Schaffe, schaffe, Häusle baue – schön und gut. Aber irgendwann müssen auch der fleißigste Schwabe und der findigste Badener einmal Pause machen. Zum Glück mangelt es Baden-Württemberg nicht an grünen Ecken und Kraftorten in der Natur, an denen gestresste Städter zur Ruhe kommen können.
Klangoase im Luisenpark Mannheim
Pssst, was klingt denn da? Besucher im Luisenpark Mannheim dürften beim Besuch der Grünanlage überrascht sein, wenn sie auf der Ruheinsel plötzlich das Klimpern eines Klaviers oder den zarten Ton einer Geige hören. Die Klänge scheinen direkt aus den Bäumen zu kommen. Tatsächlich steckt dahinter der Mannheimer Komponist Peter Seiler, der für den Park sechs verschiedene Klangbilder entworfen hat. Mal mit tatsächlichen Instrumenten, mal mit den Tönen der Natur. Auf den bereitgestellten Liegen auf der Insel können die Gäste des Parks dazu sanft wegdösen.
👉 Hier geht’s zur Website des Luisenparks.

Pfade der Stille im Jagsttal
Endlich mal abschalten vom Alltagsstress. Der kommt oft einher mit zig nervigen Geräuschen, vom Handybimmeln über das Teams-Pling bis hin zum (in 99 Prozent der Fälle!) unnötigen Hupen im Straßenverkehr. Genau dafür gibt es die Pfade der Stille im Jagsttal. Die 16 Routen zwischen drei und 27 Kilometern führen zu alten Wallfahrtskapellen, mysteriösen Grotten und unverrückbaren Bäumen. Orte eben, an denen Spaziergänger und Wanderer mitten in der Natur innehalten und Kraft tanken können. Wenn es im Sommer richtig heiß wird, ist der Pfad zum Eiskeller in Dörzbach zudem extra erfrischend. Und beim Pendeln am Montag ist die Hand dann ja vielleicht nicht ganz so schnell auf der Hupe…
👉 Hier geht’s zur Website der Pfade der Stille.

Der Wu-Wei-Wasserweg in Bad Peterstal-Griesbach
Einfach mal im Fluss sein – wenn es doch nur so simpel wäre. Zumindest ein bisschen einfacher dürfte dieses hehre Ziel Wanderern auf dem Wu-Wei-Wasserweg in Bad Peterstal-Griesbach fallen. Hier nimmt Yoga-Lehrerin Anna Karina Cassinelli Vulcano interessierte Gruppen mit, um die Kraft des Wassers beim Wandern zu ergründen. Entlang des Ufers der Wilden Rench geht es darum, sich nicht aufs Negative zu konzentrieren, sondern stattdessen dem natürlichen Lauf der Dinge zu folgen. Entlang der Tour werden kleine Stopps für Achtsamkeits- und Atemübungen eingelegt. Die natürliche Schönheit des Schwarzwalds tut dann ihr Übriges.
👉 Nächste Termine am 1.8., 15.8. und 26.9. Mehr Infos gibt’s auf der Website der Nationalparkregion Schwarzwald.

Kirchen und Kapellen im Schwarzwald
Ob man nun gläubig ist oder nicht: Kirchen, Kathedralen und Kapellen verströmen schon durch ihre Bauweise und Erhabenheit viel Ruhe und auch Mystik. Wer davon nicht genug kriegen kann, nimmt einen der beiden „Schöpfungswege“ entlang der Schwarzwaldhochstraße in Angriff. Die hören auf die klingenden Namen „In himmlischer Ruhe“ und „Dem Himmel nahe“ und führen nicht nur in Himmelsnähe – nämlich nach oben –, sondern auch mitten durch die erbauliche Natur des Schwarzwalds. Nicht minder erbaulich präsentiert sich der geistliche Seerundweg am Mummelsee, der mit gut zwei Kilometern zudem herrlich gemütlich daherkommt.
👉 Mehr Informationen auf der Website der Nationalparkregion Schwarzwald.

Der Yoga-Natur-Pfad in Lauterbach
Wer sich (wie manche Redaktionsmitglieder) schon lange vorgenommen hat, endlich mal mit Yoga anzufangen, hat in Lauterbach im Vorbeigehen die Chance. Genau dafür ist der Yoga-Natur-Pfad da. Rund um den Berg Boschel können Wanderer an acht verschiedenen Stationen Yoga-Übungen ausprobieren, ob „Stabiler Stand“, „Mutiger Held“ oder „Baumhaltung“. Am Ende folgt eine Schlussmeditation. So einfach kann es sein.
👉 Hier geht’s zur Website von Lauterbach im Schwarzwald.

Coolcation auf der Schwäbischen Alb
Um sich richtig mit den Problemen des Alltags auseinanderzusetzen, braucht es manchmal einen kühlen Kopf. Was aber im Hochsommer etwas schwierig sein kann. Die Lösung des Problems: ein Ausflug auf die Schwäbische Alb. Bekanntermaßen ist es dort, auf einer Höhe von bis zu 1.000 Metern, in der Regel ein paar Grad kühler als im Flachland. So können Kurzurlauber bei besten Temperaturen radeln, wandern, die Natur genießen und dabei den Kopf freikriegen. Oder sich direkt in einen der zehn erfrischenden Badeseen auf der Ostalb stürzen. Herrlich!
👉 Hier geht’s zur Tourismus-Website der Schwäbischen Alb.
Keltenkultur im Donaubergland
So, Zeit für Kultur! Schon vor Jahrtausenden war das Donaubergland von den alten Kelten besiedelt. Und die haben ihre Spuren hinterlassen. Bei Böttingen führt eine kurze Wanderung zum Götzenaltar, einem gespaltenen Felsblock, der früher wohl zu kultischen Zwecken genutzt wurde. Das zumindest legen die antiken Gräber nahe, die hier gefunden wurden. Zur Anlage gehören auch mehrere Grabhügel sowie eine kaum mehr erkennbare Viereckschanze. Nur wenige Kilometer entfernt, in Egesheim, wartet mit dem Heidentor eine ähnliche Kultstätte. Rund um den natürlichen Felsbogen wurden ebenfalls keltische Artefakte ausgegraben.
👉 Hier geht’s zur Website des Donauberglands.
Hoch hinaus auf den Belchen
Dass der Schwarzwald in der Tat ein Gebirge ist, merken ambitionierte Wanderer beim Aufstieg auf den Belchen. Der ist mit 1.414 Metern immerhin der vierthöchste Berg des Schwarzwalds. Der Kreislauf mag beim Weg hinauf nicht ganz in sich ruhen, oben angekommen werden Ruhesuchende dafür mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Region belohnt. Bei gutem Wetter geht der Blick bis ins Rheintal. Den haben wohl auch schon die alten Kelten – da sind sie wieder – genossen, die dem Berg kurzerhand den Beinamen „der Strahlende“ verpasst haben sollen.
👉 Hier geht’s zur Tourismus-Website der Region Schwarzwald.

Die älteste Tanne Deutschlands
Was könnte erholsamer sein als ein Spaziergang mit Senioren? Oder in diesem Fall „zu“ Senioren. Denn die Danieltanne bleibt im besten Fall an Ort und Stelle, fest verwurzelt. Der imposante Baum besitzt nicht nur den größten Umfang aller Schwarzwaldtannen, sondern ist mit 400 Jahren auf dem Buckel wohl die älteste Tanne in der gesamten Bundesrepublik. Wem beim Anblick die Ehrfurcht packt, kann sich auf dem nahegelegenen Rundweg „Waldsinn“ wieder beruhigen. Dort stehen mehrere Holzliegen für ein kleines Päuschen unterm Blätterdach bereit.
👉 Hier geht’s zur Website des Hochschwarzwalds.

Himmel und Hölle im Fürstlichen Park Inzigkofen
Vor 200 Jahren herrschte hierzulande die Romantik, von der Literatur über die Musik bis zur Gärtnerei. Und noch heute versprühen einige der damaligen Ideen und Werke ihre Ruhe. So etwa der Fürstliche Park Inzigkofen, damals angelegt im Auftrag der Fürstin Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg im Stile eines Englischen Gartens. Die Lage direkt an der Donau ist für sich schon ein Hingucker, hinzu kommen fantastische Strukturen und Bauwerke wie Hänge- und Teufelsbrücken, Himmelsleiter und Höllenschlucht sowie eine Eremitage. Die 25 Hektar große Anlage ist durchzogen von Wegen, auf denen unendlich gelustwandelt und spaziert werden kann.
👉 Hier geht’s zur Website der Gemeinde Inzigkofen.

Häufige Fragen zur Natur in Baden-Württemberg
Welche Naturparks gibt es in Baden-Württemberg?
Baden-Württemberg beherbergt mehrere Naturparks wie den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, den Naturpark Südschwarzwald, den Naturpark Obere Donau, den Naturpark Neckartal-Odenwald, den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, den Naturpark Stromberg-Heuchelberg und den Naturpark Schönbuch.
Welche Gewässer prägen die Natur in Baden-Württemberg?
Zu den prägenden Gewässern gehören der Bodensee als größter See Deutschlands, die Donau mit dem oberen Donautal auf der Schwäbischen Alb, der Titisee und Schluchsee im Schwarzwald sowie zahlreiche kleinere Seen wie der Ebnisee im Schwäbischen Wald und der Breitenauer See nahe der Weinstraße.
Welche besonderen Landschaftsformen finden sich in Baden-Württemberg?
Typisch sind die Mittelgebirge Schwarzwald und Odenwald, die Karstlandschaft der Schwäbischen Alb mit Höhlen wie der Wimsener Höhle, tiefe Schluchten wie die Wutachschlucht, Wasserfälle wie die Triberger und Uracher Wasserfälle sowie eiszeitlich geformte Täler und Felsen.
Wie artenreich ist die Natur in Baden-Württemberg?
Die Natur in Baden-Württemberg gilt als sehr artenreich, mit dichten Mischwäldern, Heideflächen, Feuchtgebieten und Flussauen. Besonders geschützte Gebiete wie der Nationalpark Schwarzwald, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb und verschiedene Naturparke bieten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.





