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Eine Collage aus mehreren Polaroids zeigt das Rathaus in Bamberg, das Maintail bei Miltenberg, einen Teller mit Nürnberger Würsten, die Nürnberger Burg mit Frankenflagge und Markus Söder.
Fotos: Konrad Bender, Boris-B/ecstk22/EUS-Nachrichten/SB7/shutterstock; Collage: funkygermany

Alles, was du über Franken wissen musst

Fast schon jährlich zieht es unseren Redakteur Konrad ins Land der Franken. Was genau Ober- und Unterfranken sind, warum es dort so viel Wurst gibt, wo die Grenze zwischen Wein- und Bierfranken verläuft und wo Franken überhaupt liegt, hat er so nach und nach gelernt. Hier deshalb endlich unser großer Guide mit allem, was auch du über Franken wissen musst.

Wo ist Franken?

Die Region Franken liegt im nördlichen Teil des Freistaats Bayern und ist somit – zum Leidwesen einiger Bewohner – kein eigenständiges Bundesland. Wenn von Franken die Rede ist, wird meist dieser in Bayern liegende Teil gemeint. Dabei „schwappt“ der fränkische Dialekt an einigen Stellen in die benachbarten Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen. Als inoffizielle Hauptstadt gilt vielen Franken Nürnberg, immerhin nach München die zweitgrößte Stadt Bayerns.

Franken ist nicht Bayern

Zwar liegt Franken (größtenteils) im Freistaat Bayern. Die fränkische Identität ist aber recht stark ausgeprägt, und wer einem Franken gegenüber Franken und Bayern in einen Topf wirft, dürfte das ziemlich schnell merken. Denn noch bis ins frühe 19. Jahrhundert waren Franken und Bayern zwei voneinander unabhängige politische Größen. Erst Napoleon schlug die verschiedenen fränkischen Gebiete dem neu entstandenen Königreich Bayern zu. Doch auch wenn die Franken auf ihre eigene Identität bestehen, sind die meisten wohl als Bewohner des Bundeslands Bayern ganz zufrieden. Bestes Beispiel: Ministerpräsident Markus Söder, seines Zeichens gebürtiger Nürnberger.

Eine freigestellte Karte des Bundeslands Bayern zeigt hervorgehoben die drei Regierungsbezirke Frankens, dahinter die rot-weiße Flagge Frankens vor blauem Himmel.
Fotos: CC BY-SA 3.0, Maxim Studio/shutterstock; Collage: funkygermany

Wo sind Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken?

Franken ist ziemlich groß und nimmt etwa ein Drittel der gesamten Fläche Bayerns ein. Dementsprechend ist Franken nicht gleich Franken. Die einfachste Unterteilung Frankens sind seine drei Regierungsbezirke: Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Die liegen nun aber nicht über- oder nebeneinander, sondern etwas versetzt: Oberfranken im Nordosten, Unterfranken im Nordwesten Bayerns und Mittelfranken genau mittig darunter.

Ober- und Unterfranken erhalten ihren Namen vom Main. Der nämlich entsteht bei Kulmbach am Zusammenfluss von weißem und rotem Main und fließt dann Richtung Westen bis zu seiner Mündung in den Rhein. Durch Oberfranken fließt daher der obere Flussverlauf, der näher an der Quelle liegt. Und durch Unterfranken läuft der Unterlauf des Mains bis zur westlichsten Stadt Frankens: Aschaffenburg. Dahinter kommt Hessen. Mittelfranken wiederum wird zwar nicht vom Main durchkreuzt, liegt aber eben in der Mitte. So einfach ist das.

Welche Städte liegen in Franken?

In der Region Franken leben etwa 4,5 Millionen Menschen. Und zwar nicht alle auf dem platten Land. Ganz im Gegenteil: Franken ist voll von wunderschönen Mittel- und Großstädten, die alle eine Reise wert sind. Hier sind unsere Lieblinge.

Ein breiter Fluss, von links nach rechts. Links wird der Fluss von einer Bundsandsteinbrücke mit drei Bögen überspannt; gegenüber des Betrachters eine breiter Kaimauer, auf der mittig ein mehrgeschossiges Fachwerkhaus und daneben ein eckiger Steinturm stehen. Rechts folgt neben einer großen Trauerweide eine hölzerne Brücke mit Dach.
Das Henkerhaus in Nürnberg | Foto: Kavalenkava / shutterstock

Nürnberg

Mit mehr als 500.000 Einwohnern ist Nürnberg nicht nur eine der größten Städte Bayerns, sondern auch eine der 15 größten Städte Deutschlands. Kein Wunder also, dass die inoffizielle Hauptstadt Frankens nur so brummt vor Leben und Trubel. Zu den Highlights eines Besuchs gehört ein Aufstieg zur unübersehbaren Kaiserburg, von deren Mauer sich ein unvergleichlicher Blick auf die roten Dächer der Altstadt eröffnet. Und Lebkuchen dürfen als Mitbringsel natürlich nicht fehlen, die gibt’s hier das ganze Jahr über, nicht nur während des Christkindlesmarkts.

Quer über einen Fluss spannt eine steinerne Brücke, darauf ein hohes Barockgebäude mit Fachwerkfassade.
Foto: ecstk22 / shutterstock

Bamberg

Das Barockjuwel Bamberg glänzt nicht nur mit einer der höchsten Brauereidichten Deutschlands, sondern auch mit gleich zwei Flüssen samt Flusspromenaden. Wobei, eigentlich ist es derselbe Fluss, nämlich die Regnitz, die sich in Bamberg aber in einen linken und einen rechten Flussarm aufteilt. Und auf der Insel dazwischen liegt ein Großteil der historischen Altstadt, die als Ensemble Teil des Unesco-Welterbes ist. Wenn das mal nicht Grund genug ist, einen Abstecher dorthin zu unternehmen.

Würzburg

Würzburg ist nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt Frankens. Bei der Einwohnerzahl macht sich der Abstand allerdings deutlich bemerkbar: 2024 lebten hier 133.000 Menschen. Ein nicht kleiner Teil davon studiert an der hiesigen Universität, immerhin knapp 30.000 Menschen sind dort eingeschrieben. Und das merkt man dem Kulturleben der Stadt an. Gleich mehrere Bühnen und Chöre prägen das Kulturleben der Stadt und auch das Nachtleben kann sich sehen lassen. Apropos sehen: Zwei absolute Hingucker sind die Festung Marienberg – gemeinsam mit der Mainbrücke ein Muss-Foto – sowie die imposante Residenz mitten in der Altstadt.

Auf der Zufahrt zu einem zweiflügeligen, dreigeschossigen Schloss aus buntem Sandstei nsteht eine Frau in rotem Rock und weißer Bluse und schaut nach links. Zu beiden Seiten der Zufahrt erstreckt sich ein gepflegter Rasen, der Himmel ist sommerlich blau.
Foto: Melanie Schillinger

Bayreuth

Viele Menschen kennen Bayreuth sicher vor allem als Austragungsort der alljährlichen Wagner-Festspiele. Und ja, die sind wohl das größte Event im Jahreskalender der oberfränkischen Stadt. Doch auch abseits von Walküren und Nibelungenringen muss sich Bayreuth nicht verstecken. Gleich mehrere Schlösser und märchenhafte Gärten laden zum verträumten Flanieren ein, außerdem hat die lokale Brauerei Bayreuther gleich eine ganze Biererlebniswelt mitten in der Stadt eingerichtet. Prost!

Coburg

Fast schon in Thüringen ist Coburg der nördlichste Zipfel der Region. Die kleine Stadt ist ein echtes Mittelalterkleinod, mit vielen bunten Fachwerkfassaden und gefühlt immerwährendem Sonnenschein. Bei einem Besuch darf ein Abstecher ins Schloss Ehrenburg nicht fehlen, und wer den Aufstieg nicht scheut, macht sich zur imposanten Veste Coburg auf. Die nie im Kampf eingenommene Festung thront über der Stadt und gewährt einen kilometerweiten Blick auf die umliegende Region. Ach, und einmal im Jahr verwandelt sich die Stadt beim Sambafestival in einen heißen, tanzenden, trommelnden Kessel.

Aschaffenburg

Nur einen Katzensprung von Frankfurt entfernt liegt Aschaffenburg, unmittelbar an der Grenze zu Hessen. Dementsprechend verschwimmen die Kulturen hier mal, statt Weißwein gibt’s in „Aschebersch“ gerne auch mal nen Eppler aus dem Bembel. Ajoo. Optisch wiederum gibt sich die Altstadt herrlich fränkisch-mittelalterlich, mit viel Fachwerk und dem imposanten Schloss Johannisburg, dem Wahrzeichen der Stadt.

Das mittelalterliche Städtchen Rothenburg ob der Tauber
Foto: Perati Komson / shutterstock

Rothenburg ob der Tauber

Es bleibt mittelalterlich in Franken, und wie! Denn bei einem Besuch in Rothenburg ob der Tauber könnte man meinen, durch ein Portal geradewegs in die Vergangenheit gefallen zu sein. Die Stadt ist wahnsinnig gut erhalten, mit schmalen Gässchen, hübschen Fassaden, urigen Wirtshäusern und einer atemberaubenden Aussicht auf das idyllische Taubertal. Sogar die Stadtmauer ist mehr oder weniger vollständig erhalten. Wer sich zu jeder Jahreszeit auf Weihnachten vorbereiten möchte, ist bei Käthe Wohlfahrt an der richtigen Adresse. Und ein Besuch der Mittelalterstadt ist ohne die Verkostung eines Schneeballens bei einem der vielen Bäcker nicht komplett.

Fränkische Spezialitäten, Bier und Wein

Franken ist, da gibt es nichts zu rütteln, eine Genussregion. Klingt werblich, entspricht aber den Tatsachen. Denn die Dichte an unabhängigen Metzgern, Bäckereien, Winzern und Brauereien ist wohl in keiner anderen Region Deutschlands so hoch. Dementsprechend hoch ist auch die Anzahl an Spezialitäten, auf die die Franken zu Recht stolz sind.

Bier- und Weinfranken

Sind wir schon wieder bei der Regionaleinteilung? Fast. Denn die eigentliche Grenze durch die Region verläuft zwischen Wein- und Bierfranken. Als Weinfranken gilt dabei das Weinbaugebiet Franken, eines der 13 deutschen Weinbaugebiete. Es zieht sich über den gesamten Unterlauf des Mains bis ungefähr nach Bamberg. Für die Region typisch sind trockene Weißweine wie Silvaner oder Müller-Thurgau, vor allem in Churfranken – zwischen Aschaffenburg und Miltenberg – wird aber auch Rotwein hergestellt. Besonders hochwertige Frankenweine werden im Bocksbeutel verkauft, einer breiten, bauchigen Flasche.

Eine Hand hält ein Bierglas mit dunklem Bier die Höhe; dahinter ein Platz mit vielen Leuten, die in kleinen Gruppen zusammensitzen, teils auf dem Boden. Hinter alledem eine Reihe mehrgeschossiger Fachwerkhäuser unter blauem Himmel
Ein Rotbier in Nürnberg | Foto: Konrad Bender

Bierfranken wiederum liegt vor allem im Osten der Region. Bamberg, Bayreuth, Kulmbach und Nürnberg strotzen nur so vor altehrwürdigen Brauereien, die neben dem regionaltypischen Hellen auch reichlich andere Spezialitäten ausschenken. Etwa das malzige Rotbier in Nürnberg. Ein Besuch im Biergarten oder auf dem Bierkeller gehört hier im Sommer einfach dazu.

Nahaufnahme eines Brötchens mit drei Nürnberer Würstchen auf einem Teller; dahinter ein weiterer Teller mit Würstchen, Tomaten und Gurken
Foto: Konrad Bender

Wurst, Wurst, Wurst

Beim Blick auf Markus Söders Insta-Account dürfte es nicht überraschen, dass eine gute Wurst essenzieller Bestandteil der fränkischen Küche ist. Dabei gibt es gefühlt in jedem noch so kleinen Dorf eine eigene Wurstspezialität, ob nun die kleinen Nürnberger Rostbratwürstchen, die Coburger Bratwurst mit würziger Füllung oder die Treuchtlinger Bratwurst. Hauptsache rund.

Kloß mit Soß

Keine fränkische Wirtschaft kommt ohne Kloß mit Soß auf der Karte aus. Der gar nicht mal so kleine Kartoffelballen ist dabei mit brauner Soß entweder eine Mahlzeit für sich selbst oder dient als Beilage zu meist deftigen Fleischgerichten. Perfekt, um große Mengen Soße aufzusaugen und Richtung Mund zu transportieren. Übrigens: 2025 wurde im fränkischen Wombach der größte Kloß der Welt gekocht. Kampfgewicht: 465 Kilogramm.

Was kann man noch in Franken unternehmen?

So, jetzt haben wir uns ausführlich mit Frankens wunderschönen Städten und seiner schlanken Landesküche beschäftigt. Was hält der Landstrich denn noch bereit? Ganz klar: reichlich bereisenswerte Natur. Es lässt sich nicht anders sagen, Franken ist einfach eine richtig schöne Region. Sie lässt sich auf unterschiedlichste Weise erkunden, ob mit dem Auto, der Bahn, beim Wandern oder auf einer mehrtägigen Radtour. So oder so, die Reise an den Main lohnt sich. Wir planen schon wieder unseren nächsten Trip.

Immer noch Fragen? Wirklich alles über Franken wissen die Franken selbst. Hier geht’s zur Tourismuswebsite der Region Franken.