Ein schwieriges Kapitel der deutschen Geschichte kommt mit hochkarätiger Besetzung im Mai 2026 in die Kinos: Russell Crowe spielt in „Nürnberg“ den angeklagten NS-Verbrecher Hermann Göring in seinen letzten Wochen. Worum es in dem Film geht und wo die Spuren der Nürnberger Prozesse heute noch zu sehen sind, erfährst du hier.
Die Nürnberger Prozesse markierten einen Wendepunkt in der internationalen Politik. Die verbliebenen hochrangigsten Politiker, Militärs, Bürokraten und KZ-Kommandanten Nazi-Deutschlands standen vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 im Justizpalast in Nürnberg vor einem ad-hoc zusammenberufenen Strafgericht, aufgestellt von den USA, der Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich. Heute gelten die Nürnberger Prozesse damit als „Geburtsstunde des Völkerstrafrechts“.
24 Hauptangeklagte standen in Nürnberg vor Gericht, unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Planung sowie Durchführung von Angriffskriegen. Der ranghöchste Angeklagte war Hermann Göring. Adolf Hitler, Joseph Goebbels und Heinrich Himmler hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Selbstmord begangen. Insbesondere auf Göring fokussierte sich daher das öffentliche Interesse.
„Nürnberg“ ab Mai im Kino
Und das bis heute. Im am 7. Mai 2026 in deutschen Kinos anlaufenden Geschichtsthriller „Nürnberg“ von James Vanderbilt steht vor allem die Beziehung zwischen Hermann Göring, gespielt von Russell Crowe, und dem US-Gerichtspsychologen Douglas M. Kelley, gespielt von Rami Malek, im Mittelpunkt. Kelley hatte während der Prozesse unter anderem die Aufgabe, die Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten zu beurteilen und verbrachte daher viel Zeit mit diesen.
Der Film lebt nicht zuletzt von seinem ausgezeichneten Cast. Neben dem zentralen Hauptdarstellerpaar Crowe und Malek sind unter anderem Michael Shannon als der US-amerikanische Hauptankläger Robert H. Jackson, Leo Woodall als der Übersetzer Sgt. Howie Trest sowie Colin Hanks als Gefängnispsychologe Gustave M. Gilbert zu sehen. Auch viele deutsche Schauspieler sind Teil des Films, unter anderem Andreas Pietschmann („Dark“), Peter Jordan („Mittagsstunde“) und Tom Keune („Zwei zu Eins“).
Die Spuren der Prozesse in Nürnberg
Wer sich eingehender mit der Geschichte der Prozesse beschäftigen möchte, kann dies bei einem Ausflug nach Nürnberg tun. Denn der Justizpalast, in dem die Prozesse abgehalten wurden, steht noch heute, und auch der „Schwurgerichtssaal 600“ ist noch erhalten. Lange Zeit war dieser nur außerhalb des regulären Betriebs zugänglich. Seit 2020 aber kann er täglich als Teil des „Memoriums Nürnberger Prozesse“ besichtigt werden. Der Saal ähnelt den bekannten Filmaufnahmen allerdings nur bedingt. Für die Prozesse wurde eine komplette Wand ausgebaut und zahlreiche Bänke in den Saal gebracht. Eine virtuelle Installation ermöglicht aber zumindest eine Vorstellung davon, wie der Saal während der Prozesse ausgesehen hat.

Im Gebäude wartet außerdem eine mehr als 300 Quadratmeter große Dauerausstellung, die einen umfangreichen Einblick in die Geschichte und den Ablauf der Nürnberger Prozesse gewährt. Ein weiterer Komplex in der Dauerausstellung ist zudem der juristischen Verfolgung von NS-Verbrechern nach 1946 gewidmet. Und auch die Bedeutung der Nürnberger Prozesse für die Entstehung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wird erläutert.
👉 Hier geht’s zur Website des Memoriums Nürnberger Prozesse.
Unbedingt in den Reiseplan gehört außerdem ein Besuch des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände. Das riesige Areal, das die Nazis zum Ausdruck des eigenen Anspruchs aus dem Boden gestanzt haben, zeigt den ganzen Größenwahn der Ideologie. Heute ist in der gigantischen Kongresshalle auf gut 1.600 Quadratmetern eine Ausstellung über die hier abgehaltenen Reichsparteitage zu sehen, die während der NS-Herrschaft hier abgehalten wurden. Die Ausstellungsräume wurden in den letzten Jahren erheblich umgestaltet. Noch bis zum 3. Mai 2026 ist daher „nur“ die Interimsausstellung „Nürnberg – Ort der Reichsparteitage“ zu sehen. Ab dem 22. Mai 2026 läuft dann die neue Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“, vorerst im Probebetrieb. Die offizielle Eröffnung erfolgt dann im November 2026.
👉 Hier geht’s zur Website des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände.





