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Jägermeister ist einer der bekanntesten Schnäpse aus Deutschland
bogdanhoda / Shutterstock.com

Einen kurzen für eine lange Nacht!

Drei Shots, die man in Deutschland probiert haben muss

Text
Madeline Böse

In der Bier-Szene hat jede deutsche Großstadt so ihre Klassiker: Früh in Köln, Astra in Hamburg, Augustiner in München und Berliner Kindl in Berlin. Jeder deutschen Großstadt lässt sich problemlos eine „Aushänge-Brauerei“ zuordnen. Doch was für Bier so klar zuzuordnen ist, gilt für hochprozentige Spirituosen nicht. Dennoch gibt es den ein oder anderen Schnaps, den man sich bei einer Reise durch Deutschland nicht entgehen lassen sollte. Wir stellen euch drei Schnäpse aus den deutschen Metropolen vor. 

Scharfer Mitternachtsimbiss: Der Mexikaner

Mit diesem feurig-würzigen Schnaps hat man den restlichen Abend garantiert keine Tomaten mehr auf den Augen – die wandern nämlich ins Glas: Der Mexikaner ist eine Mischung aus Korn, Sangrita und Tomatensaft und hat seine Wurzeln in Hamburg. Der Legende nach wurde einem Bar Besitzer anstelle von billigem Korn grausiger Obstler untergejubelt. Um das Zeug auf dem Kiez irgendwie unter die Leute zu bekommen, mischte er es mit Gewürzen und passierten Tomaten. Was 1987 eine – im wahrsten Sinne des Wortes – „Schnaps-Idee“ aus der Not heraus war, kann heutzutage als Geburtsstunde des Mexikaners angesehen werden.

Mexikaner - einer der bekanntesten Schnäpse aus Deutschland
iLpO88/ Shutterstock.com

Die Shot-Variante der altbekannten Bloody-Marry wird vor allem in Hamburg getrunken, hier hält fast jede Bar ein paar Falschen auf Eis gelegten Mexikaner bereit – nach eigener Rezeptur versteht sich. Denn DAS Rezept gibt es für den Mexikaner nicht. Je nach Geschmack kommt mal mehr mal, mal weniger Sangrita und Pfeffer in das Gebräu, mal wird es mit Limetten-, mal mit Zitronensaft verfeinert. Und manchmal sogar mit einem feinen Bierbrand.

2015 haben die Eigentümer der Kölner Kölschbar aus dem Mexikaner kurzerhand den Mexikölner gemacht und dem Kultgetränk so eine kölsche Note verpasst. Das heißt: Wenn in Hamburg, Mexikaner bestellen und wenn in Köln, den Mexikölner nicht auslassen! 

Was gibt’s zu beachten? Ähnlich wie bei anderen Alcopop Getränken auch, schmeckt der Mexikaner nicht nach Alkohol und es wird schnell mal zu viel von der guten Tomatensuppe getrunken!  

Rezept
10 cl Doppelkorn
10 cl Sangrita Pikant
20 cl Tomatensaft
Salz (nach Geschmack)
Pfeffer (nach Geschmack)
Tabasco (nach Geschmack)
Zitronen-/Limettensaft (je nach Geschmack) 

(K)eine Droge: Liquid Cocain

Gleich vorab: Nein, bei diesem Kurzen wird kein Kokain ins Getränk gemixt! Daher ist Liquid Cocain auch zu 100% legal. Die Wirkung erinnert aber stark an die Partydroge, reicht doch oft ein Glas aus, um die Nacht zum Tag zu machen. Kein Wunder, bei der Mischung aus Espresso, Wodka und Zucker! Weil der Kaffee-Shot nicht so stark wie normaler Schnaps und nicht so mächtig wie ein Cocktail ist, hat der süß-cremige Geschmack zeitgleich auch noch echtes Suchtpotenzial!

Schnäpse aus Deutschland: Liquid Cocaine, eine Mischung aus Kaffee, Vodka und Zucker
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Getrunken wird Liquid Cocain vor allem in München. Hier gibt’s den Stamperl außerdem immer nur im Doppelpack – oder gleich vierfach. Super, wenn man mit Freunden unterwegs ist und umso gefährlicher, wenn man alleine loszieht! Und zu welchem Zeitpunkt wird der Drink am besten bestellt? Rein theoretisch zu jeder Uhrzeit, bieten auch manche Cafés in München den Wachmacher am Nachmittag schon an. Wenn sich aber der erste Durchhänger in der Nacht abzeichnet oder wenn man einfach einen Kickstart in den Abend braucht, ist sicherlich genau der richtige Zeitpunkt für das flüssige Kokain aus Süddeutschland! 

Was gibt’s zu beachten? Treffen Koffein und Alkohol aufeinander, wird’s schnell mal wild. Kommt dann noch eine ordentliche Portion Zucker hinzu, schlägt das Herz schnell mal einen Beat schneller als gewöhnlich. Wer also Herzrasen und schlaflose Nächte umgehen möchte, tastet sich lieber vorsichtig heran! 

Rezept (für zwei)
400 ml Kaffee (kalt)
400 ml Wodka
4 TL Puderzucker
einige  Eiswürfel

Die Mundspülung, Berliner Luft 

Vor der Feier noch einen Döner mit Zwiebeln gegessen? Kein Problem, denn nach einem Pinnchen Berliner Luft ist der Atem fast so frisch wie nach dem Zähneputzen. Das Kultgetränk aus Berlin erinnert tatsächlich mehr an eine Mundspülung als an einen Likör, riecht es doch nach einer Mischung aus Zahnpasta und Pfefferminzkaugummi. Und mit diesem Hintergedanken wird der Pfeffi, wie man ihn auch liebevoll nennt, häufig aus Spaß im Club bestellt. Nämlich mit den Worten: „Einmal Zähne putzen, bitte!“. In der Nacht-Szene heißt es auch oft „Geh mal Luft holen“ oder „noch mal Luft schnappen gehen“… und damit ist dann ganz sicher nicht die „klare Luft“ der Millionenstadt gemeint.

Frau trägt Shots Berliner Luft durch einen Club in Berlin
Charlotte Harrison

Hergestellt wird der Klare aber in frischer, ländlicher Luft, auf einem historischen Gutshof im Nordosten von Berlin. Seit über 100 Jahren braut das Traditionsunternehmens Schilkin bereits den Pfefferminzlikör. Was also bereits unter DDR-Funktionären beliebt war, ist heutzutage über die Grenzen der Hauptstadt hinaus ein Dauerbrenner in den Bars. Am meisten gehypt wird Berliner Luft natürlich in Berlin selbst, doch auch andere deutsche Städte locken mit der klaren Luft! Das Beste an diesem Schnaps: Egal ob als erfrischender Shot um in den Abend zu starten, als „reinigende“ Version nach dem Essen oder als „Kaugummi“ zwischendurch, Pfeffi geht einfach immer! 

Was gibt’s zu beachten? So vielfältig Berliner Luft auch ist, als Zähneputz-Ersatz nach einer langen Nacht sollte der Pfefferminzschnaps nicht missbraucht werden. Immerhin kommen rund 100g Zucker in eine 0,7 Liter Flasche! 

Hier kann man sich die frische Luft direkt nach Hause bestellen und durch weitere ausgetüftelte Variationen des Kultgetränks stöbern.  

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