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Ein Dackel mit aufgezogenen Hasenohren blickt in die Kamera.
Moment mal!? | Foto: Masarik / shutterstock

Ostern in Deutschland: Feste, Bräuche und Feiertage

Das Osterfest steht vor der Tür, und damit die Zeit des Frühlings und der Feiertage. Aber alle Jahre wieder fragen wir uns: Warum feiern wir Ostern überhaupt, und was hat es mit den ganzen Osterbräuchen in Deutschland auf sich? Deshalb hier endlich alle wichtigen Infos zu Ostern. Hurra!

Warum wird Ostern gefeiert?

Ostern, wie wir es heute feiern, ist ein christliches Fest. Und im Kirchenjahr nimmt das Osterfest sogar eine höhere Stellung ein als Weihnachten. Denn Christen glauben daran, dass Jesus Christus gekreuzigt wurde und am dritten Tag auferstanden ist. Also genau der Dauer des Osterwochenendes von Karfreitag bis Ostersonntag. Im Zentrum steht die Botschaft: „Der Tod ist nicht das Ende, in Gott finden die Menschen ein neues Leben.“

Holzschnitt des auferstandenden Christus mit sichtbarem Stigma an Händen und Füßen, um ihn herum die schlafenden Wachen.
Die Auferstehung Christi in einer Darstellung Albrecht Dürers (1510)

Oft verbinden wir die Osterfeiertage heute aber eher mit dem Osterhasen, Eiersuchen und feurigen Bräuchen. Wenig verwunderlich, denn Ei, Hase und Feuer stehen in vielen Kulturen für Fruchtbarkeit, Licht und Neubeginn. Das Ei als Symbol des Lebens taucht schon lange vor dem Christentum auf und wurde im Christentum zum Bild der Auferstehung. Beim Osterfeuer vermischen sich vermutlich alte Frühlingsfeuer mit der christlichen Deutung von Christus als Licht der Welt.

Wann ist Ostern?

Ostern fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum. Mal liegt der Ostersonntag Ende März, mal fast im Mai. Der Grund ist der Mondkalender. Nach der heute in den Kirchen üblichen Regel fällt Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Als Frühlingsanfang gilt dabei der 21. März. So ergibt sich ein Zeitraum zwischen dem 22. März und dem 25. April. Diese Berechnung knüpft an das jüdische Pessachfest an, das ebenfalls nach einem Mondkalender bestimmt wird.

Viele andere kirchliche und gesetzliche Feiertage beziehen sich wiederum auf Ostern. So liegt etwa Christi Himmelfahrt genau 40 Tage, der Pfingstsonntag genau 50 Tage nach dem Ostersonntag. Und auch das bewegliche Karnevalsdatum hängt mit Ostern zusammen. Denn der Aschermittwoch und damit das Ende der tollen Zeit liegt 46 Tage vor der Auferstehung. So, wieder was gelernt.

Die Osterfeiertage in Deutschland

Welche Tage bezeichnen wir eigentlich als Ostern? Als gesetzliche Feiertage gelten in Deutschland „nur“ der Karfreitag und der Ostermontag, die meisten Menschen meinen daher mit „Ostern“ das lange Wochenende von Freitag bis Montag. Kirchlich beginnt Ostern aber erst mit dem Ostersonntag, beziehungsweise in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Zwei Kinder bemalen mit ihrer Großmutter Ostereier. Die Kinder haben dabei flauschige Hasenohren angezogen.
Foto: ayo production / shutterstock

Die vorausgehende Woche ist die sogenannte „Karwoche“. Sie geht von Palmsonntag – das ist der Sonntag vor Ostern – bis zum Karsamstag. In diese Woche fällt auch der Gründonnerstag und eben der Karfreitag. Die Osterwoche wiederum geht im Kirchenjahr bis zum Weißen Sonntag, dem Sonntag nach dem Ostersonntag. Ursprünglich ging das Osterfest diese ganze Woche lang, wurde im Lauf der Zeit aber kürzer. Ein Überbleibsel davon ist der Ostermontag, der uns noch als gesetzlicher Feiertag bleibt.

Ostereier und Osterhase

Wer in Deutschland Ostern sagt, denkt oft zuerst an Ostereier. Sie werden gefärbt, bemalt, versteckt und in großen Mengen gegessen. Der Hintergrund ist praktisch: In der Fastenzeit war der Verzehr von tierischen Produkten nach kirchlichem Brauch verboten, die Hühner legten aber weiter Eier. Die überschüssigen Eier wurden gekocht, gefärbt und nach Ostern gegessen oder verschenkt. Das Ei bekam zugleich eine theologische Bedeutung als Symbol des neuen Lebens.

Ostereier als Geschenk sind ab dem Mittelalter gut belegt, die Ostereiersuche als Spiel seit der frühen Neuzeit. Nachdem die Kinder (oder Erwachsenen) die bunten Bissen gefunden haben, steht in manchen Regionen ein weiterer Brauch an. Beim Eierpecken oder Eiertitschen schlagen zwei Personen ihre hartgekochten Eier gegeneinander. Gewonnen hat, wessen Ei unbeschädigt bleibt. Belegt ist der Brauch im deutschsprachigen Raum seit dem 19. Jahrhundert, er dürfte aber älter sein. Ähnlich verhält es sich mit Eierrollen und Eiertrudeln, etwa in Sachsen oder Ostfriesland.

Eine Person in einem Hasenkostüm sucht unter einer übergroßen Schachfigur nach Eiern.
Foto: Kenny Eliason

Warum ausgerechnet der Hase die Eier bringt, ist nur teilweise geklärt. Schriftliche Quellen nennen ihn im 17. Jahrhundert als Eierbringer in bestimmten Regionen, vermutlich wegen seiner Fruchtbarkeitssymbolik und saisonalen Präsenz im Frühling. Als Symbol ist er heute aber für viele Menschen untrennbar mit dem Osterfest verbunden. Manchmal sogar mehr als der eigentliche christliche Hintergrund.

Osterfeuer und Osterräder

Achtung, es wird heiß: Vor allem im Norden und Westen der Republik, aber auch in Teilen Ostdeutschlands und Bayerns verläuft kein Osterwochenende ohne ein zünftiges Osterfeuer. Die werden traditionell am Karsamstag oder Ostersonntag in vielen kleineren und mittleren Ortschaften entzündet. Die Abendgestaltung rund ums Feuer kann zwischen geselligem Beisammensein und Ekstase mit der Dorfjugend rangieren. Der Ursprung des Brauchs ist nicht in allen Details belegt, wahrscheinlich gehen sie auf alte Frühlingsfeuer zurück, die später als Zeichen des auferstandenen Christus’ umgedeutet wurden. In der Osternacht entzünden außerdem die Kirchen an einem Feuer die Osterkerze.

Auf einem steinernen Platz brennt ein großes, rundes Osterfeuer. Im Halbkreis stehen Menschen darum.
Foto: Heide Pinkall / shutterstock

An manchen Orten ist es am Osterwochenende nicht nur einfach ein großes Feuer, das entzündet wird. In Lügde in Nordrhein-Westfalen etwa werden riesige Räder aus Holz mit Stroh gefüllt, bei Einbruch der Dunkelheit entzündet und dann brennend einen Hang hinuntergerollt. Im sauerländischen Attendorn wiederum werden auf den vier Hügeln rund um den Ort, den sogenannten „Köppen“, vier mehrere Meter hohe Holzkreuze errichtet. Und anschließend in Brand gesetzt. Ziemlich martialisch.

Was kommt in Deutschland zu Ostern auf den Tisch?

An Ostern wird gefuttert, was das Zeug hält. So wollen es Tradition und Magen gleichermaßen. Drei Gerichte bestimmen die Osterfeiertage besonders.

Das Osterlamm spielt in vielen Regionen eine doppelte Rolle: als Braten auf dem Mittagstisch und als Rührkuchen in Lammform auf der Kaffeetafel. Beides knüpft an die biblische Vorstellung vom Lamm Gottes an und markiert den Übergang von der Fastenzeit zum üppigeren Essen. Besonders im Süden wird das gebackene Osterlamm mit Puderzucker bestäubt und oft sogar geweiht, bevor es angeschnitten wird.

Auf einem runden Brettchen liegt ein mit Puderzucker bestäubtes Osterlamm.
Foto: n.tat.m / shutterstock

Der Fisch an Karfreitag ist weniger Folklore als kirchlich geprägte Esskultur. Der Tag gilt traditionell als Fast- und Abstinenztag, an dem auf Fleisch verzichtet wird, Fisch aber erlaubt ist. In vielen Familien gibt es deshalb feste Karfreitagsgerichte, von einfach gebratenem Fisch mit Kartoffeln bis zu regionalen Klassikern wie Matjes oder Kabeljau. Selbst in eher säkularen Haushalten hat sich Fisch am Freitag rund um Ostern als stiller Standard gehalten.

Das Osterbrot verbindet religiösen Hintergrund und Frühlingslaune. Der leicht süße Hefeteig, oft mit Rosinen, Mandeln oder Zitronenschale verfeinert, wird als Brotlaib oder Zopf gebacken, manchmal im Gottesdienst gesegnet und beim Familienfrühstück geteilt. In süddeutschen Regionen gehört das Osterbrot fast zum Pflichtprogramm auf der Ostertafel, anderswo taucht es als eine von mehreren süßen Alternativen neben Hefezopf oder Osterkranz auf.

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