich also. Die besten Plätze sind schnell weg.

Das Böllerschießen

Am ersten Sonntag im Oktober heißt es Abschied nehmen von den Feierlichkeiten. Traditionell wird der letzte Tag des Oktoberfests vom Böllerschießen an der Bavaria markiert. Rund 60 Schützen stehen in Tracht auf den Stufen unterhalb der Statue und geben um 12 Uhr Salutschüsse in die Luft ab. Tatsächlich läuft der Betrieb in den Festzelten trotzdem noch bis in die Abendstunden.

Böllerschützen geben vor der Bavaria und der Ruhmeshalle Salut, dichter weißer Rauch steigt über dem Platz auf.
Foto: Robert Haas / München Tourismus

Toboggan, Chaos-Pendel und Oide Wiesn: Die Fahrgeschäfte 2026

Das Oktoberfest wäre kein Volksfest, wenn es nicht zig unterhaltsame Fahrgeschäfte gäbe. Die reichen dabei von althergebrachten Klassikern bis zu hochmodernen Adrenalinmaschinen. Sich einfach ins Geschehen zu stürzen, ist immer eine gute Idee, wir haben dennoch einige der Highlights zusammengefasst.

Wer es traditionell mag, versucht sich am Toboggan: Über eine Rampe zieht ein Fließband den Gast über mehrere Meter nach oben – zumindest, wenn er sich halten kann. Nicht wenige Festbesucher purzeln nämlich schneller auf den Lederhosenboden, als sie gucken können, insbesondere nach dem Biergenuss. Mehr oder weniger galant oben angelangt, ist die Abfahrt mit der Rutsche als Belohnung für die Mühen wesentlich weniger fordernd.

Ein Mann in Lederhose liegt am Ende der Rutsche des Toboggan, ein Mitarbeiter reicht ihm die Hand.
Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Neu zum Fuhrpark der Fahrgeschäfte kommt 2026 das Chaos-Pendel. Passagiere brauchen einen starken Magen, denn der metallene Riesenarm schwingt seine Insassen um gleich drei Achsen gleichzeitig. Ebenfalls neu ist das Rundfahrgeschäft „Shake and Roll“. Hier werden die Insassen in schaukelnden und drehenden Kabinen auf einem riesigen Diskus im Kreis gedreht, und das mit ordentlich Geschwindigkeit.

Wem das zu viel Adrenalin ist, sollte vielleicht die „Oide Wiesn“ aufsuchen. Der Bereich im Süden der Theresienwiese wurde erstmals 2010 zum 200-jährigen Jubiläum des Oktoberfests eingerichtet und hat sich seitdem als fester Bestandteil etabliert. Im Mittelpunkt stehen hier Tradition und Brauchtum. Die historischen Fahrgeschäfte sind gemütlicher, die Musik analoger, die Bekleidung authentischer. Genau das Richtige für alle, die innerhalb des großen Festtrubels mal einen Gang runterschalten wollen.

Tanzpaare in Lederhosen und Dirndl drehen sich auf der Tanzfläche eines Bierzelts der Oidn Wiesn.
Foto: Frank Bauer / München Tourismus

Bierpreise 2026: So viel kostet die Maß in diesem Jahr

Jetzt aber mal Tacheles: Was kostet die Maß? Laut Stadtportal muenchen.de dürften Besucher 2026 mit Bierpreisen von 14,80 bis 15,90 Euro pro Liter rechnen. Den tatsächlichen Preis legt jedes Zelt selbst fest.

Ausgeschenkt werden traditionell nur Biere von Münchner Brauereien, sechs an der Zahl: Augustinerbrauerei, Hacker-Pschorr-Brauerei, Löwenbrauerei, Paulanerbrauerei, Spatenbrauerei und das Staatliche Hofbräuhaus. Gezapft werden dabei pro Jahr zwischen sechs und sieben Millionen Liter Bier, im Mittel also „nur“ ein Liter pro Besucher.

Männer in Trachtenhüten und Janker stoßen an einem Holztisch mit steinernen Bierkrügen an.
Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Taschengröße, Kinderwagen, Hunde: Die Regeln auf der Wiesn

Wo so viele Menschen zum Feiern zusammenkommen, gibt es natürlich auch ein paar Spielregeln.

  • Rucksäcke und größere Taschen dürfen nicht mit aufs Gelände genommen werden. Zugelassen sind nur solche mit einem maximalen Volumen von drei Litern und den Höchstmaßen 20 cm x 15 cm x 10 cm.
  • Gassprühdosen mit schädlichem Inhalt, ätzende oder färbende Substanzen oder Gegenstände, die als Hieb-, Stoß- oder Stichwaffen verwendet werden können, sowie Glasflaschen haben im Gepäck nichts zu suchen.
  • Kinderwagen sind an Samstagen, am Feiertag am 3. Oktober sowie jeden Tag nach 18 Uhr auf dem Gelände nicht erlaubt.
  • Fahrräder, Roller, Skateboards und ähnliche Gerätschaften dürfen nicht aufs Gelände gebracht, geschweige denn dort genutzt werden.
  • Tiere haben auf der Wiesn nichts verloren (Assistenzhunde ausgenommen).

Übrigens: Auf der Website des Oktoberfestes gibt es ein Besucher-Barometer, das die erwartete und tatsächliche Auslastung der Wiesn zeigt. Gut für alle, die gerne ein verhältnismäßig entspanntes Wiesnerlebnis haben möchten. 2025 wurde der Einlass gleich zweimal wegen Überfüllung gestoppt, das erste Mal in der Geschichte der Wiesn. Wer kann, vermeidet die Samstage um jeden Preis.

Lebkuchenherzen mit dem Schriftzug Gruß vom Oktoberfest hängen dicht an dicht an einem Verkaufsstand.
Foto: Tommy Loesch / München Tourismus

Und grundsätzlich gilt wie auf jedem Volksfest (und eigentlich überall): Einfach mal nett zu seinen Mitmenschen sein, niemanden beleidigen, bedrängen oder sonstwie in unliebsame Situationen zwängen. Und vielleicht auch einfach mal eine Maß früher mit dem Trinken aufhören. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

👉 Mehr Informationen zum Oktoberfest gibt’s auf www.oktoberfest.de.