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Eine Person in einem gelben Sommerkleid steht genau mittig vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
Foto: Claudio Schwarz

Ein Magnet sagt mehr als tausend Insta-Storys

Du warst in Berlin. Drei Tage, sagen wir. Techno, Späti, der eine schräge Abend in Neukölln, an den du dich nur halb erinnerst. Und was davon landet zu Hause im Regal? Ein Kühlschrankmagnet. Klingt despektierlich, ist aber Statistik. Wir hätten da ein paar Alternativen für Souvenirs aus Berlin im Angebot.

In den Berlin Tourist Infos von visitBerlin sind Magnete mit rund 35 Prozent das meistverkaufte Souvenir, mit großem Abstand. Mehr als ein Drittel aller Mitbringsel ist also ein bedrucktes Stück Blech, das später Pizzaprospekte am Kühlschrank festhält. Der Rest des Treppchens:

  • Magnete: 35 Prozent
  • Postkarten: 14 Prozent
  • Schlüsselanhänger: 11 Prozent
  • Mauerstücke: 7 Prozent
  • Tassen: 5 Prozent

Postkarten auf Platz zwei, obwohl die letzte echte Postkarte vermutlich 2009 verschickt wurde. Mauerstücke auf Platz vier, weltgeschichtliche Zäsur im Kaugummi-Format. Man könnte es so sagen: Aus einer der komplexesten Städte Europas nehmen wir vor allem das mit, was klein ist, leicht ist und in die Jackentasche passt.

Jetzt auch zum Selberbauen

Neu im Sortiment, und ehrlich gesagt der interessanteste Teil: Bausteinsets vom Berliner Label BRYX. Fernsehturm, Brandenburger Tor, East Side Gallery, die Beton-Ikone ICC und der Funkturm, der dieses Jahr 100 wird. Statt fertiges Mini-Tor zu kaufen, baust du dir dein Berlin selbst zusammen. Erwachsene-mit-Klemmbausteinen-Trend trifft Städtetourismus. Funktioniert vermutlich besser als jeder Magnet, weil du eine halbe Stunde investierst statt drei Euro.

Eine Vitrine mit verschiedenen Sets des Berliner Klemmbaustein-Herstellers Bryx. Die Sets lassen sich zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Berlin zusammenbauen.
Foto: VisitBerlin

Currywurst im Glas und Parfum im Fernsehturm

Daneben wird’s lokal: Currywurst-Sauce im Glas, Popcorn von Knalle, Berliner Honig, Socken mit Berlin-Motiven von OffBeat. Das vielleicht schrägste Stück ist das Parfum „Breath of Berlin“ im Flakon in Fernsehturm-Form. Berlin als Duft. Über die Geruchsnote schweigen wir hier lieber.

Hinter den lokalen Sachen steckt die Initiative „Crafted in Berlin“, die Produkte aus echten Berliner Manufakturen sichtbar macht. Der sympathische Gegenentwurf zum Massenmagnet: Handwerk statt China-Import.

Und, lohnt sich das?

Shopping gehört für viele fest zum Trip, zwölf Prozent der internationalen und 18 Prozent der deutschen Gäste zählen es zu ihren Top-Aktivitäten. Die Souvenirs gibt’s an vier Berlin Tourist Infos: Brandenburger Tor, Humboldt Forum, Hauptbahnhof, BER. Mit der Berlin Welcome Card sind 25 Prozent Rabatt drin.

Die ehrlichere Antwort auf die Frage, was man aus Berlin mitnimmt: meistens eine Geschichte, selten einen Gegenstand. Falls es trotzdem ein Ding sein muss, schlägt ein selbstgebauter Fernsehturm den dreihundertsten Magneten locker.