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Rottenburg, eine Kleinstadt in Baden-Württemberg, am Abend
M. Jaeger/ Shutterstock.com

Kleine Städte – Großes Vergnügen!

Text
Simone Sever

New York, Rio, Tokio … lieber nicht? Eher deutsche Sommerreiseziele wie Berlin, Köln, Hamburg? Auch nicht? funkyGERMANY hat sich in drei baden-württembergischen Kleinstadtperlen umgesehen. Willkommen in Weinheim, Freudenstadt und Rottenburg.

Weinheim

Malerische Altstädte, historische Stadtkerne, buntes Fachwerk … das Leben scheint etwas gelassener, die Stimmung zudem entspannter. Ein erster Besuch in „Woinähm“, wie Weinheim von seinen Bewohnern ausgeprochen wird, überzeugt schnell.

Zwei Burgen, ein Schloss, das historische Gerberviertel und vor allem auch der von prächtigen Bauwerken gesäumte Marktplatz der kurpfälzischen Stadt sorgen für echtes Urlaubsfeeling an der Bergstraße.

Hier fängt Deutschland an Italien zu werden,

bemerkte 1764 erfreut der Habsburger Kaiser Joseph II. als er durch Weinheim kutschierte.

So Unrecht hatte der gute Mann gar nicht. Denn hier beginnt der Frühling mit seinen blühenden Obst- und Mandelbäumen wegen des besonders milden Klimas meist früher als anderswo. Es ist irgendwie grüner als zuhause.

Eine der schönsten Kleinstädte in Baden-Württemberg: Weinheim
Mikalai Nick Zastsenski/ Shutterstock.com

Im Weinheimer Exotenwald können Riesenmammutbäume, chilenische Andentannen, japanische Magnolienbäume oder kalifornische Flusszedern bewundert werden. Der Weinheimer Exotenwald ist somit einer der größten seiner Art in Europa.

Japanische Magnolienbäume im Weinheimer Exotenwald
nnattalli/ Shutterstock.com

Wer nach so viel Grün eine kleine Belohnung braucht, der besucht Chocolatier Peter Gärtner. Unbedingt die süßen Verführungen probieren, die der Zuckerbäcker in seinen Läden zaubert. Wenn man den Weg dorthin einfach nicht mehr schafft, weil es so viel zu sehen gab, dann lässt man sich die Naschereien einfach per Pralinentaxi ins Hotel kommen.

Freudenstadt

Umgeben von Wald auf rund 730 Metern Höhe thront Freudenstadt auf einem Hochplateau. Wegen seiner besonders guten Luftqualität ist es zugleich ein heilklimatischer Kurort. Der Name scheint hier in der Region Nordschwarzwald Programm, denn Freunde macht in der Kleinstadtperle nicht nur die gute Luft.

Auch ein Spaziergang vorbei an hübschen Jugendstilvillen, Grandhotels aus der Zeit der Belle Époque und entlang der Champagnerallee, der Straße, durch die einst die adligen Kurgäste promenierten, ist ein freudiges Erlebnis.

So prickelnd wie die Champagnerallee sind auch die 50 Wasserfontänen, die an heißen Sommertagen um die Wette sprudeln und für Abkühlung sorgen. Shopping steht in Freundenstadt außerdem im Fokus: bei Uhren Krieg tickt die Zeitgeschichte der Schwarzwälder Uhrenproduktion. Das älteste Exemplar von 1780 ist eine Lackschilduhr. Im Uhrenstüble gibt es zudem traditionelle und auch moderne Kuckucks- und Schwarzwalduhren zu kaufen. Kuckuck!

Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald
Travel Faery/ Shutterstock.com

Rottenburg

Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb liegt die sympathische Bischofsstadt Rottenburg und ist eine Art Reise durch die Zeit. Bei einem gemütlichen Bummel durch die historische Altstadt wird der Besucher im Sülchgaumuseum zurück ins Mittelalter versetzt. Im römischen Sumelocenna-Museum wird das das Alltagsleben der provinzialrömischen Bevölkerung im antiken Sumelocenna, dem heutigen Rottenburg, fast wieder lebendig. Außerdem ist dort die größte bekannte Toilettenanlage nördlich der Alpen aus dieser Zeit zu sehen.

Rottenburg an der Neckar
Sina Ettmer Photography/ Shutterstock.com

Auf dem Marktplatz ragt der St. Martin Dom in den Himmel und im Diözesanmuseum wird kirchliche Geschichte präsent. Die Pilgerwege von Jakob, Martinus und Meinrad führen ebenfalls durch Rottenburg. Ebenso besonders ist der „Wurmlinger Kapellenwegle“, auf dem es sich entspannt und beschaulich durch Weinberge und Wacholderheiden spaziert. Die herrlichen Aussichten auf Ammer- und Neckartal und die Burg Hohenzollern gibt es gratis dazu. Ebenso wie die grandiosen Weitsichten etwa vom Kalkweiler Torturm – der Schlüssel kann übrigens bei der Tourist-Information ausgeliehen werden.

Marktplatz mit bunten Fachwerkhäusern in Rottenburg
Sina Ettmer Photography/ Shutterstock.com

Und dann gibt es da noch den Tante-Emma-Laden. Ein privates Kleinmuseum, das daran erinnert, wie in Zeiten vor Supermarktketten eingekauft wurde. Darf’s ein bisschen mehr sein? 

Weitere zauberhafte Kleinstädte in Baden-Württemberg sind auf der Website der Kleinstadtperlen zu finden.

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