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Ein Rennradler fährt von links nach rechts durchs Bild; hinter ihm ein Mural eines laufenden Dackels
Foto: Joachim Gies

Kunst im Vorbeifahren: 4 neue Art-&-Bike-Routen im Bergischen Land

Kunstfans aufgepasst: Im Bergischen Land locken seit Neuestem vier Fahrradrouten mit reichlich Kunst in die Natur. Hier erfährst du, was dich hinter dem klingenden Namen „Art & Bike“ erwartet.

Fahrradfreunde im Bergischen und der Umgebung können sich über gleich vier neu ausgewiesene Fahrradrouten freuen, die durch die Region führen. Das Besondere daran: Auf den Touren kommen Radler an zahlreichen Kunstwerken vorbei, die zum Innehalten und Reflektieren einladen. Insgesamt kommen die Routen auf rund 147 Kilometer Strecke, entlang der stolze 87 Kunstwerke entdeckt werden wollen. Hierbei handelt es sich um Kunstobjekte im öffentlichen Raum, also Skulpturen, Murals oder Lichtinstallationen.

Marienheide nach Burscheid: 39 Kunstwerke auf 40 Kilometern

Da wäre etwa die Tour von Marienheide nach Burscheid. Bei rund 40 Kilometern Strecke und 39 Kunstwerken macht das fast einen Kunstmoment pro gefahrenem Kilometer! Vor allem in den Abendstunden lohnt die Fahrt, denn dann kommt die Lichtinstallation des Künstlers Rolf Zavelberg auf der Historischen Brücke über die Wupper in Wipperfürth voll zur Geltung. Auch spannend: Ein Teil der Route verläuft über eine stillgelegte und zum Radweg umfunktionierte Bahntrasse. Marienheide ist mit der Regionalbahn von Köln aus erreichbar, Burscheid wird von Leverkusen aus mit dem Bus angefahren.

Eine Gruppe Radler fährt durch eine herbstliche Landschaft im Bergischen
Foto: Das Bergische/Jonas Dülberg

Wermelskirchen nach Leichlingen: Entlang der Sengbachtalsperre

Burscheid ist auch Teil der zweiten Art-&-Bike-Route, allerdings nicht als Start- oder Endpunkt. Stattdessen liegt die Kleinstadt mitten auf der 42 Kilometer langen Strecke von Wermelskirchen nach Leichlingen. Auch diese Tour führt über stillgelegte Bahntrassen und – Naturhighlight – geradewegs entlang der Sengbachtalsperre. 24 Kunstwerke finden sich auf der Tour, darunter drei pittoreske Bronze-Flamingos am Zielort Leichlingen. Wermelskirchen ist mit dem Bus von Köln und Remscheid aus erreichbar, nach Leichlingen geht es von Köln oder Wuppertal aus mit der Bahn.

Engelskirchen nach Ründeroth: Hier wird man selbst Teil des Kunstwerks

Die wenigsten Kunstwerke finden sich auf der 39 Kilometer langen Route von Engelskirchen über Overath und Wiehl nach Ründeroth. Das soll aber nicht heißen, dass sich das Trampeln hier nicht lohnen würde, ganz im Gegenteil. Denn schon allein die wunderschöne, charakteristische Landschaft des Bergischen macht die Tour zu einem Erlebnis. Geradezu interaktiv präsentieren sich auf der Strecke die Skulpturen „Freunde“ von Marianne Roetzel und „Kommunikation“ von Bernhard Guski, beide in Wiehl. Hier können Betrachter selbst Teil des Kunstwerks werden und sich im Idealfall auch noch als solches ablichten lassen. Sowohl Engelskirchen als auch Ründeroth sind von Köln aus mit der Regionalbahn erreichbar.

Skulptur eines Grubenpferds an einem Brunnen in Overath, daneben ein geparktes Fahrrad.
Foto: Joachim Gies

Nümbrecht nach Waldbröl: Zwei Eichen von Joseph Beuys

Die vierte Route schließlich führt kunstversierte Radler von Nümbrecht nach Waldbröl und zurück. Rund 26 Kilometer werden dabei zurückgelegt, während derer 14 Kunstwerke entdeckt werden wollen. Eins davon ist auf den ersten Blick recht unscheinbar: Am Eingang zum Kurpark in Nümbrecht stehen zwei Eichen, jeweils begleitet von einer kleinen Basaltsäule. Die Säulen sind Teil des dezentralen Kunstwerks „7.000 Eichen“, das niemand Geringeres als Joseph Beuys für die documenta 7 1982 in Kassel geschaffen hat.

Alle vier Touren sind online auf der Website von Das Bergische einsehbar, jeweils mit Streckenbeschreibung und Details zu den Kunstwerken. Wer möchte, kann die GPX-Daten der einzelnen Routen herunterladen und so nutzen.

Häufige Fragen zu Radwegen im Bergischen Land

Welche Radwege führen durch das Bergische Land?

Das Netz der Bergischen Panorama-Radwege umfasst rund 220 Kilometer. Der Bergische Panorama-Radweg misst 131,6 Kilometer von Hattingen nach Olpe, die Balkantrasse 51,1 Kilometer von Leverkusen-Opladen nach Wuppertal-Oberbarmen, die Niederbergbahn gut 40 Kilometer von Essen-Kettwig nach Haan.

Wie anspruchsvoll sind die Strecken?

Die Wege folgen alten Bahntrassen und steigen deshalb kaum an. Auf dem Panorama-Radweg summieren sich über 131 Kilometer rund 1.270 Höhenmeter, unterwegs liegen 14 Tunnel und Viadukte von bis zu 40 Metern Höhe. Als Schwierigkeit geben die Betreiber mittel an.

Was sollten Radfahrer vorab wissen?

Der Wegeringhausener Tunnel ist nur von April bis Oktober befahrbar, im Winter führt eine Umfahrung über das Knotenpunktnetz herum. In der Region stehen über 40 Lade- und Leihstationen für E-Bikes bereit. In den Nahverkehrszügen lassen sich Räder rund um die Uhr mitnehmen.