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Ein überschneiter Wohnwagen ist mit einer Lichterkette umwickelt, daneben steht ein Weihnachtsbaum
Foto: Getty Images

Mit diesen Tipps wird das Wintercamping zum Erlebnis

Wintercamping erfreut sich tatsächlich immer größerer Beliebtheit. Verschneite (und einsame) Landschaften, frische Bergluft und die Nähe zu Skipisten machen diese Reiseform zu einem besonderen Erlebnis. Doch damit dein Winterabenteuer ein Erfolg wird, gibt es einiges zu beachten. Hier unsere wichtigsten Tipps für ein gelungenes Wintercamping.

Die richtige Ausrüstung ist das A und O

Ein winterfestes Wohnmobil ist die Basis für jedes Wintercampingabenteuer. Wasserleitungen und Tanks sollten auf jeden Fall ausreichend beheizt sind. Falls sich der Abwassertank im Inneren nicht heizen lässt, einfach den Ablasshahn offenlassen und einen Eimer drunterstellen – so lässt sich das Abwasser dann als Eisblock effizient und leichter entsorgen. Und es gefriert nicht im Tank und schadet ihm womöglich.

Beim Kauf eines Wintercampers ist der Unterschied zwischen „wintertauglich“ und „winterfest“ besonders wichtig. Denn als „winterfest“ gelten nach DIN-Norm EN 1646-1 solche Fahrzeuge, deren Innenraum sich bei einer Außentemperatur von minus 15 Grad innerhalb von vier Stunden auf Minimum 20 Grad aufheizen lässt. Außerdem sind in der Norm isolierte und beheizte Frisch- und Abwassertanks vorgesehen (siehe oben). „Wintertaugliche“ Fahrzeuge hingegen werden nur bei null Grad getestet, außerdem wurde die Wasseranlage nicht überprüft.

Ein Camper fährt von einem verschneiten Berg aus genau in Richtung des Betrachters
Foto: Jordan Irving

Ausreichend Gas mitnehmen

Nichts ist schlimmer, als im Urlaub zu bibbern. Heizung und warme Getränke sind also essenziell. Eine Standard-Gasflasche mit elf Litern Volumen reicht etwa für zwei bis drei Tage, abhängig von Fahrzeuggröße, Isolierung und Außentemperatur. Wichtig: ausschließlich Wintergas nutzen, da es auch bei Minustemperaturen zuverlässig funktioniert. Außerdem sollten Funktion, Dichtigkeit und Füllstand der Gasflaschen vor der Abreise gründlich kontrolliert werden.

Bei längeren Touren (und eigentlich auch bei kurzen) sollte auch eine Ersatzgasflasche für alle Fälle mitgenommen werden. Besonders praktisch sind Gasregler mit automatischer Umschaltung. Die schalten selbstständig auf die volle Flasche, sollte eine von den beiden leer gehen. So fällt die Heizung in der Nacht nicht plötzlich aus. Und wie in Wohnungen gilt auch im Wohnmobil: Lieber konstant auf niedriger Stufe heizen als den Raum komplett auskühlen lassen. Das Wiederaufheizen verbraucht am Ende nämlich mehr Energie.

Ein junger Mann und eine junge Frau sitzen am offenen Heck eines Campervans auf Decken und Kissen, beide tragen dicke Winterkleidung. Mit je einer Metalltasse in der Hand blicken sie aus dem offenen Heck auf einen winterlichen See.
Foto: Ernest Mazarekic

Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit

Ein Hoch auf ein Vorzelt. Das ist Gold wert. Es schützt den Eingangsbereich vor Schnee und kaltem Wind und bietet Platz zum Trocknen der nassen Kleidung. Natürlich kann da auch prima die Ausrüstung vom Schneeschuhwandern, Skifahren oder Rodeln lagern. Außerdem verfügen einige im Winter geöffnete Campingplätze auch über eigene Trockenräume. Augen auf bei der Platzwahl.

Zusätzlich sollten Wintercamper regelmäßig lüften, um die in der warmen Luft gespeicherte Feuchtigkeit aus dem Fahrzeug zu befördern und so Schimmel zu vermeiden. Den will nun wirklich niemand haben. Deshalb auch regelmäßig die Lüftungsöffnungen des Fahrzeugs von Schnee befreien und grundsätzlich freihalten. Frostsichere Stromkabel gehören ebenfalls zur Grundausstattung. Sollte das Kabel längere Strecken zurücklegen müssen, sollte auf eine schneepfluggerechte Verlegung geachtet werden.

Eine Frau in Winterkleidung isst in einem Campingvan ein Stück Pizza. Draußen eine verschneite Landschaft
Foto: gbarkz

Komfort auf dem Campingplatz

Ganz ehrlich, unsere Wahl würde immer auf spezielle Wintercampingplätze fallen. Schließlich ist es mehr als angenehm, wenn die Sanitäranlagen beheizt sind, es Trockenkammern für Skikleidung gibt und – welch Luxus – sogar Saunen. Wer Wert auf solche Annehmlichkeiten legt, sollte frühzeitig buchen – gerade in beliebten Wintersportregionen.

Eine Person liegt in einer Hängematte an einem winterlichen See
Foto: Julien Riedel

Fahrzeug sicher abstellen

Es klingt banal. Aber der Winter ist eine rutschige Angelegenheit. Der Van oder das Wohnmobil sollten sicher abgestellt werden, um Probleme bei Tauwetter zu vermeiden. Ein befestiger Untergrund ist hier Gold wert, der wird nämlich auch bei Tauwetter nicht zu weich. Am besten große Bretter unter die Hubstützen legen, die Handbremse lösen und den ersten Gang einlegen, damit die Bremse nicht einfriert. Zudem sollte das Abstellen zu nah an vielen Bäumen vermieden werden. Von denen lösen sich gerne mal Schneemassen oder sogar Äste, die das Fahrzeug beschädigen können.

Fahrzeugsicherheit auf der Straße

Winterreifen mit einer Mindestprofiltiefe von vier Millimetern sind ein Muss. Schneeketten gehören auf jeden Fall ins Gepäck und natürlich auch noch Frostschutzmittel für das Scheibenwischwasser. Auch hier nur ein kleiner Reminder: Hilfreiches Zubehör sind Eiskratzer, Besen, Schneeschaufel oder Klappspaten sowie ein Enteiserspray.

Eine verschneite Straße führt in einen Wald hinein
Foto: Albert Dehon

Vorausschauend fahren

Auf vereisten Straßen ist Vorsicht geboten. Reduzierte Geschwindigkeit und ein großer Sicherheitsabstand helfen dabei die längeren Bremswege zu meisten und Gefahren zu minimieren.

Checklisten nutzen

Ein gutes Gedächtnis ist fantastisch. Aber warum sich quälen, wenn eine Checkliste hilfreich ist.
Eine gut geplante Packliste sorgt dafür, dass nichts Wichtiges zu Hause bleibt. Eine hilfreiche Checkliste fürs Wintercamping gibt es hier als PDF auf der Website von Pincamp.

Eine Metalltasse, Besteck und ein paar Handschuhe liegen auf Schnee
Foto: Chaewul Kim

Mit diesen Tipps fürs Wintercamping steht dem Abenteuer im Winterwunderland nichts mehr im Weg. Eine sorgfältige Planung hilft dabei, auch in der kalten Jahreszeit unterwegs zu sein und den Winter zu genießen!