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Eine Frau mit orangefarbener Mütze und Jacke läuft schnell vor einer Wand mit einem petrol-rosafarbenen Grafitti entlang.
Foto: Pascal Tönnissen / Zechenwald

Urban Trails: Diese 4 Wanderwege im Ruhrgebiet führen durch die Stadt

Von wegen „alles grau“! Gleich vier neue Wanderwege im Ruhrgebiet zeigen, dass lustige Wandersleut aus dem Revier nicht kilometerweit in die Ferne fahren müssen, um sich die Beine zu vertreten. Was es mit den neuen „Urban.Trails“ auf sich hat, erfährst du hier.

Urban Trails? Was ist das denn?

Deutschland wandert, und das gerne. Das Hobby verbindet sämtliche Klassen der Gesellschaft und bis auf ein gutes Paar Schuhe oder Stiefel braucht es sonst kein großes Equipment. Nur ein guter Wanderweg muss dann noch her. Für Stadtbewohner kann das schon mal eine mehrstündige Zugfahrt raus aus der Stadt bedeuten.

Nicht so im Ruhrgebiet. Denn mit den „Urban.Trails“ haben die Ruhr Tourismus GmbH, der Regionalverband Ruhr und der Sauerländische Gebirgsverein gleich vier urbane Wanderwege mitten in der Metropolregion gekennzeichnet: in Dortmund, in Mülheim an der Ruhr, in Oberhausen und in Hagen. Bis 2028 soll die Zahl auf 15 Routen steigen. Mit Längen zwischen sieben und 15 Kilometern sind sie für die meisten Menschen ziemlich gut machbar, lassen sich aber auch jederzeit abkürzen. Durch die innerstädtischen Lagen sind die Wanderer nie fernab einer Bus- oder Bahnhaltestelle.

Vier Menschen in Outdoorkleidung schauen auf eine Landkarte, im Hintergrund ist das Dortmunder U zu sehen.
Ende März 2026 wurden die ersten Markierungen vom Sauerländer Gebirgsverein angebracht. | Foto: Malte Langer / RVR

Was zeigen die Stadtwanderwege „Urban.Trails“ im Ruhrgebiet?

Wer jetzt denkt: Langweilig, das Ruhrgebiet kenne ich ja schon. Keine Sorge. Denn die Routen führen nicht an den „üblichen“ Sehenswürdigkeiten vorbei, sondern erkunden unbekanntere Ecken des Reviers. Vorbei an kunterbunter Straßenkunst und mysteriösen Lost Places und immer in der Nähe von fantastischen Food Spots. Leerer Bauch wandert schließlich nicht gern. Und eine Betonwüste muss auch niemand fürchten, denn das Ruhrgebiet ist ganz schön grün.

Apropos „Grün“: So sieht auch die Kennung der Trails aus. Ein grünes „UT“ auf gelbem Grund. Die Markierung der Wege ist Ende März angelaufen. Im Laufe der Zeit soll das Wanderzeichen an allen großen Kreuzungen der Trails angebracht sein. Am Start jedes Trails finden Wanderer außerdem ein Standortportal mit Hinweisen zum Verlauf, den Entfernungen und den Highlights, die auf der Strecke warten. Die Routen sind aber auch über Komoot und ähnliche Dienste verfügbar.

Eine Hand hält einen gelben Aufkleber mit einer grünen Aufschrift "UT | URBN TRLS." in die Linse. Dahinter ist der Dortmunder Hauptbahnhof zu erkennen.
Foto: Malte Langer / RVR

Die vier Stadtwanderwege „Urban.Trails“ im Überblick

Nun aber ans Eingemachte: Das hier sind die vier bisher gekennzeichneten Stadtwanderwege im Ruhrgebiet.

Die Stadtwanderung „Sub.Kultur“ in Dortmund

Auf gut 14 Kilometern führt dieser Wanderweg in Dortmund durch die kreativ-urbane Seite der größten Stadt im Ruhrgebiet. Vom Hauptbahnhof geht’s am Deutschen Fußballmuseum vorbei und dann Richtung Dortmunder U. Auf dem Weg wartet am Königswall ein prächtiges Mural von „The London Police“.

Zwei junge Frauen, eine mit Mütze, schauen von einer Brücke aus auf das Dortmunder U in der Ferne.
Foto: Pascal Tönnissen / Zechenwald

Am Kreativ- und Kulturzentrum Dortmunder U, dem heimlichen Wahrzeichen der Stadt, eignet sich die „Hall of Fame“ für eine kurze Pause. Denn die ständig wechselnde Graffiti-Galerie ist wie geschaffen – ach was! – ist tatsächlich geschaffen als erstklassige Foto- und Selfie-Gelegenheit. Im Unionviertel und im Kreuzviertel könnte sich die Wanderung außerdem durch einen Bummel durch die kleinen Lädchen und Boutiquen auf unabsehbare Zeit verlängern.

Über den Hafen und einige Schrebergärten führt die Tour dann durch die grüne Natur des Fredenbaumparks, am Naturmuseum vorbei durch die Nordstadt und schließlich wieder zum Hauptbahnhof zurück.

👉 Die detaillierte Beschreibung des Wegs gibt’s hier auf der Website von Ruhr Tourismus.

Die Stadtwanderung „Erlebnis.Pfad“ durch Oberhausen

Reichlich Industriekultur und nicht weniger grüne Natur warten auf Wanderfreunde in Oberhausen. Auf den elf Kilometern des Wegs präsentiert sich das Ruhrgebiet in Reinkultur. Vom Hauptbahnhof aus geht es zunächst durch den Grillopark und am Oberhausener Rathaus vorbei, einem Paradebeispiel für den deutschen „Klinkerexpressionismus“. Kleiner Kaffeestopp gefällig? Dann ab zu „Zaza’s Espressobar“ oder „Oli’s Büdchen“.

Ausblick von der Knappenhalde auf Oberhausen, im Zentrum der Gasometer.
Foto: Pascal Tönnissen / Zechenwald

Hinter dem Brücktorpark geht die dichte Bebauung der Stadt nach und nach ins Grüne über. Durch urige Kleingärten und über Naturpfade führt der Weg auf die Knappenhalde hinauf, wo sich die Weite des Ruhrgebiets öffnet. Von hier sind unter anderem das CentrO, der Gasometer und sogar die Halde Haniel Richtung Bottrop zu sehen. Über eine alte Bahntrasse, die an die Industrievergangenheit der Region erinnert, geht der Trail weiter bis zum Haus Riphorst am Rhein-Herne-Kanal.

Ein kleines, eingeschossiges Backsteinhaus steht in einer Arbeitersiedlung in Oberhausen.
Foto: Pascal Tönnissen / Zechenwald

Vorbei an der Kanalbrücke und dem Zauberlehrling, einem tanzenden Strommast, führt der Weg schließlich zur Marina Oberhausen und über die Tausendfüßlerbrücke nach Norden über den Kanal. Mit bestem Blick auf den Gasometer. Ziel der Tour ist dann nach der Durchquerung des Olga-Parks die Siedlung Eisenheim, eine Blaupause für eine Arbeitersiedlung aus dem 19. Jahrhundert. Ob Wanderwege außerhalb des Ruhrgebiets sowas auch haben?

👉 Die detaillierte Beschreibung des Wegs gibt’s hier auf der Website von Ruhr Tourismus.

Die Stadtwanderung „Hike.Seeing“ in Hagen

Hagen gilt vielen als Tor zum Sauerland, und das ist auf dieser Tour schnell bemerkbar. Auf den gut zehn Kilometern Strecke fallen nämlich mehrere hundert Höhenmeter an. Los geht’s am Hauptbahnhof, über die Bahnhof- und Neumarktstraße zum Theater Hagen. An einem alten Bunker vorbei und durch eine Unterführung ist der erste grüne Höhepunkt der Strecke dann der Stadtpark Hagen.

Ein weißer Klassizismusbau an der Ecke einer Fußgängerzone, darüber blauer Himmel.
Das Theater Hagen | Foto: Frank Vinken / dwb

Nun folgt der erste Aufstieg. Durch einige Kleingartenanlagen hindurch verläuft die Route erst zum Bismarck- und dann durch den Wald weiter bis zum Eugen-Richter-Turm. Der ist an Wochenenden geöffnet, sodass sich von hier ein erstklassiger Blick auf Hagen und das Ruhrtal öffnet. Dann führt der Trail wieder bergab und an der stillgelegten Kampfbahn Klutert entlang bis ins Kreativviertel Wehringhausen.

In dieser wuseligen Ecke Hagens warten unter anderem Wandbilder vom Künstler Martin Bender, ebenso das Kreativquartier „WirrWarr“. Eine wohlverdiente Stärkung wird im „Café & Bistro Gegenüber“ oder im „Zum Buntspecht“ serviert, im Concept Store „Onkel Jo sein Laden“ kann bei Bedarf ein kleines Mitbringsel geshoppt werden. So oder so bleibt dieser Ausflug ins urbane Grün im Gedächtnis.

👉 Die detaillierte Beschreibung des Wegs gibt’s hier auf der Website von Ruhr Tourismus.

Die Stadtwanderung „Kul.Tour“ durch Mülheim an der Ruhr

Der Trail durch Mülheim ist mit seinen zwölf Kilometern fast schon ein gemütlicher Stadtbummel. Startpunkt ist auch hier der Hauptbahnhof, von wo die Route zunächst durch die Stadt und entlang einiger Cafés führt, die einen Espresso für die nötige Energie bereithalten. An der Ruhr angelangt, öffnet sich die Landschaft allerdings und gibt den Blick auf die glitzernde Wasseroberfläche des namensgebenden Flusses frei.

Zwei Personen im Vordergrund, unscharf, schauen auf einen Stausee und das Wehrwerk am Ufer.
Foto: Pascal Tönnissen / Zechenwald

Auf der anderen Seite der Ruhr wartet mit dem Schloss Broich ein historisches Highlight. In Teilen stammt der Wehrbau noch aus dem 9. Jahrhundert und hat damit einige Jährchen auf dem steinernen Buckel. Nicht ganz so alt, aber nicht minder spannend ist die Camera Obscura, die ebenfalls auf dem Weg liegt. Wer die Zeit hat, sollte sich im dortigen Museum über die Geschichte der Fotografie und des Films schlau machen und in der größten Lochkamera der Welt einen ganz besonderen Ausblick aufs Ruhrgebiet genießen.

Mehrere kleine Fachwerkhäuser stehen dicht an dicht an einer Straße.
Foto: Pascal Tönnissen / Zechenwald

Richtung Süden an der Ruhr entlang führt die Route dann bis ins Dörfchen Saarn mit dem gleichnamigen Kloster. Wer Ruhe braucht, findet diese im Klostergarten. Wer ein Souvenir braucht, findet das im Klosterladen. So ist allen geholfen. Zurück über die Ruhr geht’s dann durch uriges Fachwerk im Wallviertel und schließlich wieder zum Hauptbahnhof. Wanderwege, das kann das Ruhrgebiet.

👉 Die detaillierte Beschreibung des Wegs gibt’s hier auf der Website von Ruhr Tourismus.

Alles, was du über die Wanderwege „Urban.Trails“ im Ruhrgebiet wissen musst

🥾 Was? Stadtwanderungen „Urban.Trails“ im Ruhrgebiet
📍 Wo? In Dortmund, Hagen, Mülheim und Oberhausen
🗺️ Wie viele? Vier Strecken zwischen sieben und 15 Kilometern, weitere geplant
🪧 Wegzeichen? Grünes „UT“ auf gelbem Grund
🌐 Hier geht’s zur Übersicht auf der Website von Ruhr Tourismus.