Wiesbaden ist oft noch ein Geheimtipp, wenn es um Städtetrips in Deutschland geht. Dabei hat Hessens Landeshauptstadt besonders für Kulturfans richtig was zu bieten! Und das Beste: Man kann die meisten Sehenswürdigkeiten in Wiesbaden auch super zu Fuß erkunden!
Besuch im Kurhaus und Casino
Das Casino in Wiesbaden – offiziell die Spielbank Wiesbaden – ist einer der geschichtsträchtigsten und bekanntesten Orte des Glückspiels in Deutschland. Schon seit dem 18. Jahrhundert wird in Wiesbaden in großem Stil „gezockt“.
Und die Location der Spielbank Wiesbaden könnte kaum spektakulärer sein: Das imposante Kurhaus im klassizistischen Stil lädt dazu ein, sich richtig schick zu machen und hier bei Poker, Roulette und Black Jack sein Glück zu versuchen! Denn auch von innen ist das Gebäude eine Augenweide, die sofort in eine andere Zeit versetzt. Der Eintritt ins Kurhaus ist frei. Fürs Spielkasino muss man allerdings einen Ausweis dabeihaben und mindestens 18 Jahre alt sein.

Übrigens: Zur Weihnachtszeit leuchtet in der Eingangshalle einer der schönsten Weihnachtsbäume Wiesbadens und auf der Eislaufbahn vorm Kurhaus kann man nicht nur selbst ein paar Runden drehen, sondern bei verschiedenen Events von „Wiesbaden On Ice“ staunen!
Staatstheater: Bühne frei!
Gleich zur Linken des Kurhauses thront eine weitere Kulturinstitution Wiesbadens: das Hessische Staatstheater. Hier werden das ganze Jahr Weltklasse-Produktionen präsentiert – von Kinder- und Jugend-Theater über Schauspiel und Musical hin zur Oper. Besonders spannend sind die Vorführungen im Rahmen der Internationalen Maifestspiele.


Doch auch, wer keine Zeit oder Lust auf ein Theaterstück hat, sollte dem Staatstheater unbedingt einen Besuch abstatten. Dafür reicht ein Blick ins Foyer! Hier reihen sich goldene Balkone aneinander, die Decke ist übersät mit kunstvollen Fresken. Wer einen tieferen Einblick mag, nimmt an einer Führung durch das Staatstheater teil. Neben der spannenden Geschichte des Theaters und der Verbindung zu Kaiser Willhelm II. erhält man einen umfangreichen Eindruck vom laufenden Spielbetrieb eines Theaters, vom Kulissenbau über den Kostümfundus hin zur Probebühne und dem Orchestergraben! Anschließend kann man im angrenzenden Kurpark ein bisschen frische Luft schnappen.
Schloss Biebrich und Spaziergang am Rhein
Im Süden grenzt Wiesbaden an den Rhein – hier sieht man auf der anderen Uferseite mit Mainz nicht nur Rheinland-Pfalz, sondern gleich die nächste Landeshauptstadt. Auf der Wiesbadener Seite im Stadtteil Biebrich lockt die weitläufige Parkanlage des Schlosses und die Rheinuferpromenade zu einem Spaziergang. Das Schloss Biebrich wird heute vor allem als Standesamt und für andere Behörden genutzt. Aber auch ein Restaurant und ein Kino befinden sich im Inneren des hübschen Barock-Ensembles.

Wer ein bisschen Zeit und Hunger mitbringt, kann Richtung Eltville am Rheinufer bummeln und auf einem der verschiedenen schwimmenden Restaurants bei Schierstein einkehren, besonders im Sommer ein echtes Urlaubserlebnis!
Entspannen wie die Römer im Thermalbad
Wiesbaden ist reich an heißen Thermalquellen – und hatte sich daher schon bei den Römern als Kurstadt etabliert. Besonders beliebt war Wiesbaden jedoch rund um 1900, als die Stadt mehr Kurgäste als alle anderen deutschen Kurorte zählte.
Ein Thermalbad, das aus dieser Zeit erhalten blieb, ist die Kaiser-Friedrich-Therme – benannt nach dem Kaiser, der selbst viel Zeit in Wiesbaden zur Kur verbrachte. Das im Jugendstil erbaute Bad, das von einer der großen Wiesbadener Quellen gespeist wird, ist noch heute in vollem Betrieb. Hier entspannt man zum Beispiel im sogenannten irisch-römischen Bad mit seinen aufwendigen Mosaikfliesen oder schwitzt in einer der vielen Saunen und Dampfbädern in historischem Ambiente. Wer keine Lust auf Sauna hat, bekommt auch schon im Eingangsbereich einen Eindruck der Architektur.
Architektur in Wiesbaden
Apropos Architektur: Die ist in Wiesbaden wirklich pompös! Nicht nur das Kurhaus, das Theater oder die Therme schinden Eindruck. Auch die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert lohnt einen Besuch. Das Römertor und die Heidenmauer sind noch aus der Römerzeit und die ältesten Gebäude der Stadt. Die Goldgasse gleich nebenan lädt mit vielen Restaurants samt Terrassen zum Verweilen in der Altstadt ein.

Auch cool: die einst größte Kuckucksuhr der Welt. Die umliegenden Souvenir-Shops bieten allerhand typisch deutsche Handwerkskunst an. Und wer zum Beispiel durch das Dichter-Viertel schlendert, kann die wunderschönen Wiesbadener Altbauten mit ihren pompösen Balkonen bewundern.
Kunst bestaunen im Museum Reinhardt-Ernst
Beton, Glas und ein bisschen Wow: Das neue Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden ist ein Tempel für abstrakte Kunst – und zwar einer, der richtig Eindruck macht. Mit lichtdurchfluteten Räumen und einer Sammlung, die von Rothko bis Yayoi Kusama reicht, fühlt man sich hier wie in einer anderen Welt.

Kein Kitsch, keine Kompromisse, einfach Kunst in ihrer reinsten Form. Wer Farben und Formen liebt, wird’s feiern. Und wer denkt, abstrakte Kunst sei nur wilde Kleckserei, wird hier vielleicht eines Besseren belehrt. Wiesbaden hat jetzt offiziell Kunst mit Klasse – und zwar auf 2.000 Quadratmetern. Und wer noch mehr Museum mag: Gleich gegenüber lockt das Hessische Landesmuseum mit Dauer- und Sonderausstellungen zu Kunst und Natur.
Ausflug ins Grüne zum Neroberg
Nördlich des Stadtgebietes schmiegt sich der Neroberg an die Landeshauptstadt – mit 245 Metern ein eher beschaulicher Berg. Doch nichtsdestoweniger ist der Blick von hier oben über die Stadt lohnenswert, und wer ein bisschen im Grünen spazieren mag, kann große und kleine Runden im Wald und zwischen den Weinbergen drehen. Eine historische Seilbahn führt entspannt auf den Gipfel, neben dem Neroberg-Tempel findet sich auch eine eindrucksvolle russisch-orthodoxe Kirche hier. Einer unserer liebsten Tipps für Wiesbaden im Sommer! Besonders zum Sonnenuntergang.

Kultur schnuppern im Schlachthof
Der ehemalige Schlachthof, in einem großen, roten Backsteingebäude gleich hinter dem Bahnhof, ist eine Kulturinstitution in Wiesbaden! Hier kann man im Sommer nicht nur auf der schönen Terrasse einen frischen Drink und deftiges Essen genießen. Drinnen finden das ganze Jahr Konzerte, Lesungen und viele weitere Events in Industrie-Kulisse statt. Das ganze Viertel samt Skatepark und ein paar kleinen Clubs könnte man als „Szeneviertel Wiesbadens“ bezeichnen – auch wenn das Areal zugegebenermaßen recht klein ist. Aber der Schlachthof Wiesbaden ist immer eine gute Adresse für einen geselligen Abend in Wiesbaden!