Ölwechsel gefällig? In Wietze schlummern die Wurzeln der deutschen Erdölgeschichte – und sie haben mehr mit Abenteuer als mit Unterrichtsstoff zu tun. Hier in der Lüneburger Heide wurde gebohrt, gepumpt und gehofft, dass der nächste Schlag das Schwarze Gold ans Tageslicht befördert. Heute ist die Gegend rund um Wietze ein Reiseziel für alle, die Technikgeschichte, Natur und ein bisschen Pioniergeist schätzen.
Deutsches Erdölmuseum Wietze – Wo alles ins Rollen kam
Zwischen Bohrtürmen, alten Pumpen und glänzenden Pipelines erzählt das Museum von der Zeit, als Bauern plötzlich zu Ölbaronen wurden. Besonders spannend: die Ausstellung über den Ölrausch um 1900. Fast spürt man noch den Geruch von Schmierfett und Aufbruchsstimmung in der Luft. Achtung: Noch bis März 2026 ist im Museum Winterpause, Gruppenführungen sind nach Absprache aber trotzdem möglich.
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Hunäus-Bohrung – Wo Deutschland Ölgeschichte schrieb
Noch bevor die Amerikaner ihr erstes Fass förderten, sprudelte es 1858 hier in Wietze. Eine schlichte Gedenktafel erinnert an diesen historischen Moment – unspektakulär, aber revolutionär.
Der Bohrturm von Wintershall – Wietzes eiserner Riese
54 Meter ragt er in den Himmel und ist schon von weitem das Wahrzeichen des kleinen Ortes. Auf dem Museumsgelände steht das Industriedenkmal wie ein rostiger Leuchtturm der Erdölzeit – ein Fotomotiv mit Wow-Faktor.

Der Ölberg und die Teerkuhlen – Wenn die Erde schwitzt
Hier sickert Geschichte buchstäblich aus dem Boden. Bereits im 17. Jahrhundert wurde in den Teerkuhlen Öl gewonnen. Heute führen Wanderwege wie „Wilder Wald am Fuß des Ölbergs“ durch ein stilles Gelände, in dem die Natur langsam die Spuren des Öls zurückerobert.
Ehemaliger Ölhafen an der Aller – Von hier nach Hamburg
Früher tuckerten hier Schiffe voll beladener Fässer Richtung Elbe. Heute liegt am alten Verladeplatz eine friedliche Stille über dem Wasser – perfekt für einen kleinen Geschichtsstopp mit Aussicht.
Industriekultur am Wasser – ERIH-Route
Wietze ist Teil der Europäischen Route der Industriekultur. Beim Aktionstag „Industriekultur am Wasser“ öffnen im September historische Orte ihre Pforten, Maschinen schnaufen wieder, und der Geist vergangener Ingenieurskunst erwacht für einen Tag zum Leben.
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Wanderung entlang der Aller – Natur trifft Technik
Ab dem Erdölmuseum führt ein Weg entlang der Aller, vorbei an alten Förderstellen und Relikten der Pipelinezeit. Zwischen Heidekraut und Birken blitzen immer wieder Tanks und Schienen auf – stille Zeugen einer Ära, die die Landschaft prägte.
Filmreif – die Lüneburger Heide als Schauplatz für „Schwarzes Gold“
Am 22. Dezember 2025 läuft die sechsteilige NDR-Serie „Schwarzes Gold“ an, in der die Geschichte des Ölbooms um 1900 in der Lüneburger Heide dramatisch aufgearbeitet und fast schon der wilde Westen nach Norddeutschland geholt wird (ab 22. Dezember in der ARD-Mediathek und ab 29. Dezember im linearen Fernsehen). Weite Teile der Serie wurden im Musemsdorf Hösseringen bei Suderburg gedreht, in dem sich heute dank viel ehrenamtlichem Engagement das Leben in der Lüneburger Heide nachvollziehen lässt.
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