CLICK HERE FOR OUR ENGLISH WEBSITE
Tattoo-Leuchtschild in einem Tattoo Studio in Deutschland
Kanel Bulle/ Shutterstock.com

Für immer und ewig

Text
Madeline Böse

Was man wissen muss, um sich in Deutschland tätowieren zu lassen.

Eine kleine Brezel am Knöchel, den Kölner Dom auf dem Schulterblatt oder Berlins Skyline über dem Ellenbogen? Wer das Andenken an den Deutschland-Trip direkt unter der Haut tragen möchte, sollte einiges beachten. Von der Tattoo-Anfrage über Hygienestandards bis hin zum Studio selbst. Unsere Tipps, wenn man sich in Deutschland tätowieren lassen möchte. 

Spontan geplant

Wie cool es doch wäre, mit einem Tattoo nach Hause zu kommen…, oder? Außerhalb der Urlaubsblase und weit ab vom Kiez wirkt das mit einem Pfeil durchstochene Herz dann doch nicht mehr so lässig. Wie gut, dass sich das Spontan-Tätowieren-Lassen in Deutschland eh als äußerst schwierig herausstellt. Je nach Bekanntheit oder Beliebtheit des Tattoo-Artists müssen Wartezeiten von bis zu 1,5 Jahren eingeplant werden! Natürlich gibt es auch kleinere Studios, die kurzfristig Termine vergeben oder sogar Walk-In-Tattoos stechen.

Junges Mädchen macht telefonisch einen Tattoo Termin in Deutschland
GaudiLab/ Shutterstock.com

In der Regel gilt aber: Der frühere Vogel fängt den Wurm – beziehungsweise: der organisierte Reisende bekommt den Termin. Unser erster Tipp also: Frühzeitig informieren und Kontakt mit dem Tattoo-Studio aufnehmen. 

Bei Wind und Wetter

… kann man sich Tinte unter die Haut bringen lassen. Doch wer sich im Hochsommer tätowieren lässt, sollte eins beachten: Sonnenbaden auf Sylt oder Chillen an der Isar sind danach erst einmal tabu. Und auch das Kitesurfen in St. Peter-Ording fällt zunächst flach. Denn ein frisch gestochenes Tattoo ist zunächst vor allem eins: eine Wunde. Nicht mehr und nicht weniger.

Gerötetes Tattoo direkt nach dem Stechen in Tattoo Studio in Deutschland
Ann Kosolapova/ Shutterstock.com

Wer diese nicht entsprechend pflegt und keine Rücksicht auf den Heilungsprozess nimmt, gefährdet das Endergebnis des Tattoos. Daher geht’s – zumindest für das tätowierte Körperteil – in den ersten Tagen in den Schatten. Sonnenanbeter und Bräunefanatiker sollten dies bei ihren Tattoo-Plänen berücksichtigen. 

Von Kopf bis Fuß

Die Frage nach der richtigen Stelle ist gerade auf Reisen nicht zu unterschätzen. Zum einen, weil sich manche Körperstellen besser vor Sonneneinstrahlungen schützen lassen als andere und zum anderen, weil es je nach Reiseart und Reisezeitpunkt auch unbequem werden kann.

Mädchen lässt sich auf den Rücken tätowieren in Deutschland
Helen Sushitskaya/ Shutterstock.com

Hat man eine sechsstündige Rückfahrt im Auto oder auch einen längeren Heimflug vor sich, sollte genau überlegt werden, ob die Körperrückseite die richtige Stelle ist. Auf dem frisch gestochenen Tattoo sitzt es sich nämlich nicht sonderlich angenehm. Wer sich aber schon auf das Schulterblatt als Traumstelle eingeschossen hat, sollte den Tattoo-Termin nach Möglichkeit an den Anfang des Urlaubs legen. So bleibt genug Zeit zum Abheilen und das Tattoo wird nicht schon auf der Rückreise verflucht.  

Am Tat(to)-ort

Wenn die Stelle gut durchdacht und der Zeitpunkt passend gewählt sind, fehlt nur noch eins: Das Tattoo-Studio selbst. Auch hierbei sollten gewisse Faktoren stimmen. Abgewrackte Biker-Schuppen oder flackernde Neonröhren sind klischeebehaftete Aushängeschilder von gestern. Heutzutage überzeugen viele Studios mit einem minimalistischen, modernen und fast schon eleganten Stil. Doch vor allem durch eins: Hygienestandards!

Tätowierer in Deutschland sticht Tattoo mit Handschuh
Jonathan Cooper

Die United European Tattoo Artists e.V. hat sogar Hygienerichtlinien verfasst, die Anforderungen an den Arbeitsplatz, das Equipment, den Vorgang und den Tätowierer selbst festlegen. Eine neue, steril verpackte Nadel und das Tragen von Einweghandschuhen sind also keine Anzeichen dafür, dass ihr euch in eine Arztpraxis verirrt habt!  Eher sekundär, aber dennoch nicht unwichtig, ist natürlich auch der Wohlfühlfaktor. Ihr solltet dem Tattoo-Artist ein gewisses Maß an Vertrauen entgegenbringen, schließlich wird er oder sie sich unter eurer Haut verewigen. 

Gut, besser am besten 

Fineline, Dotwork, Watercolor oder ein anderer Tattoo-Stil: Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen streiten, über Können aber nicht. Unsere Top-List an Tattoo-Studios und Artists aus Deutschlands vier Himmelsrichtungen. 

Mädchen wird am Arm tätowiert
Microgen/ Shutterstock.com

Hoch aus dem Norden

Die älteste Tätowierstube Deutschlands heißt auch so, also Die Älteste Tätowierstube Deutschlands. Seit 1946 wurden hier schon unzählige Seemanns-Motive unter die Haut gebracht. Leuchtturm und Co. sind zwar noch immer classy, über individuelle Motive freuen sich die Profis aber mehr – Individualität und Handarbeit werden hier großgeschrieben! Wem es keinen Zacken aus der Krone bricht, dass eigene Ideen diskutiert, angepasst und manchmal sogar verworfen werden, sollte schnell nach… natürlich St. Pauli! Wer jetzt denkt, dass man nach einer wilden Nacht mal eben vom Kiez aus ins Studio torkeln kann, hat weit gefehlt: Auf einen Termin kann man auch mal bis zu x Monate warten!

Im Osten

Hier fiel unsere Wahl natürlich auf Berlin – wie konnte es auch anders sein? In der Metropole gibt es unzählige Studios, die jedes Tintenherz höherschlagen lassen! Im Szeneviertel Neukölln gelegen, könnt ihr euch bei Unikat Berlin einmalige Motive unter die Haut stechen lassen. Wie der Name schon verrät, ist jedes Tattoo hier ein Einzelstück für sich. Der Stil dabei: abstrakt, expressionistisch, zeitgenössisch. Neben madame_unikat, werden in das Studio regelmäßig besondere Gast-Artists eingeladen.  

Im Westen

Ein drittes Auge am Arm oder das Idol auf dem Oberschenkel? Kein Problem! Im Zimmer 3 in Köln sticht Boris Barsukow so genau, dass das Tattoo einem Foto gleicht… oder eben einem echten Auge. Für die Stile Portrait und Realistic gibt es keine bessere Anlaufstelle!

Alles andere als real ist dagegen der Nüsselmensch von Nur liebe Menschen. Die Künstlerin aus Düsseldorf erfand die kleine Figur als wandelbares Tattoomotiv:

Er liebt, was du liebst, macht, was du machst oder machen würdest.

Schmunzelgarantie bei der Heimkehr! 

Tief im Süden

Superhelden an den Wänden und auch an der Maschine: In dem Studio von Nerdymatch Ink treffen Industrial- und Loft-Style auf Charaktere aus dem Marvel-Universum. Die Wandbilder scheinen auf die Crew abzufärben und verleihen den Artists wahre Superkräfte an der Tattoo-Maschine. Wer auf der Suche nach einem Fineline-Kunstwerk ist, wird hier garantiert nicht enttäuscht! Gut zu wissen: Nerdymatch Ink verwendet übrigens vegane Tinte und Pflegeprodukte – also können sich hier auch Veganer/innen bedenkenlos tätowieren lassen. 

Das leise Sirren der Tattoo-Maschine, der Geruch aus Desinfektionsmittel und Vaseline und der brennende Schmerz auf der Haut – was könnte es im Urlaub schöneres geben? Für viele wohl eine ganze Menge. Doch wer einmal unter der Nadel war, weiß wovon die Rede ist. 

Weitere Beiträge
Elektroauto vor dem BMW Museum in München
Ganz schön abgefahren in München