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Stadtbild von Aachen mit dem Dom im Zentrum. Am prominentesten eine achteckige Kuppel in der Mitte, rechts daneben der Kirchenchor mit hohen gotischen Fenster.
Der Aachener Dom | Foto: engel.ac / shutterstock

Diese historischen Sehenswürdigkeiten in Deutschland musst du besuchen

Geschichte muss nicht immer langweilig sein. Wirklich! Und oft genug liegen spannende historische Sehenswürdigkeiten mit angeschlossenen Museen direkt vor deiner Haustür, auch hier in Deutschland. Du musst nur mal über deinen Schatten springen. Es lohnt sich!

Porta Nigra | Rheinland-Pfalz

Lange Zeit beherrschten die alten Römer die heute deutschen Gebiete links des Rheins. Trotzdem gibt es heute nur noch an wenigen Orten Spuren der militanten Sandalenträger. Doch an der Porta Nigra wird die Macht des untergegangenen Reichs mehr als deutlich! Das mächtige Stadttor mitten in Trier zeugt von der Macht und dem Selbstverständnis des römischen Imperiums, das dieses auch noch hier, mehr als 1.200 Kilometer von Rom entfernt, ausstrahlen wollte. Errichtet wurde das Bauwerk wohl etwa um 170 n. Chr., hat damit also fast 2.000 Jahre auf dem Buckel. Sieht man fast gar nicht.

Die Porta Nigra, vom Norden aus gesehen. Auf der Straße davor sind einige Menschen unterwegs, der Himmel darüber ist blau.
Foto: Dominik Ketz / Rheinland-Pfalz Tourismus

Übrigens: Ab dem späten 3. Jahrhundert war Trier sogar eine Zeit lang Residenzstadt von einem der vier römischen Kaiser. Von hier aus wurde dann der gesamte Nordwesten des Römischen Reichs regiert. Einen umfangreichen Einblick in die römische Vergangenheit erhalten geschichtsinteressierte Besucher im Rheinischen Landesmuseum. Und auch die Porta Nigra selbst lässt sich als historische Sehenswürdigkeit besichtigen.

👉 Mehr Informationen gibt’s auf der Website des Rheinischen Landesmuseums Trier.

Wartburg | Thüringen

Die Geschichte von Martin Luther hat wohl jedes Kind in der Schule gelernt. Und auch, wenn der Reformator weder damals noch heute eine unumstrittene Persönlichkeit war und ist, spüren wir seinen Einfluss auf Deutschland doch immer noch. Nicht zuletzt in unserer Sprache. Denn als er, getarnt als Junker Jörg, auf der Wartburg in Thüringen die Bibel ins Deutsche übersetzte, war ihm vor allem die Verständlichkeit der Sprache wichtig. Er wollte nach eigener Aussage „dem Volk aufs Maul schauen“. Und neben der Bibelübersetzung schuf Luther damit ganz nebenbei die Grundlage für die Standardisierung der deutschen Sprache – die ja bekanntermaßen aus zig unterschiedlichen Dialekten bestand und besteht.

Ein holzverkleideter Raum in einer Burg. Links sind zwei verglaste Fenster, an der Wand rechts zunächst ein einfacher Holztisch mit Stuhl und einem Buch, rechts daneben ein grüner Kachelofen.
Die Lutherstube auf der Wartburg | Foto: Andreas Weise / Thüringer Tourismus GmbH

Noch heute ist die Wartburg ziemlich imposant – und ein hervorragendes Ausflugsziel für große und kleine Geschichtsfans. Highlight ist natürlich die historisch eingerichtete Lutherstube. Aber auch die unterschiedlichen Führungen lohnen sich und auf dem Burgenbauplatz lernen Kinder jede Menge Interessantes zum Bau einer Burg. Und können sich sogar an den verschiedenen Stationen selbst daran ausprobieren.

👉 Hier geht’s zur Website der Wartburg.

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände | Bayern

Die Spuren des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte, der Zeit des Nationalsozialismus, sind noch an Hunderten Orten in Deutschland zu sehen, manche schwerer zu ertragen als andere. Wie und welche Bauwerke, die zwischen 1933 und 1945 entstanden sind, erhalten werden sollen, darüber wurde und wird auch weiterhin viel diskutiert. Denn die Ideologie der Nazis lebt in diesen Bauwerken weiter. Und an wenigen Orten wird das so ersichtlich wie auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

Hinter einem See und einer Reihe Bäume steht ein riesiges, weißes, zweigeschossiges Gebäude, das sich in der stillliegenden Wasseroberfläche spiegelt.
Foto: Travelling Jack / shutterstock

Der ganze Größenwahnsinn der Nazis wird in der Gigantomanie der Zeppelintribüne oder der unvollendeten Kongresshalle sichtbar. Die schon albern riesigen Bauwerke zeigen das Selbstverständnis des Nationalsozialismus – dienen heute aber Bildungszwecken. Im „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“, das im Nordflügel der Kongresshalle untergebracht ist, informiert eine Dauerausstellung über die Geschichte der Reichsparteitage und des Geländes in Nürnberg, aber auch über die Nürnberger Gesetze und die Nürnberger Prozesse. Keine leichte Kost, aber trotzdem sehenswert.

👉 Mehr Informationen gibt’s auf der Website des Dokumentationszentrums. Achtung: Aktuell gibt es aufgrund eines Umbaus nur die Interimsausstellung „Nürnberg – Ort der Reichsparteitage. Inszenierung, Erlebnis und Gewalt“ zu sehen. Die eigentliche Dauerausstellung soll aber im Lauf des Jahres 2026 wieder zugänglich werden.

Aachener Dom | NRW

Tjaahaa, hier hätten wohl manche den Kölner Dom erwartet. Im Vergleich zum Aachener Dom ist der aber gar nicht mal so geschichtsträchtig. Der Dom in Aachen ist sehr viel älter. Gebaut wurde das Zentrum des Aachener Wahrzeichens, das Oktogon, nämlich schon Ende des 8. Jahrhunderts als Kapelle für die Kaiserpfalz von Aachen – also eine Art temporären Wohnsitz des Kaisers. Und das war in der Zeit kein geringerer als Karl der Große, der seine Zeit besonders gern in Aachen verbracht hat.

Ein simpler, steinerner Thron steht auf einem Podest mit vier Treppenstufen. Die Fliesen rundherum sind kunstvoll gearbeitet, an der Wand hinter dem Thron fällt etwas Licht durch zwei längliche Buntfenster.
Der Thron Karls des Großen | Foto: Puntacristo / shutterstock

Im Laufe der Jahrhunderte mauserte der Dom sich dann zum traditionellen Krönungsort der römisch-deutschen Könige. 1531 wurde hier zum letzten Mal ein König gekrönt. Und noch heute steht in der Kirche selbst als stiller Zeitzeuge der marmorne Thron Karls des Großen und darf bestaunt werden. In der angegliederten Domschatzkammer gehen Besuchern beim Anblick von reichlich Gold und Silber ganz schön die Augen über. Einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Stadt und insbesondere die Geschichte als Kaiserpfalz hält dann noch das Stadtmuseum „Centre Charlemagne“ bereit. Vielleicht doch nicht so finster, das Mittelalter?

👉 Eine Übersicht aller Museen in Aachen findest du auf der Tourismuswebsite der Stadt.

Fuggerei Augsburg | Bayern

Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum ist eines der bestimmenden Themen unserer Zeit. Dass das aber keine Frage der Moderne ist, zeigt sehr anschaulich das Beispiel der Fuggerei in Augsburg. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine der, wenn nicht die älteste Sozialsiedlung der Welt, die bereits im Jahr 1521 gestiftet wurde, also vor mehr als 500 Jahren. Verantwortlich dafür war der Namensgeber Jakob Fugger. Der war als Kaufmann zu seiner Zeit wohl der reichste Mensch der Welt, mit einem Vermögen, das heute inflationsbereinigt irgendwo zwischen 200 und 400 Milliarden Euro liegen würde. Kein Wunder, dass er den Beinamen „der Reiche“ trug.

Eine Pflasterstraße führt durch eine Reihe gelb getünchter, alter Häuser mit blau-weißen Verschlägen, teilweise von herbstlich-buntem Efeu bewachsen.
Foto: Yuri Turkov / Shutterstock

Und so finanziert sich die Fuggerei mit ihren 140 Wohnungen noch heute aus dem Nachlass des alten Fuggers. Mehr als ein halbes Jahrtausend später, das muss man sich mal klar machen! Die Jahresmiete beträgt seit 1521 einen Rheinischen Gulden. Also heute 0,88 Euro. Dafür müssen die Bewohner „Augsburger, katholisch und gut beleumundet sein“. Wer sich als Nicht-Augsburger einen Eindruck verschaffen möchte, besucht einfach das Fuggereimuseum. Hier ist unter anderem eine der Wohnungen im Stil des 18. Jahrhunderts zu sehen, außerdem erfahren Besucher reichlich Spannendes zur Geschichte der Fuggerei und ihres Stifters.

👉 Noch mehr Informationen gibt’s auf der Website der Fugger-Stiftung.

Frankfurter Paulskirche | Hessen

Der Weg hin zur ersten gesamtdeutschen Demokratie 1918 war nicht einfach und brauchte mehrere Anläufe. Einer davon war die Revolution 1848/49, die ihren Höhepunkt in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche fand. Dieses frei gewählte Parlament war leider nur von kurzer Dauer, doch der demokratische Gedanke war nicht mehr totzukriegen.

Eine Kirche aus rotem Sandstein; rund um ein rundes Zentralgebäude sind links zwei kleine, quadratische Anbauten angegliedert, rechts ist noch ein Turm mit kupferner Kuppel zu erkennen. Rechts schließt ein weiteres Gebäude an, links der Kirche ist eine Straße. Ein Baum vor der Kirche zeigt, dass es Herbst ist.
Foto: Stefania Secheli / shutterstock

Heute ist die Paulskirche aufgrund ihrer runden Form nicht nur eine interessante Sehenswürdigkeit, sondern dank der Ausstellung „PAULSKIRCHE. Demokratie, Debatte, Denkmal“ auch ein informativer Anlaufpunkt in Sachen Demokratiegeschichte und gesellschaftlicher Teilhabe. Einfach eine erstklassige historische Sehenswürdigkeit in Deutschland.

👉 Hier geht’s zur Website der Paulskirche.

Gedenkstätte „Deutsche Teilung Marienborn“ | Sachsen-Anhalt

Einerseits sind Mauerfall und deutsche Wiedervereinigung bald schon 40 Jahre her (👴), andererseits können sich sehr viele Menschen in Deutschland noch an das geteilte Land erinnern. Nebem dem gut besuchten Checkpoint Charlie in Berlin steht auch der Grenzübergang Helmstedt/Marienborn sinnbildlich für die innerdeutsche Grenze, denn ein Großteil des Verkehrs zwischen der Bonner Republik und der DDR verlief hier entlang: zwischen Helmstedt in Niedersachsen und Marienborn im heutigen Sachsen-Anhalt. Und hier wurde auch erstmals die Grenze am Abend des 9. November 1989 überschritten.

Auf einem Parkplatz steht eine breite, überdachte Durchfahrt mit drei Spuren, jeweils von Containern getrennt. Davor ein runder Turm, auf dem Lautsprecher angebracht sind.
Foto: Sina Ettmer Photography / shutterstock

Sechs Jahre nach der Wiedervereinigung, am 13. August 1996, wurde auf dem Gelände dann die Gedenkstätte „Deutsche Teilung Marienborn“ eröffnet. Erhalten sind unter anderem das ehemalige Stabsgebäude, ein Kommandoturm, die Kontrollbrücke und eine Rollsperre. Die 2020 aktualisierte Dauerausstellung im Stabsgebäude gewährt dabei Einblicke in den Betrieb des Grenzübergangs, vom 28. März bis zum 5. April 2026 läuft außerdem die Sonderausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“.

👉 Hier geht’s zur Website der Gedenkstätte.

Brandenburger Tor | Berlin

Zugegeben, das Brandenburger Tor führen wir hier stellvertretend für die unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten in Berlin auf. Da müssten wir mal eine eigene Liste erstellen. Aber kein Bauwerk in der Hauptstadt steht eben so sehr für ihre bewegte Geschichte wie das Tor. Errichtet wurde das Wahrzeichen Ende des 18. Jahrhunderts und hat seither viel gesehen, von Napoleon über Wilhelm I., vom Fackelmarsch der Nazis bis zum Mauerfall und schließlich der Loveparade. Und auch die Farbattacke durch die Letzte Generation im September 2023 zeigt, dass das Brandenburger Tor wenig von seiner symbolischen Wirkung eingebüßt hat. Kein Berlinbesuch ohne Abstecher zum Brandenburger Tor.

Frau in gelben Overall spaziert durchs Brandenburger Tor in Berlin
Foto: Claudio Schwarz

Haithabu | Schleswig-Holstein

Es gibt sie schon lange nicht mehr, aber viele Menschen sind noch heute fasziniert von den Wikingern. Langhaarige Raubeine aus dem Norden, die Europa in Angst und Schrecken versetzt haben. Und sogar im heutigen Deutschland haben sie ihre Spuren hinterlassen, nämlich in Schleswig-Holstein. Die Siedlung Haithabu war vor gut 1.000 Jahren einer der bedeutendsten Handelsplätze zwischen Nord- und Ostsee, bevor er wohl Mitte des 11. Jahrhunderts zerstört wurde.

Luftaufnahme eines flachen Gebäudekomplexes, dessen einzelne Module skandinavischen Langhäusern nachempfunden sind. Der Komplex liegt am waldigen Ufer eines Flussarms.
Foto: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen / Aldo

Doch seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde durch fleißige Archäologen immer mehr der alten Wikingersiedlung zutage gefördert, und diese Funde füllen heute das Wikinger-Museum Haithabu in Busdorf. Seit 2005 zeigt das nahegelegene Freilichtmuseum außerdem eine Rekonstruktion einiger Häuser der Wikinger, sodass Besucher hier wortwörtlich in die Vergangenheit reisen können. Absolutes Highlight ist das Wrack des Langschiffs „Haithabu 1“, eines der größten je gefundenen Langschiffe. Aufregend!

👉 Hier geht’s zur Website des Wikinger-Museums.