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Blick auf die sonnenbeschienene Westfassade des Kölner Doms mit seinen zwei charakteristischen Türmen, die in den blauen Himmel ragen.
Steht noch. | Foto: BalkansCat / shutterstock

Ein Besuch im Kölner Dom kostet bald Eintritt

Ab Sommer 2026 wird für einen Besuch im Kölner Dom ein Eintritt fällig. Das gab das Domkapitel Anfang März bekannt. Wie hoch der Preis dafür sein wird, ist noch nicht klar. Die Entscheidung sorgt in Deutschland für eine Diskussion.

Seit Jahrhunderten bestimmt der Dom das Kölner Stadtbild. Direkt am Rhein erhebt er sich majestätisch in die Höhe, und für viele Reisende ist er das erste, was sie nach dem Gang aus dem Kölner Hauptbahnhof sehen. Und tatsächlich ist der Kölner Dom die Sehenswürdigkeit in Deutschland, die von den meisten Menschen besucht wird. Gut sechs Millionen Besucher betreten das Gotteshaus jedes Jahr durch die imposante Pforte. Und zwar kostenfrei, mit Möglichkeit zur freiwilligen Spende. Doch ändert sich bald.

Denn im März 2026 hat das Domkapitel, sozusagen die Verwaltung des Kölner Doms, bekanntgegeben, dass der Eintritt in das Kölner Wahrzeichen ab Sommer 2026 Geld kosten wird. Die Höhe steht zwar noch nicht fest, aber dass der Eintritt kommt, das steht auf jeden Fall fest. Aber warum ist das nötig?

Warum kostet der Besuch des Doms bald Geld?

Der Domprobst, also der Vorstand des Domkapitels, begründet den Schritt in einer Pressemitteilung mit den steigenden Kosten zur Instandhaltung des historischen Bauwerks. Der Unterhalt für den Dom werde sich beispielsweise im Jahr 2026 auf stolze 16 Millionen Euro belaufen. Das könne nicht allein aus den finanziellen Rücklagen des Doms bezahlt werden. Zudem verlassen mehr und mehr Menschen die katholische Kirche in Deutschland, was auch zu einem engeren Budget des Erzbistums Köln führt. Die Entscheidung, für den Eintritt in Zukunft eine Gebühr zu verlangen, sei ohne Alternative, um die Pflege, den Schutz und den laufenden Betrieb des Doms zu gewährleisten.

Die Vierung an der Decke im Kölner Dom, aufgenommen mit einem Weitwinkelobjektiv.
Foto: Roberto La Rosa / shutterstock

Um die Gebühr ist in Deutschland eine Debatte entbrannt. Viele Menschen sind davon überzeugt, dass eine Kirche als Haus Gottes allen Menschen zugänglich sein soll, unabhängig vom persönlichen Einkommen. Beim Kölner Dom kommt noch hinzu, dass dieser auch für nichtgläubige Bewohner der Stadt eine emotionale Bedeutung als Wahrzeichen trägt.

Und während es in anderen Ländern oft üblich ist, Geld zu bezahlen, um eine Kirche oder Kathedrale betreten zu können, ist das in Deutschland eher selten. Oft wird nur ein Eintrittspreis für den Aufstieg in einen Turm oder den Besuch einer Schatzkammer oder eines angegliederten Museums fällig. Prominente Ausnahmen sind der Berliner Dom oder die Schlosskirche in Wittenberg, die auch für den touristischen Besuch der eigentlichen Kirche eine Gebühr erheben. Ausgenommen von den Preisen sind Besucher eines Gottesdiensts oder einer anderen kirchlichen Veranstaltung. Dieses Prinzip soll auch in Köln angewendet werden.

Kommt man auch ohne Eintritt in den Kölner Dom?

Eine Möglichkeit, um den zukünftigen Eintritt zu umgehen, zumindest indirekt, ist eine Mitgliedschaft im „Zentral-Dombau-Verein zu Köln“. Der Verein wurde im 19. Jahrhundert gegründet, um den damals unvollständigen Dom endlich fertigzubauen. Und noch heute finanzieren die Mitglieder durch Beiträge und Spenden einen Teil des jährlichen Unterhalts der Kathedrale. Barbara Schock-Werner, frühere Dombaumeisterin und Präsidentin des Vereins, sieht in der Mitgliedschaft im Verein eine Art Flatrate für Dombesuche. „Über die Mitgliedschaft im ZDV ist der freie Eintritt für den ganzen Dom garantiert“, sagt die Präsidentin in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Eine Mitgliedschaft gibt es für Privatpersonen schon ab 20 Euro Jahresbeitrag.

Aufnahme des Kölner Doms von Innen, mit Blick auf den Chor. In den Bänken zu beiden Seiten des mittleren Ganges sitzen vereinzelt Besucher.
Foto: saiko3p / shutterstock

Ein Besuch lohnt sich aber so oder so. Das riesige Bauwerk ist schon von außen eine einmalige Erscheinung. Im Innern wird die Größe des Kölner Doms noch einmal deutlicher. Zu den Höhepunkten zählen unter anderem der Dreikönigenschrein, der zahlreiche Pilger nach Köln zieht, sowie das vom Künstler Gerhard Richter entworfene Fenster im südlichen Querhaus.

Der Kölner Dom ist in der Regel jeden Tag von 6 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Während Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen kann der touristische Betrieb aber eingeschränkt sein.
👉 Hier geht’s zur Website des Kölner Doms.
👉 Hier geht’s zur Website des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln.