Endlich mal ein Erbe, über das es keinen Streit gibt. Denn die vielen Einträge im Unesco-Weltkulturerbe, die im südlichen Bayern liegen, sind für alle da! Wir wissen, wohin du unbedingt deinen nächsten Ausflug unternehmen solltest.
Schloss Linderhof in den Ammergauer Alpen
Außerhalb Bayerns bringen viele Menschen wohl nur Neuschwanstein mit Ludwig II. in Verbindung. Doch der Märchenkönig hat seiner Baulust auch noch an anderer Stelle Ausdruck verliehen. Etwa in Form des Schlosses Linderhof in den Ammergauer Alpen, das als sein Lieblingsschloss galt. Immerhin ist es das einzige, in dem der Monarch tatsächlich gelebt hat. Inmitten des bildhübschen Naturparks Ammergauer Alpen sind das Schloss und der dazugehörige Schlosspark eine echte Augenweide. Nicht zuletzt die 2025 wiedereröffnete Venusgrotte machen einen Ausflug mehr als lohnend. Seit 2025 hält das Schloss übrigens auch den Titel als Unesco-Welterbe. Unser Tipp: Den Besuch noch um einen Schlenker zum nahegelegenen Kloster Ettal mit seiner beeindruckenden Basilika ergänzen. Und bis nach Oberammergau und den dortigen Passionsspielen ist es auch nicht weit.
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Schloss Herrenchiemsee im Chiemsee-Alpenland
Der Chiemsee ist wohl ohne Zweifel eines der idyllischsten Gewässer nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland. Die beiden Ausflugsziele der Wahl dort sind die Herren- und die Fraueninsel, die ihre Namen tatsächlich daher haben, dass dort im Frühmittelalter jeweils ein Mönchs- und ein Nonnenkonvent gestiftet wurde. Während im Frauenkloster noch heute Benediktinerinnen leben und wirken, wurde das Kloster auf der Herreninsel im 19. Jahrhundert zum heutigen Schloss Herrenchiemsee umgewandelt – das übrigens seit 2025 Teil des Unesco-Welterbes ist. Erstklassige Destinationen für einen beschaulichen Wochenendausflug sind Schloss und Kloster gleichermaßen, und dank ganzjähriger Anbindung per Schiff sind sie auch noch herrlich unproblematisch zu erreichen. Überhaupt ist die gesamte Region mit mehr als 30 Seen, mystischen Mooren und der malerischen Voralpenlandschaft echter Balsam für die geplagte Städterseele.
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Unesco Global Geopark Ries
So einen Ort gibt es nur einmal: An der Grenze Bayerns zu Baden-Württemberg liegt der Rieskrater. Der wohl am besten erhaltene Einschlagskrater Europas. Forscher gehen davon aus, dass hier vor etwa 14,5 Millionen Jahren ein Meteorit auf die Erde niederging, der die Oberfläche bis heute prägt. Rund um die zentral gelegene Stadt Nördlingen, den Krater und den Kraterrand wurde deshalb der „Unesco Global Geopark Ries“ eingerichtet, der Forschende aus der ganzen Welt anzieht und sogar von Astronauten als Trainingsort genutzt wird. Die spannende geologische Geschichte können Besucher entweder mittels der vielen Themenwege und Radrouten auf eigene Faust entdecken oder auf einer Tour mit einem der zertifizierten Geopark-Ries-Guides. Erinnerungswürdig wird der Ausflug in den Krater so oder so.
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Das Augsburger Wassermanagement-System
Aus gleich 22 unterschiedlichen Orten, Gebäuden und Objekten besteht das Unesco-Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System“. Das klingt erstmal etwas trocken, dahinter verbirgt sich aber eine spritzige Angelegenheit. Denn in Augsburg ist über Jahrhunderte ein beeindruckendes, filigranes Geäst aus Brunnen, Kanälen, Wasserwerken und -läufen entstanden, die gemeinsam eine beinahe uhrwerkhafte Versorgung mit frischem Trinkwasser und Brauchwasser garantieren – und ganz nebenbei mit technikgeschichtlicher und kunsthistorischer Bedeutung gleichermaßen glänzen. Genau das hat die Unesco 2019 als erhaltenswert angesehen und dem ganzen Gebilde den Stempel „Welterbe“ aufgedrückt. Top! Erleben lässt sich dieses vernetzte Wunderwerk am besten im Rahmen einer Führung.
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Prähistorische Pfahlbauten am Starnberg-Ammersee
Die Roseninsel im Starnberger See ist gleich auf mehrfache Weise ein Ausflugsziel mit historischer Dimension. Zum einen sind hier noch heute Reste eines prähistorischen Pfahlbaus zu sehen. Unter der Wasseroberfläche sind mehr als 5000 Jahre alte Holzpfähle erhalten, auf denen einst die Bewohner der Insel ihre Häuser errichtet haben. Sie sind Teil des dezentralen Unesco-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen“, zu dem insgesamt 111 Fundstellen in sechs verschiedenen Staaten gehören. Aber auch in jüngerer Vergangenheit wurde hier Geschichte geschrieben. Maximilian II. baute die Insel zu einem Rückzugsort aus und später haben sich hier Sisi und der bayerische König Ludwig II. getroffen. Heute lassen sich diese Begegnungen auf einer Führung ergründen.

Die Wieskirche im Pfaffenwinkel
Viel idyllisch-bayerischer wird’s nicht mehr: Die Wieskirche im Pfaffenwinkel wirkt einfach wie hingemalt, wie sie da auf dem grünen Felde und von der genau richtigen Anzahl an Bäumen kunstvoll eingerahmt steht. Der Rokokobau, mit bürgerlichem Namen „Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“, ist bereits seit mehr als 40 Jahren Teil des Unesco-Welterbes. Kein Wunder, denn ist die Kirche von außen schon ein echtes Postkartenmotiv, dürften Besuchern im Innern die Augen übergehen vor lauter Prunk, Protz und Detailarbeit. Ob nun zum stillen Gebet, für einen hohen Feiertag oder ganz einfach als Etappenziel einer Radtour oder Wanderung: die Wieskirche ist die richtige Adresse.
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Immaterielles Erbe: Alpwirtschaft in Bad Hindelang
Nicht jedes Erbe muss dinglich sein. Das zeigen gleich zwei Beispiele aus dem Allgäu. Denn hier steht die für die Region charakteristische Alpwirtschaft auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco. Durch die nämlich wird das unvergleichliche Landschaftsbild des Allgäus gehegt und gepflegt. In Bad Hindelang stehen sogar 80 Prozent der Gemeindefläche unter Landschafts- und Naturschutz. Die traditionelle Beweidung fördert die Artenvielfalt und der Verkauf regionaler Produkte sorgt für das Einkommen der hiesigen Bauern. In manchen Alpgebäuden wird sogar noch heute Käse von Hand hergestellt. So eine Leckerei ist natürlich das perfekte Mitbringsel von einem Ausflug ins Allgäu.









