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48 Stunden in Aachen

Deutschlands größte Stadt, die nicht an einem Fluss liegt. Naturwissenschaftlerhochburg mit hohem Männeranteil. Oder freundliche Grenzstadt im Dreiländereck. Über Aachen und seine knapp 250.000 Einwohner kursieren reichlich griffige Beschreibungen. Wir verraten, was ihr in 48 Stunden in Aachen unternehmen könnt und welche Sehenswürdigkeiten es zu sehen gibt.

Darüber hinaus beansprucht Aachen auch die Funktion eines »Future Lab«, eine Selbsteinschätzung, die auf vier Hochschulen mit insgesamt 60.000 Studenten fußt. Zuweilen firmiert die Stadt auch als Bad Aachen, was auf die ergiebigen Thermalquellen zurückzuführen ist, die hier sprudeln. Obwohl der Zusatz nie offiziell beantragt wurde, schmückt sich Aachen mit allerlei Einrichtungen, die in Deutschland sonst nur Kurorten vorbehalten sind, wie etwa einem gediegenen Kasino.

Marktplatz mit Cafés und Restaurants in Aachen
ArTono/ Shutterstock.com

Die mit Abstand wichtigste Sehenswürdigkeit ist der Dom, der von Kaiser Karl dem Großen als Kernbestandteil einer Pfalz errichtet wurde. Ebenso spannend wie vielseitig ist das Umland der Stadt. Einerseits sind die Niederlande und Belgien nur einen Katzensprung entfernt. Andererseits gilt Aachen auch als Tor zur Eifel und dem gleichnamigen Nationalpark, dem herrlichen Rursee und Monschau mit seinem historisch geprägten Stadtbild.

Tag 1 

12 Uhr: Aachener Dom

Mit seiner 32 m hohen Kuppel und seiner bis ins 8. Jahrhundert zurückreichenden Historie ist der Aachener Dom das unumstrittene Wahrzeichen der Stadt. Allein dadurch ist die Bischofskirche ein Kaleidoskop der zentraleuropäischen Baugeschichte. Der Dom wurde von Kaiser Karl dem Großen in Auftrag gegeben und war zwischen 936 und 1531 Schauplatz der Krönung 30 deutscher Könige. Üppig gefüllt ist die Schatzkammer, die als bedeutendste nördlich der Alpen gilt.

Der Aachener Dom wurde 1978 als erste deutsche Stätte ins Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen. Wir nehmen uns vor, unsere Kenntnisse bei einem virtuellen Rundflug zu vertiefen, sobald wir wieder zuhause sind. Diese Sehenswürdigkeit solltet ihr bei eurem Aachen-Trip auf keinen Fall verpassen.

14 Uhr: Elisenbrunnen

Der Elisenbrunnen ist der gefühlte Mittelpunkt Aachens. Nachdem schon die Römer die 53 Grad warmen Quellen genutzt haben, realisierten Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel eine klassizistische Hülle mit einem dorischen Säulenvorbau. Seitdem sprudelt das stark schwefelhaltige Wasser in würdevollem Rahmen. Es gilt im juristischen Sinne als Arzneimittel.

Daher ist Aachen Schauplatz eines Kuriosums: An den beiden Brunnen, deren Ausstoß seit Jahrhunderten zur Linderung von Schmerzen beiträgt, sind Schilder mit der Aufschrift »Kein Trinkwasser« angebracht. Im Südflügel des Baus befindet sich die Touristeninfo, die über die Sehenswürdigkeiten in Aachen informiert. Dahinter breitet sich ein hübscher Park aus, wo wir einen Kaffee trinken.

Café am Elisenbrunnen in Aachen
Christian Mueller/ Shutterstock.com

16 Uhr: Carolus Thermen

Wir sind in Bad Aachen und möchten natürlich wissen, warum die Stadt in einer Liga mit den deutschen Kurorten spielt. Also ab in die Carolus Thermen. Die luxuriöse Wellness-Anlage wird von beständig 47 Grad warmen Mineralthermalwasser gespeist, das vor Ort entspringt. Das Hauptbecken wird von einer imposanten Säulenhalle überspannt. Sprudelbecken, Wassergrotten, Sole-Dampfbad und eine Saunalandschaft runden das Körperpflegeangebot ab.

19 Uhr: Abendessen beim Postwagen

In dem rustikalen Lokal gibt es seit 1857 deftige rheinische Küche. Das Haus schmiegt sich in einem rustikalen Anbau direkt ans Rathaus und steht eher für das örtliche Lebensgefühl und Geselligkeit, denn für kulinarische Kabinettstückchen. Aber genau das brauchen wir nach diesem Tag.

Lokal Postwagen am Rathaus in Aachen
Jonathan Kemper

21 Uhr: Pontviertel

Nach dem Essen zieht es uns in Aachens Ausgehviertel. Vom mächtigen Ponttor aus dem 14. Jahrhundert strebt die Pontstraße in südöstlicher Richtung der Innenstadt entgegen. Sie war in ferner Vergangenheit Teil des Weges, den 30 Könige auf dem Weg zur Krönung zurückgelegt haben. Der mittlere Abschnitt erinnert mit seinem Kopfsteinpflaster bis zum heutigen Tag an die Historie. Populär aber ist die Straße vor allem als Partymeile für die Studenten, die bei den vielen Etablissements aus den Vollen schöpfen können. Ein guter Ort zum Versacken.

Kneipen in der Pontstraße in Aachen am Abend
Medien Aachen/ Bernd Schroeder

Pontstraße, zwischen Templergraben und Pontdriesch 

Tag 2

10 Uhr: Wanderung zum Dreiländereck

Keine sechs Kilometer vom Aachener Dom entfernt, stoßen die Ländergrenzen von Belgien, den Niederlanden und Deutschland aufeinander. Wir beschließen daher, eine Wanderung zu dem Eckpunkt zu unternehmen. Die attraktive Route führt vorbei am Hangeweiher durch den vornehmen Aachener Westen und danach durch ein hügeliges Waldgebiet.

Blick auf den Vaalserberg in den Niederlanden am Dreiländereck von Deutschland, Belgien und den Niederlanden
Allard One/ Shutterstock.com

Das Dreiländereck entpuppt sich als überraschend vielseitig. Hier befindet sich der mit 321 Meter höchste Punkt der Niederlande. Auf belgischer Seite ragt der 50 Meter hohe Balduinturm mit einer kostenlos zugänglichen Aussichtsplattform noch weiter in die Höhe. 

15 Uhr: Monschau

Nach diesem gelungenen Ausflug zieht es uns in die nahe Eifel. Gut 30 Kilometer südlich von Aachen lockt mit Monschau ein viel besuchtes Prunkstück, das wir mit dem Auto über die sogenannte Himmelsleiter erreichen. Hinter dem Namen verbirgt sich eine schnurgerade Straße, die terrassenförmig in die Höhe führt. Monschau selbst wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Das 12.000-Einwohnerstädtchen liegt im zerklüfteten Tal der Rur unweit der belgischen Grenze. Im historischen Kern reihen sich prächtig erhaltene Fachwerkhäuser aneinander.

Großer Blickfang aber ist das sogenannte Rote Haus, dessen Eigentümer Johann Heinrich Scheibler Monschau im 18. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum der Tuchindustrie ausgebaut hat. Heute beherbergt es ein Museum, das an die Blütezeit erinnert. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Brauereimuseum Felsenkeller. Ein beliebtes Mitbringsel ist der schmackhafte Monschauer Senf. In die Variante mit Mohn und Honig könnte ich mich hereinlegen.  

19 Uhr: Abendessen bei Justus K

Nach dem ergiebigen Tag laben wir uns an feiner neudeutscher Küche. Bei Justus K richtet man besonderes Augenmerk auf die Weinkarte. Das Menü wechselt täglich und wird handgeschrieben auf einer Tafel präsentiert. Das am östlichen Stadtrand gelegene Haus verzichtet auf Convenience-Produkte und setzt stattdessen auf saisonale Frische. Nach dem langen Tag geht es anschließend früh ins Bett.

Tag 3 

10 Uhr: Nobis Printen

Lebkuchen sind nur etwas für die Vorweihnachtszeit? Nicht in Aachen, dem Geburtsort der Printe. Die Unterart des Lebkuchens wird hier seit dem frühen 19. Jahrhundert gebacken und mit Leidenschaft konsumiert, weshalb die Filialen von Nobis Printen quasi eigene Sehenswürdigkeiten in Aachen darstellen. Dort wird das unter Verwendung von Zimt, Anis, Nelken, Kardamom und weiteren Zutaten hergestellte Prestigeprodukt mit Liebe gepflegt. Höchste Zeit für einen Großeinkauf.

Printen in der Nobis Printen Bäckerei in Aachen
Anastasia Pro/ Shutterstock.com

11 Uhr: Rursee

Nach ergiebigen 47 Stunden in und um Aachen beschließen wir, den Aufenthalt in der Region mit dem Besuch des Nationalparks Eifel anzuschließen. Die Eifel gehört zum schönsten, was Nordrhein-Westfalen zu bieten hat. Kernbestandteil des Nationalparks ist der aufgestaute Rursee, der sich aus dem Wasser von Rur und Urft speist. Der »Eifel-Amazonas« schlängelt sich um den 528 m in den Himmel ragenden Höhenzug Kermeter. Ein ideales Freizeitrevier zum Wandern, das im autofreien Urfttal besonders ursprünglich ist.

Der See lädt unterdessen zu Wassersport und zum Baden an einem der vielen Strände ein. Sehr meditativ ist außerdem die Fahrt mit den Elektrobooten der Rursee-Schiffahrt, die alle wichtigen Eckpunkt anfährt. Schönster Ort ist Heimbach mit der weithin sichtbaren Burg Hengebach. Die Gegend ist so schön, dass wir am liebsten noch eine Woche bleiben würden. 

Burg Hengebach, eine der Sehenswürdigkeiten bei Aachen
M. Volk/ Shutterstock.com

Informationen

Die Redaktion hat das Programm für ein moderates Reisebudget zusammengestellt. Mit allen Eintrittsgeldern und Mahlzeiten kommt man mit weniger als 200 Euro pro Person aus. Kosten für Hotels und Anreise sind jedoch nicht im Preis inbegriffen. 

Für Übernachtungen empfehlen wir in folgenden Kategorien:
– Luxuriös und im Stile eines Kurorts: Parkhotel Quellenhof
– Freundlich und stadtnah: Minx Hotel Aachen
– Hip urban: Aquis Grana

Weitere Informationen über die Stadt und Sehenswürdigkeiten in Aachen findet ihr auf der Website von Aachen Tourismus.

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