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Schlossgarten des Schloss' Bürresheim, einer der Drehorte in Rheinland-Pfalz
Laura Rinneburger

Rheinland-Pfalz: Wo Goethe auf Indiana Jones trifft

Text
Simone Sever

Ob das romantisch anmutendes Lahntal, das mittelalterliche Beilstein an der Mosel oder Schloss Bürresheim in der Eifel – Rheinland-Pfalz ist immer wieder Schauplatz berühmter Filme oder literarischer Handlungen. Ihr wollt wissen, welche dieser besonderen Orte einen Besuch lohnen? Hier kommt ein Überblick der Drehorte in Rheinland-Pfalz.

Goethes Spuren und Werthers Wurzeln

Mittelalterliche Plätze, verwinkelte Gassen, pittoreske Fachwerkhäuser und dazu ein alles überragender Dom. Kein Wunder, dass Wetzlar im Lahntal ein beliebtes Ziel ist. Literaturfreunde wissen das längst, denn die romantische Kulisse diente als Schauplatz des berühmten Briefromans „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe, der den Dichter berühmt machte.

Alte Lahnbrücke in Wetzlar im Lahntal
Dominik Ketz

Wer den Spuren Goethes folgen möchte, der wird im Lottehaus in Wetzlar, dem Elternhaus von Charlotte Buff, der leidenschaftlichen Liebe Goethes und Verlobten seines Freundes Johann Christian Kestner, in die Welt des 18. Jahrhunderts eintauchen können. Drei Räume des Hauses sind zudem Goethes „Werther“ gewidmet und zeigen neben dem Erstdruck des Werks auch viele weitere Exponate, die die Wirkung in der damaligen Zeit und das „Werther-Fieber“ spürbar machen.

Kostümführungen mit Lotte und Goethe, auf den Spuren der Literatur in Rheinland-Pfalz
Dominik Ketz

Bei Kostümführungen mit Lotte und Goethe, Stadtführungen auf Goethes Spuren, einer Wanderung auf dem Goetheweg oder einer kulinarischen Stadtführung mit Goethe-Menü erfahren Besucher alles über den berühmten Dichter und seine unerfüllte Liebe. 

Indiana Jones in der Eifel

Schloss Bürresheim nahe Mayen in der Eifel ist ein wirklich eindrucksvolles Bauwerk aus dem Mittelalter. Mit seinen spitzen Dächern und zahlreichen Erkern sowie einem Hof, der von Gebäuden mit buntem Fachwerk und zahlreichen Türmchen aus fünf verschiedenen Epochen umgeben ist, scheint es geradezu einem Märchenbuch entsprungen zu sein. Kein Wunder also, dass sein Ruf bis nach Hollywood reichte und es 1989 für Außenaufnahmen von „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ genutzt wurde. Das Schloss stellt das fiktive Schloss Brunwald an der deutsch-österreichischen Grenze dar. Dort wurde Professor Henry Jones Senior alias Sean Connery festgehalten. 

Einer der Drehorte in Rheinland-Pfalz ist das Schloss Bürresheim, das als Schauplatz für Indiana Jones diente
Laura Rinneburger

Dornröschen und Engel an der Mosel

Die Burgruine Metternich der 140-Einwohner-Gemeinde erhebt sich hoch über die Weinberge und erinnert an längst vergangene Zeiten. Etwas verschlafen, aber durchaus wunderschön. Dornröschen an der Mosel. Der Beilsteiner Marktplatz aus dem 14. Jahrhundert, die historische Winzerschänke an der Klostertreppe und das Zehnthaus mit seinem eindrucksvollen Gewölbekeller zählen zu den besonderen Sehenswürdigkeiten. In kaum einem anderen Dorf der Region hat sich das mittelalterliche Stadtbild so gut erhalten und so verwundert es nicht, dass heute der gesamte Ortskern als Ensemble unter Denkmalschutz steht.

Drehorte in Rheinland-Pfalz: Die Burg Metternich in Beilstein
Dominik Ketz

Eine wirklich romantische Kulisse, die eben nicht nur Touristen, sondern auch Filmteams anzieht. Ob 1936 Heinz Rühmann mit „Wenn wir alle Engel wären“ oder 1998 die BBC für die TV-Serie „Vanity Fair“, Beilstein ist auf jeden Fall ein Hingucker. Übrigens: einer der 30 Beilsteiner, die damals als Komparsen an der BBC-Produktion beteiligt waren, ist Rainer Vitz. Der nimmt Interessierte heute mit auf seine Tour „700 Jahre Beilstein“ und hat viele unterhaltsame Anekdoten rund um die Filmgeschichte des Ortes zu erzählen. 

Heimat hoch drei im Hunsrück

Die Familienchronik Heimat, in die das weltpolitische Geschehen ab dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Jahrtausendwende einfließt, hat den Filmemacher Edgar Reitz international bekannt gemacht. Fans können im neuen Edgar-Reitz-Filmhaus in Simmern in die Filmwelten eintauchen. Die großformatigen Plakate des in Trier geborenen Künstlers Willi Laschet, einem der letzten Maler großflächiger Kinoplakate, sind eine besondere Attraktion.

Paar betrachtet Filmplakate im Edgar-Reitz-Filmhaus in Simmern
Eike Dubois

Weiter geht die Heimat-Spurensuche im Günderode-Filmhaus, das in den Weinbergen über Oberwesel liegt und als Dreh- und Angelpunkt im dritten Teil der Reihe diente. Der ehemalige Uhrmacherladen von Edgar Reitz‘ Vater in Morbach beherbergt heute das Café Heimat mit eigener Rösterei. Im Anbau des Cafés liegt mit 30 Plätzen das kleinste Kino in Rheinland-Pfalz mit moderner Bild- und Tontechnik. Es trägt den Namen „Heimat“, zählt zu den Programmkinos und zeigt natürlich auch Filme von Edgar Reitz.