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Blick auf das Neue Rathaus mit dem davorliegenden Rathausvorplatz in Leipzig im Sommer.
Foto: Siegfried Poepperl

Unsere Lieblinge in Leipzig

Fancy Buchmesse, beeindruckende Baudenkmäler und eine vielfältige Kulturszene sind nur ein paar der Gründe, warum Leipzig schon seit Jahren mehr ist als „nur“ die nächste Trendstadt. Dazu kommen noch zig Sehenswürdigkeiten und Ausflugsgelegenheiten, von denen wir dir hier ein paar zusammengestellt haben. Worauf wartest du noch?

Übergroße Kunst im Panometer

Deutschland war und ist Industrieland. Aber manche Gebäude und Konstruktionen sind aus der Zeit gefallen, überaltert oder werden in modernen Produktionsabläufen nicht mehr benötigt. Dann stellt sich die Frage: Was machen mit den Überbleibseln? Im Fall des Leipziger Gasometers hat die Stadt eine in vollem Maße kreative Lösung gefunden. Im 1977 stillgelegten Industriebau im Stadtteil Connewitz schafft seit 2003 der Künstler Yadegar Asisi Jahr um Jahr ein gigantisches Panoramabild. Da wurde bereits der Mount Everest als 360-Grad-Bild zum Leben erweckt, die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 wieder heraufbeschworen oder ein Einblick in das antike Rom im Jahr 312 gegeben. Passend zum jeweiligen Bild richtet das Panometer eine begleitende Ausstellung ein, die zahlreiche Informationen und reichlich Kontext zum Dargestellten liefert. Am 24. Januar statet im Panometer die Ausstellung „Antarktis – Eine Welt aus Eis und Licht“.

👉 Hier geht’s zur Website des Panometers.

Aufnahme eines Gasometers von innen, ein zylinderförmiger Raum mit einer mittigen Plattform, auf der mehrere Personen stehen. An die Wände wird ein detailreiches Bild der Antarktis projiziert.
Foto: Asisi

Stöbern auf der Buchmesse

Dieser Tipp ist zwar nur einmal im Jahr gültig, dann aber besonders empfehlenswert: die Leipziger Buchmesse. Tatsächlich findet das jährliche Lesespektakel bereits seit dem 17. Jahrhundert statt, mehr als 250.000 Bücherwürmer zieht die Buchmesse jeden März an (in diesem Jahr vom 19. bis zum 21. März 2026, unter dem Motto „Wo Geschichten uns verbinden“). Nicht nur finden sich hier die neuesten Werke, über die von Feuilleton bis Bücherblog gesprochen wird. Auch unveröffentlichte Kapitel und Sondereditionen sorgen für hohen Andrang. Hinzu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Preisverleihungen, Lesungen und seit 2014 die Manga-Comic-Convention, die das einmalige Büchererlebnis formvollendet abrunden.

👉 Hier geht’s zur Website der Büchermesse.

Eine Besucherin auf der Leipziger Buchmesse durchblättert vor einem Regal ein koreanisches Kinderbuch
Foto: Tom Schulze

Ausgehen auf der Drallewatsch

Zwischen Richard-Wagner-Platz am Nordrand der Innenstadt und dem Burgplatz am südlichen Ende zieht sich in Leipzig die sogenannte „Drallewatsch“. So heißt hier die Kneipen- und Ausgehmeile, und tatsächlich hat die es in sich. Mehr als 30 Gaststätten, Restaurants und Kneipen drängen sich auf der Drallewatsch aneinander und sorgen dafür, dass eure Abendunterhaltung im Grunde schon vorweggenommen wird. Dabei handelt es sich nicht um gesichtslose Franchise-Wirtschaften, sondern traditionsreiche Kultspots. So wird im Coffe Baum, das übrigens das älteste Kaffeehaus im heutigen Deutschland ist, bereits seit 1711 das schwarze Gold ausgeschenkt. Im Ratskeller hingegen geht es urig zu. Früher wurde hier tatsächlich der städtische Weinvorrat eingelagert, heute kommt in den schicken Räumlichkeiten die ganze Bandbreite der sächsischen Küche auf die Teller – und natürlich der ein oder andere feine Tropfen ins Glas.

Ein Straßenzug auf der Leipziger Drallewatsch am Abend, die Außengastronomie ist gut gefüllt
Foto: Andreas Schmidt

Sich bilden in Museen

„Reisen bildet“, befand angeblich schon der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Und der muss es wissen, schließlich hat er fast drei Jahre in Leipzig studiert. Wer sich wie Goethe den Kopf gar nicht voll genug stopfen kann mit Fun Facts und spannenden Geschichten, der kann sich nach Lust und Laune durch die vielen Museen der Stadt studieren. Mitten in der Innenstadt wartet beispielsweise das Zeitgeschichtliche Forum. In dem modernen Museum, das von der Stiftung Haus der Geschichte betrieben wird, bekommen Besucher einen umfangreichen und bestens aufgearbeiteten Einblick in die Geschichte und das Leben in der DDR sowie den Wiedervereinigungsprozess.

👉 Hier geht’s zur Website des Zeitgeschichtlichen Forums.

Im Museum der bildenden Künste wiederum, der Name verrät es, dreht sich alles um wunderschöne Gemälde und meisterhafte Skulpturen. Schwerpunkte der Sammlung liegen unter anderem auf der niederländischen Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts und der italienischen Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Außerdem mehr als empfehlenswert: das Deutsche Buch- und Schriftmuseum im Süden der Stadt.

👉 Hier geht’s zur Website des Museums der bildenden Künste.
👉 Hier geht’s zur Website des Deutschen Buch- und Schriftmuseums.

Schlendern in der Altstadt

Freunde vielfältiger Architektur kommen in der Leipziger Altstadt voll auf ihre Kosten, denn es geht einmal quer durch die Epochen. Mit die ältesten Bauwerke sind wohl die beiden Kirchen St. Thomas und St. Nikolai. Die sind nicht nur beide von außen wie von innen herrlich anzuschauen. Die Nikolaikirche war auch Ausgangsort der Montagsdemonstrationen, die schließlich zur friedlichen Revolution und zur Wiedervereinigung geführt haben. Wunderschöne Ansichten könnt ihr auch auf dem Marktplatz genießen. Besonders das Alte Rathaus, ein prächtiger Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert, steht als erstklassiges Fotomotiv gerne zur Verfügung. Vor den charakteristischen Arkaden schmeckt ein kleiner Nachmittagskaffee gleich zweimal so gut und das rege Treiben auf dem Marktplatz wird nie langweilig.

Staunen am Völkerschlachtdenkmal

Es gab da mal diesen Typen namens Napoleon (bekannt aus Funk und Fernsehen), der seinerzeit einen Großteil Europas erobert oder diplomatisch gebunden hat. In der Völkerschlacht bei Leipzig aber wurde die französische Vorherrschaft in Europa durch eine Koalition von unter anderem Russland, Preußen, Österreich und Schweden im Jahr 1813 nachhaltig gebrochen. Napoleon musste sich aus Deutschland zurückziehen. Das Ereignis hat sich ins deutsche Gedächtnis eingebrannt und 1913, zum 100. Jahrestag, wurde in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht – natürlich nicht frei vom nationalen Geist des Kaiserreichs. Der unübersehbare Steinkoloss ist noch heute mit 91 Metern das höchste Denkmal Europas. Im Inneren gibt’s eine Ausstellung über die Geschichte der Völkerschlacht, aber auch über die Geschichte des Denkmals an sich. Das sagt nämlich fast mehr aus über die Zeit, in der es entstanden ist. Und von der Spitze des Denkmals hat man den unbestreitbar allerbesten Ausblick auf Leipzig und Umgebung.

👉 Hier geht’s zur Website des Museums im Denkmal.

Das Völkerschlachtdenkmal mitsamt Wasserbecken davor, dahinter blauer Himmel
Foto: Andreas Schmidt

Erholen im Clara-Zetkin-Park

Leipzig ist eine ziemlich grüne Stadt. Vor allem entlang der Elster erstrecken sich mehrere Parkanlagen, in denen im Sommer das herrliche Wetter mitten in der Natur lockt. Das grüne Wohnzimmer der Stadt ist der Clara-Zetkin-Park. Der ist nicht nur im Sommer herrlich schön, sondern vom Stadtzentrum auch fußläufig erreichbar. Neben allerlei Begrünung beherbergt der Park eine Freilichtbühne und einen Musikpavillon. Und ja, dementsprechend gibt es im Sommer auch ein Open-Air-Veranstaltungsprogramm. Ein echtes Juwel ist der Palmengarten weiter nordwestlich. Hier gilt „nomen est omen“, denn im Herzen der bereits Ende des 19. Jahrhunderts angelegten Grünfläche steht ein Gesellschaftshaus mit angeschlossenem Palmenhaus. Doch damit nicht genug: Der Palmengarten bietet vielen ungewöhnlichen Baumarten eine Heimstatt, mitten in Leipzig!

Vor einem Pavillon im Clara-Zetkin-Park breitet sich eine Wiese voller Krokusse aus.
Foto: Andreas Schmidt

Planschen im Leipziger Neuseenland

Fairerweise muss hier gleich darauf hingewiesen werden: Das Leipziger Neuseenland liegt eher so um Leipzig herum. Mehr als 23 Seen machen die Landschaft aus. Die sind allerdings nicht natürlich entstanden, ganz im Gegenteil. Beim Neuseenland handelt es sich um eine sogenannte „Bergbaufolgelandschaft“. Früher wurde hier fleißig im Boden gebuddelt, um Braunkohle abzubauen. Nach dem Ende des Tagebaus wurden und werden die verbliebenen Löcher geflutet, um zum einen für Flora und Fauna wertvolle Rückzugsgebiete zu schaffen und um zum anderen ein einzigartiges Naherholungsgebiet einzurichten. Heute finden sich an den Seen unzählige Freizeitangebote, vom Campingplatz übers Freizeitbad bis zum Bootsverleih.

Panoramasicht auf den Cospudener See im Sommer
Foto: Ralf Geithe / shutterstock