CLICK HERE FOR OUR ENGLISH WEBSITE
Die Cover für "Die drei ??? und der Doppelgänger" und "Die drei ??? und die singende Schlange" nebeneinander auf schwarzem Grund.
Foto: 2026 Franckh-Kosmos-Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart

Bekanntes Cover, unbekannte Künstlerin: Neue Ausstellung zu Aiga Rasch in Hamburg

Zahlreiche deutsche Hörspielfans kennen ihre Werke, aber wohl die wenigsten ihren Namen: Aiga Rasch. Die schwäbische Künstlerin gestaltete gut 100 Cover der deutschen Buch- und Hörspielausgaben der Jugendbuchreihe „Die drei ???“ sowie zahlreiche deutsche Ausgaben von Sherlock Holmes. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt nun ihr Wirken.

Es gibt wohl niemanden in Deutschland, der nicht schon einmal eines der Werke von Aiga Rasch gesehen hätte. Höchstwahrscheinlich unwissentlich. Denn die Künstlerin war maßgeblich für die unverwechselbaren Cover der Reihe „Die drei ???“ verantwortlich, mit kräftigen Farben in schwarzem Rahmen. Ein schneller Blick reicht, um eines der Bücher oder Hörspiele im Regal oder im Streamingdienst sofort zu erkennen.

Von Nancy Drew zu den drei Fragezeichen: Wie Aiga Raschs Bildsprache entstand

Ihre ersten Cover-Gestaltungen entwarf Rasch bereits mit Anfang 20, Mitte der 1960er-Jahre, für die Detektivgeschichten um Nancy Drew. Mit ihren Covern für „Die drei ???“, die sie ab 1969 gestaltete, formte sich dann ihre heute bekannte Bildsprache aus, die vom starken Kontrast und simplifizierten Formen lebt. Von den ersten Entwürfen war der damalige Verlagsleiter bei Kosmos – der Stuttgarter Verlag, in dem die Buchrreihe bis heute erscheint – alles andere als begeistert, doch Rasch konnte sich durchsetzen. Und der Erfolg gab ihr Recht.

Weit weniger bekannt, aber nicht minder eindrücklich sind die Cover, die Rasch für die ebenfalls bei Kosmos erschienene Reihe „Alfred Hitchcocks Gruselkabinett“ entworfen hat. 15 Bände, erschienen zwischen 1975 und 1986, tragen ihre Handschrift und erinnern mit schwarzem Hintergrund und weißer Titelschrift stark an das Design von „Die drei ???“. Für die Gestaltung von 22 in den 1980er-Jahren veröffentlichten Bänden einer deutschen Sherlock-Holmes-Ausgabe wiederum wich Rasch von ihrem Stil ab. Die Cover sind wesentlich szenischer angelegt.

Die Ausstellung in Hamburg: So hat die Künstlerin gearbeitet

Vom 2. September 2026 bis zum 14. März 2027 widmet sich nun die Ausstellung „Aiga Rasch und ihre Detektive. Die drei ??? und Sherlock Holmes“ im Altonaer Museum in Hamburg dem Lebenswerk der 2009 verstorbenen Illustratorin. Gezeigt werden Skizzen, Originalentwürfe und Vorlagen, anhand derer der kreative Prozess Raschs nachvollziehbar wird: von der ursprünglichen Recherche in Zeitschriften und Bildarchiven über erste Entwürfe und Skizzen bis hin zu den bekannten und veröffentlichten Endfassungen. Besucher können Rasch förmlich über die Schulter gucken.

Hinweis: Ab Anfang Dezember werden die meisten der gezeigten Werke aus konservatorischen Gründen ausgetauscht. Ein zweiter Besuch der Ausstellung lohnt sich also.

Auch der Bezug zu Hamburg wird in der Ausstellung thematisiert. Denn die unter dem Label „Europa“ veröffentlichten „Die drei ???“-Hörspiele, die ebenfalls die Cover von Aiga Rasch tragen, werden bis heute in der Hansestadt von Regisseurin Heikedine Körting produziert. Die dürfte den meisten Hörern vor allem als Stimme bekannt sein: Die Regisseurin übernimmt unter anderem die wiederkehrende Rolle des sprechenden Vogels „Blacky“.

Nicht nur die Ausstellung selbst, auch das Begleitprogramm ist einen Besuch mehr als wert. Wer sich schöpferisch mit dem Werk der Künstlerin auseinandersetzen will, hat dazu bei einem der unterschiedlichen Workshops Gelegenheit. So können Teilnehmer anhand der Arbeitsweise von Aiga Rasch selbst ein Cover für einen Fall der drei Detektive entwerfen. Wie viel darf ins Bild, was darf verraten werden? Dann gilt es zu hoffen, dass der Verlag diesen auch abnimmt. Die Entwürfe müssen von den Teilnehmern nämlich vor einer anwesenden Redaktion verteidigt werden.

Aiga Rasch und ihre Detektive. Die drei ??? und Sherlock Holmes, 02.09.2026–14.03.2027, Altonaer Museum, Hamburg, Montag, Mittwoch, Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag von 10 bis 19 Uhr, Dienstag geschlossen. Tickets für 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Hier geht’s zur Website der Ausstellung.