In Düsseldorf können Kunstbegeisterte im Kunstraum schweben, in Unna wird geleuchtet und in Essen bewegen sich Besucher in Zeitlupe auf einem Videoscreen. Kunst im 21. Jahrhundert ist nicht nur die Interpretation von Gemälden. Es ist auch eine ganzheitliche Erfahrung. Und in diesen Kunstmuseen in NRW glückt diese am besten.
Ludwig Forum für Internationale Kunst | Aachen
Das Ehepaar Ludwig – ein kunstbegeistertes Unternehmerehepaar – hat sich im 20. Jahrhundert eine beeindruckende Sammlung zusammengekauft. Und diese für die Allgemeinheit im Ludwig Forum in Aachen zugänglich gemacht. Hier, in einer alten Fabrik, werden ihre Kunstschätze der Gegenwart ausgestellt. Sehr sehenswert.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Noch bis zum 12. Juli läuft die Ausstellung „Zeitbild, Provokation, Kunst.“ anlässlich des 100. Geburtstags von Museumsgründer Peter Ludwig.

Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung | Düsseldorf
Liebevoll könnte man die Akademie-Galerie in Düsseldorf das Gedächtnis der Bildungsanstalt nennen. Warum? Weil hier Werke von Professoren und ehemaligen Studierenden der Kunstakademie ausgestellt werden. Darunter Markus Lüpertz und Bruno Goller, um nur zwei Beispiele zu nennen.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums.

Julia Stoschek Collection | Düsseldorf
Julia Stoschek baute die „Julia Stoschek Collection“ in Düsseldorf auf, eine beeindruckende internationale, private Sammlung zeitgenössischer Kunst mit dem Fokus auf zeitbasierten Medien. In der 2007 eröffneten Privatsammlung befinden sich mehr als 700 Werke von rund 200 vorwiegend europäischen und US-amerikanischen Künstlern. Für eine der Innenwände des zweiten Ausstellungsgeschosses entwickelte Olafur Eliasson zur Eröffnung des Hauses, das sich in einem alten Fabrikgelände befindet, die permanente ortsspezifische Installation „When Love Is Not Enough Wall“.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Momentan ist die Collection aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Die geplante Wiedereröffnung ist für 2027 angesetzt.


K20 | Düsseldorf
In Düsseldorf kann man schon mal durcheinanderkommen, weil es so viele sehenswerte Kunstmuseen gibt. Beim K20 handelt es sich um das Haus am Grabbeplatz. Schwerpunkt der Kunstsammlung NRW ist die Malerei der westeuropäischen und amerikanischen Moderne. Zu sehen sind Werke von Joseph Beuys, Max Ernst und Gerhardt Richter – um bei den Größen der Region zu bleiben. Ausgestellt sind aber auch Picasso oder Kandinsky. Allein von Paul Klee hat das Haus etwa 100 Werke im Bestand.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Noch bis zum 02.08.2026 läuft eine Ausstellung über die US-amerikanische Minimalismus-Künstlerin Anne Truitt.

K21 | Düsseldorf
Das Schwesterhaus zum K20 ist treffenderweise das K21. In dem ehemaligen Ständehaus von 1880 wird internationale Kunst ab 1980 gezeigt. Zu der Sammlung gehören Exponate und Installationen von Thomas Hischhorn, Nam June Paik und eine beachtliche Sammlung an zeitgenössischer Fotografie.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums.

KIT- Kunst im Tunnel | Düsseldorf
Unter der Rheinuferpromenade versteckt sich KIT, der wohl originellste Ausstellungsraum in Düsseldorf. Zwischen zwei Autotunnelröhren hängt dort wechselnde Kunst der Moderne.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Noch bis zum 28.06.2026 wird die Ausstellung „For Ever and Forever When I Move“ mit Werken von Enya Burger und Teresa Linhard gezeigt.

Kunsthalle | Düsseldorf
Die Halle selbst ist ein architektonisches Beispielwerk des Brutalismus. Das allein ist schon beeindruckend. Doch anders als erwartet gibt es in dem Betonkasten keine permanente Ausstellung. Dafür greift die Kunsthalle bei den Wechselausstellungen häufig nach den Sternen und spürt aktuelle Strömungen auf.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Vom 10.04. bis 30.08.2026 wird die Kunsthalle selbst zum Kunstobjekt. Fünf Künstlerinnen und Künstler pinseln im Projekt „Work in Progress“ ihre Werke hintereinander direkt auf die Wände in der Halle und erstellen so eim temporäres Werk, das danach nie wieder zu sehen sein wird.

Museum Folkwang | Essen
Das Essener Museum ist legendär. Und seitdem Architekt David Chipperfield Hand angelegt hat, ist es zudem auch eine richtige Museumsschönheit. Weltoffen, luftig und up-to-date. Das Museum Folkwang hat eine sehr umfangreiche Sammlung. Diese umfasst hauptsächlich die wichtigsten Strömungen der Kunst des 19. Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt liegt auf deutscher sowie französischer Malerei. Gauguin, Cézanne und Beckmann sind hier beispielsweise zu finden. Aber auch Dalí und Warhol zieren die großen weißen Wände des Museums. Natürlich gibt es spannende Wechselausstellungen und der Eintritt zur ständigen Sammlung ist kostenfrei.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Noch bis zum 07.06.2026 läuft die Ausstellung „L is for Look“, in der Fotobücher für Kinder und Jugendliche im Laufe der Jahrzehnte im Fokus stehen.


Marta Herford | Herford
Wer erwartet schon ein Gebäude des großen Frank Gehry in Herford? Und wo liegt Herford eigentlich? In Ostwestfalen-Lippe. Also im Nordosten des Bundeslandes. Und ja, wie gesagt, schon der Bau des Marta Herford ist einen Besuch wert. Innen wird zeitgenössische Kunst gezeigt. Wobei der Hauptfokus auf Design – und wie sollte es anders sein? – Architektur liegt.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums.
👉 Noch mehr Lust auf Gehry? Bei unserem Schwestermagazin reisen EXCLUSIV gibt’s allerlei Gehry-Bauten zum Nachreisen.

Kolumba | Köln
Kolumba heißt das von Architekt Peter Zumthor entworfene Museum des Erzbistums Köln. Der Name erinnert an die Kirche St. Kolumba, über deren Ruinen sich der Bau erhebt. Das Erdgeschoss liegt über einem Ausgrabungsfeld mit römischen Überresten und den Ruinen der Kirche angelegt. In den oberen Etagen eröffnet jeweils im September eine Jahresausstellung. Sie wird aus der reichen hauseigenen Sammlung bestückt, die von sakraler bis zu zeitgenössischer Kunst reicht – darunter Arbeiten von Salvador Dalí, Joseph Beuys, Josef Wolf und Louise Bourgeois.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums.


Kölnischer Kunstverein
Seit mehr als 175 Jahren zeigt der Kölnische Kunstverein die spannendsten Entwicklungen der Gegenwartskunst. Das von Wilhelm Riphahn entworfene Gebäude „Die Brücke“ (1949/1950) bietet mit Ausstellungshalle, Kino und Vortragssaal dafür beste Bedingungen.
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Museum Ludwig | Köln
Das Stifterpaar Irene und Peter Ludwig überließ der Stadt Köln eine bahnbrechende Kollektion von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts – darunter die mit rund 900 Werken drittgrößte Picasso-Sammlung weltweit. Doch die Sammlung des Museums Ludwig umfasst weitaus mehr. Nämlich einen hochrangigen Querschnitt von der Klassischen Moderne bis zur aktuellen Kunstproduktion. Ein Schwerpunkt ist auch die umfangreichste Sammlung amerikanischer Pop Art Europas (u. a. Schlüsselwerke von Jasper Johns, Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg).
Neben den erwähnten Schwerpunkten bietet die Sammlung einen Überblick über die wichtigsten Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts. Sie umfasst Werke des abstrakten Expressionismus von Mark Rothko und Jackson Pollock sowie Film- und Videokunst, Installationen und performative Arbeiten der letzten Jahrzehnte. Auch die Kunstgeschichte des Rheinlands ist mit kapitalen Werken von Joseph Beuys, Gerhard Richter und Rosemarie Trockel vertreten. Und dann die Lage! Da das Museum unmittelbar neben dem Dom liegt, kann man gleich zwei Sehenswürdigkeitsfliegen mit einer Klappe schlagen. Übrigens: 2026 feiert das Museum sein 50-jähriges Jubiläum.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums. Noch bis bis 02.08.2026 läut einer Werkschau der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Die ist sehr gut besucht. Es empfiehlt sich, Tickets vorab zu buchen.

lnfinity Mirrored Room-The Hope of the Polka Dots Buried in lnfinity Will Eternally Cover the Universe, 2025, Detail
Mixed media, Maße variabel
Sammlung der Künstlerin | YAYOI KUSAMA
Courtesy of Ota Fine Arts
Wallraf-Richartz-Museum | Köln
Beeindruckende Sakralkunst aus dem Mittelalter, barocke Pracht, Grafiken und Kunst des 19. Jahrhunderts: 700 Jahre Kunstgeschichte finden sich unter einem Dach im Wallraf-Richartz-Museum in der Nähe des Kölner Rathaus. Das lohnt.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums.

Zentrum für Internationale Lichtkunst | Unna
Die ehemalige Lindenbrauerei in Unna ist Ausstellungsraum und Projektionsfläche zugleich. Das Zentrum für Internationale Lichtkunst ist das einzige Museum weltweit, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet. Sehr beeindruckend sind die Werke namhafter Künstler wie James Turrell, Ólafur Eliasson oder Mario Merz. Das Wahrzeichen befindet sich außen: Es sind die Fibonacci-Zahlen von Mario Merz. Wer fotografieren möchte – und wir sagen gleich: ja, das will man – kann das nur während einer öffentlichen (oder privaten) Führung tun.
👉 Hier geht’s zur Website des Museums.







