Wenn sie sich in Franken auf etwas verstehen, dann auf die Kunst des guten Bieres. Und was darf da nicht fehlen? Richtig, der dem Volksmund nach äußerst erhaltenswerte Hopfen. Das „grüne Gold“ ist für die Region so wichtig, dass während der Hopfenernte im September und Oktober im Nürnberger Land die Hopfenwochen gefeiert werden. Was da wohl los ist?
Es sind einige der wichtigsten Wochen im Jahr im Nürnberger Land: Zwischen September und Oktober wird die Hopfenernte eingeholt, und davon hat es hier reichlich. Immerhin zählt die Region zur Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Wenn eine Pflanze für einen Landstrich so bedeutend ist, dann zeigt sich das auch in der Kultur. In den „Hopfenwochen“ vom 11. September bis zum 11. Oktober 2026 findet diese Kultur ihren Ausdruck. Mit einem bunten Programm aus Führungen, Veranstaltungen, Verkostungen und sogar Radtouren rund ums Thema Hopfen.
Hopfen auf dem Teller: Von der Bratwurst bis zur Eiscreme mit Hopfennote
Klar, zuallererst ist Hopfen den meisten Menschen wohl als Zutat fürs Bier bekannt. Doch die grünen Blüten der Staude machen auch abseits des Humpens eine gute Figur. Gleich mehrere gastronomische Betriebe stellen die Pflanze während der Hopfenwochen in den Mittelpunkt. Im Waldgasthof am Letten in Lauf etwa steht ein mehrgängiges Hopfenmenü auf der Karte – natürlich mit passender Bierbegleitung –, ein ähnliches Angebot kommt in den Südtiroler Stuben auf die Teller. Der Brauerei-Gasthof Wiethaler in Neunhof wiederum kredenzt Spezialitäten aus der eigenen Brauerei. Weitere Betriebe in Happurg, Hersbruck, Simmelsdorf und anderen Orten nehmen auch an der Aktion teil.
Auch Heimköche werden während der Hopfenwochen fündig und glücklich. An vielen Orten in der Region werden mit Hopfen verfeinerte Spezialitäten angeboten, etwa Brot mit Hopfenmalzgewürz, Hopfenhonig, Hopfenbratwurst, Hopfenkäse und sogar eine Eiscreme mit Hopfennote. Na dann!

Felsenkeller und Hopfenradtour: 48 Kilometer an 20 Hopfenfeldern vorbei
Wie sehr die Pflanze die Region bestimmt, das lässt sich bei den vielen Führungen und Veranstaltungen während der Hopfenwochen erfahren. So gewähren Stadtrundgänge an unterschiedlichen Orten einen Einblick in historische Bürgerhäuser. Die wurden häufig mit Hopfentrockenböden ausgestattet, auf denen die Pflanzen nach der Ernte gelagert wurden. Geradezu erfrischend wird es bei einer Führung durch die historischen Laufer Felsenkeller, wo früher das gebraute Gold eingelagert wurde, bei ganzjährig gleichbleibenden Temperaturen. In einer Zeit vor der Kühlmaschine unabdingbar.
Auch in Hersbruck, das seit 2004 offiziell zum Hopfenanbaugebiet Hallertau gehört, können Besucher sich bei einer Stadtführung durch die der lokalen Brauereien probieren. Hier werden althergebrachte Traditionen und neue Ideen vereint. Außerdem lernen Teilnehmer, was es mit dem historischen Kommunbrauwesen auf sich hat und warum internationale Craft-Beer-Fans ein Auge auf die uralte Sorte „Hersbrucker“ geworfen haben.

Wer sich sportlich betätigen will, sollte die Hopfenradtour in Angriff nehmen. Die führt auf sportlichen 48 Kilometern und über 500 Höhenmeter an mehr als 20 Hopfenfeldern, drei Brauereien und dem Fränkischen Hopfenmuseum vorbei. Lieber etwas mehr Zeit für die ein oder andere Einkehr einplanen.
Brauereifeste im September: Wo das Grünhopfenpils frisch ins Glas fließt
Wer jetzt denkt, das Hopfenfest käme ohne Bierverkostung aus, ist falsch gewickelt. Denn eines der Highlights der Hopfenwochen sind die Brauereifeste in der Region. In Schnaittach steht das Fest am 18. und 19. September ganz im Zeichen des 140. Geburtstags der Brauerei Kanone, mit Führungen, Verkostungen und Geschichten rund um den Hopfen.
Ebenfalls im Kalender steht das fünfte Braufest des Altdorfer Brauvereins am Unteren Tor am 12. September. In die Gläser fließt das vor Ort gebraute Altdorfer Grünhopfenpils. Und im Kunstmuseum Hersbruck vermittelt die Ausstellung „Hopfen. Das Grüne Gold der Kulturlandschaft Frankens“ noch bis zum 26. September alles Wissenswerte rund um das Thema (Hinweis: Noch bis zum 10. September hat das Museum Sommerpause).

Häufige Fragen zu Hopfen und den Hopfenwochen
Was für eine Pflanze ist Hopfen?
Hopfen ist eine mehrjährige, rechtswindende Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen.
Wie wird Hopfen beim Bierbrauen genutzt?
Nur die Dolden weiblicher Pflanzen kommen ins Bier. Ihre Bitterstoffe und ätherischen Öle sorgen für Bitterkeit, Aroma und längere Haltbarkeit.
Was sind die Hopfenwochen im Nürnberger Land?
Das jährliche Festival im September und Oktober bietet Brauereiführungen, Radtouren durch Hopfenfelder, Hopfenaufgüsse und das Hopfenfest in Speikern.






