Wenn sich die Wälder langsam verfärben und morgens der Nebel zwischen den Bergen hängt, zeigt der Bayerische Wald eine seiner schönsten Seiten. Zwischen Wanderwegen, Mountainbike-Strecken und Gondelfahrten gibt es im Herbst einiges zu erleben. Dazu kommen Traditionen, die es so nur in der Region gibt.
Also raus aus dem Alltag und rein in den Herbst. Denn gerade jetzt lohnt sich ein Abstecher in den Bayerischen Wald, sei es für einen Tagesausflug oder gleich für ein verlängertes Wochenende. Wo genau es hingehen könnte, zeigen die nächsten fünf Tipps.
Über das Felsenmeer auf den Lusen
Einfach nur Wald? Von wegen. Eine der eindrucksvollsten Wanderungen im Bayerischen Wald führt auf den Lusen. Auf dem Weg verändert sich die Landschaft immer wieder, bis kurz vor dem Gipfel plötzlich große Granitblöcke ins Blickfeld rücken. Dieses sogenannte Blockmeer macht den 1.373 Meter hohen Berg zu einem echten Hingucker in der Region.

Oben angekommen, öffnet sich der Blick weit über die umliegende Waldlandschaft. Besonders bei klarer Herbstluft zeigt sich hier, warum sich der Aufstieg lohnt. Jeder, der danach Lust auf weitere Gipfeltouren bekommen hat, findet im Bayerischen Wald reichlich Auswahl: Mehr als 130 Berge überschreiten hier die 1.000-Meter-Marke.
Auf zwei Rädern durch den Bayerischen Wald
Wer lieber in die Pedale tritt, kann den Herbst auf der Trans Bayerwald erleben. Die rund 700 Kilometer lange Mountainbike-Route zieht sich durch die Region. An einigen Stellen wird es durchaus anspruchsvoller, dafür warten unterwegs immer wieder schöne Ausblicke. Mal geht es durch den Wald, mal durchs Tal und zwischendurch ordentlich bergauf.

Die gesamte Strecke muss natürlich nicht auf einmal bewältigt werden. Die Trans Bayerwald ist in einzelne Etappen unterteilt und eignet sich damit auch für kürzere Touren. So lässt sich die Route je nach Zeit und Kondition individuell zusammenstellen.
Hinauf auf den Großen Arber
Mit 1.456 Metern ist der Große Arber der höchste Berg des Bayerischen Waldes. Für den Weg nach oben braucht es allerdings weder Wanderschuhe noch besonders viel Ausdauer. Eine Gondel bringt Besucher hinauf zu den Berggasthäusern. Von dort lässt sich der letzte Abschnitt bis zum Gipfel zu Fuß zurücklegen.

Am Ziel wartet mit etwas Glück noch eine kleine Überraschung. Über der Donauebene kann sich im Herbst eine dichte Nebeldecke ausbreiten. Dann lässt sich manchmal sogar beobachten, wie sich am Horizont die Alpen abzeichnen.
Die Gondelbahn am Großen Arber fährt täglich von 9 bis 16.30 Uhr. Eine einfache Berg- oder Talfahrt kostet 16 Euro für Erwachsene und 12 Euro für Kinder von vier bis 16 Jahren. Für Berg- und Talfahrt werden 21 beziehungsweise 15 Euro fällig.
Mit der Flyline durch den Wald
Am Almberg bei Mitterdorf wartet ein Ausflug, bei dem die Füße den Waldboden für eine Weile verlassen dürfen. Dort führt eine fast zwei Kilometer lange Flyline zwischen den Bäumen hindurch. Sie gilt als längste Flyline der Welt und bringt damit eine etwas andere Art der Fortbewegung in den nächsten Herbstausflug.
Besonders schnell wird die Fahrt allerdings nicht. Vielmehr geht es sanft und nahezu lautlos durch den Wald. So bleibt auch genügend Zeit, die Umgebung während der Fahrt genauer wahrzunehmen. Der Nervenkitzel hält sich also in Grenzen. Gerade das macht die Flyline zu einer entspannten Alternative für alle, denen eine rasante Zipline eine Nummer zu viel wäre.
Die längste Flyline der Welt ist bis zum 11. Oktober 2026 donnerstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eine Einzelfahrt inklusive Sesselbahnfahrt kostet 24 Euro für Erwachsene und 19 Euro für Kinder bis 15 Jahre.
Wenn im Bayerischen Wald die Glocken läuten
Rund um Martini am 11. November wird es an einigen Orten im Bayerischen Wald noch einmal richtig laut. Dann steht das traditionelle Wolfauslassen an. Dabei ziehen Gruppen mit teils überdimensionalen Kuhglocken durch die Straßen und schütteln sie in einem bestimmten Rhythmus. In der Region wird das auch als „Riegeln“ bezeichnet.

Seinen Ursprung hat der Brauch im früheren Viehabtrieb von den Waldweiden. Inzwischen ist daraus eine eigenständige Tradition geworden, die als immaterielles Kulturerbe Bayerns gelistet ist. Begleitet werden die Wolfauslasser vielerorts von Goaßlschnalzern, die mit ihren Peitschen für zusätzliche Lautstärke sorgen. Für Besucher ist das eine ziemlich besondere Gelegenheit, regionales Brauchtum einmal unmittelbar mitzuerleben.
Mehr Informationen findest du hier.
Häufige Fragen zum Herbst im Bayerischen Wald
Gibt es im Bayerischen Wald im Herbst bereits Schnee?
In den höheren Lagen ist erster Schnee im Herbst grundsätzlich möglich. Vor einer Wanderung lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Wetterlage und die Bedingungen am jeweiligen Ziel.
Welche Orte eignen sich als Ausgangspunkt für Ausflüge im Bayerischen Wald?
Zu den bekannten Urlaubsorten zählen unter anderem Bodenmais, Zwiesel und Bayerisch Eisenstein. Welcher Ausgangspunkt am besten passt, hängt davon ab, welche Ziele und Aktivitäten auf dem Programm stehen.
Braucht es für Wanderungen im Bayerischen Wald spezielle Ausrüstung?
Für einfache Touren reichen in der Regel feste Schuhe und wettergerechte Kleidung. Bei längeren oder anspruchsvolleren Wanderungen sind Wanderschuhe mit gutem Profil sinnvoll. In höheren Lagen kann es im Herbst außerdem deutlich kühler sein als im Tal.
Wann ist die beste Reisezeit für Herbsturlaub im Bayerischen Wald?
Für bunt gefärbte Wälder eignen sich vor allem die Wochen im September und Oktober. Je nach Höhenlage und Wetter kann die Herbstfärbung unterschiedlich früh einsetzen.






