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Wanderer ruht sich aus und fotografiert seine Wanderschuhe
Christopher Jolly

Von Stadt zu Stadt: Die längsten Wanderwege Deutschlands für die perfekte Auszeit

Text
Marie Tysiak

Deutschland ist das perfekte Wanderland! Grandiose Wege führen durch einsame Landschaften und verbinden die schönsten Städte des Landes miteinander. Für eine richtige Auszeit bieten sich Fernwanderwege an, die hunderte Kilometer Outdoor-Vergnügen versprechen. Wir stellen euch vier Fernwanderwege in Deutschland vor, bei denen spektakuläre Aussichten und wunderschöne Altstädte vorprogrammiert sind. 

Einmal rund um Berlin auf dem 66-Seen-Wanderweg

Auf diesem Fernwanderweg umrundet ihr Berlin und erkundet dabei das schöne Brandenburger Land. Wie der Name schon verrät, warten unterwegs unzählige Seen auf euch und laden zum Baden ein. Los geht diese Megatour im pittoresken Potsdam. Ein obligatorischer Besuch beim Unesco-Welterbe-Schloss Sanssouci mit seinen ausladenden Gärten darf hier natürlich nicht fehlen. Beim Schlendern durch die riesigen Parkanlagen könnt ihr so richtig in die Pracht der alten Residenzstadt der Preußen eintauchen.

Jetzt warten 415 Kilometer (!) feinster Wanderweg auf euch. Zunächst entlang des Havel-Kanals verläuft die Route nun gegen den Uhrzeigersinn einmal komplett um Berlin herum. Die flache, herrlich grüne Landschaft ist bespickt mit großen Seen, Wäldern und alteingesessenen Städtchen wie Trebbin oder Strausberg, wo des Abends eine urige Unterkunft zur Einkehr auf euch wartet, oft direkt am Seeufer. In Bad Saarow solltet ihr unbedingt in den heilenden Thermalquellen entspannen. Im hinteren Teil der Tour kommt ihr durch den Spreewald, wo euch die Auen- und Moorlandschaften verzaubern und in eine völlig andere Welt reisen lassen.   

Steckbrief
Name: 66-Seen-Wanderweg
Länge: 415 Kilometer
Etappen: 17 Etappen mit 20 bis 29 Kilometern
Start- und Endpunkt: Potsdam
Schwierigkeit: Leicht – es gibt kaum Steigungen

Mehr Infos über den 33-Seen-Wanderweg auf der Website von Wanderkompass.


Von Rheinmetropolen und urigen Fachwerkdörfern: der Rheinsteig

825 Kilometer fließt der Rhein einmal quer durch das Land – und ist damit der längste Fluss Deutschlands. Besonders schön ist Vater Rhein, wie er gerne liebevoll genannt wird, rund um das Mittelrheintal. Hier windet sich der breite Fluss durch steiles Schiefergebirge, das zu beiden Seiten der Ufer steil hinaufragt. Immer wieder thront eine Burg auf den Klippen – allein von Koblenz bis Bingen finden sich ca. 40 Burgen und Schlösser am Flussufer auf einer Länge von 67 Kilometern. Das ist Rekord – und die Unesco schützt diesen Teil des Flusslaufes. Auch in der Literatur fand dieser romantische Abschnitt immer wieder Einklang und verschaffte der scharfen Flussbiegung bei der Loreley Weltberühmtheit.  

Koblenz aus der Vogelperspektive. Hier die Mündung der Mosel in den Rhein.
CL-Medien/ Shutterstock.com

Von der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn durchs Siebengebirge, Mittelrheintal und Rheingau bis in die historische Kur- und Kaiserstadt Wiesbaden verläuft ein spektakulärer Wanderweg entlang des östlichen Flussufers. In 320 Kilometern geht es auf und ab von Burg zu Burg – stolze 11.700 Höhenmeter sind zu bewältigen. An manchen Stellen geht es über die blanken Felsen, Drahtseile helfen den Wanderern. Entlohnt wird die Kraxelei mit unglaublichen Blicken über den Rhein.  

Irgendwann schmücken Weinberge die steilen Hänge, der Weg führt gleich mitten durch die saftige Traubenlandschaft. Besonders der hiesige Riesling hat sich einen Namen gemacht. Am besten gönnt man sich ein Glas in einem der unzähligen historischen Städtchen am Flussufer. Ob in Koblenz, Linz, Braubach, Kaub oder Rüdesheim – die vielen schönen Altstädte, gesäumt mit Fachwerkhäusern und urigen Gaststätten, lassen jeden Tag auf dem Rheinsteig wunderschön enden.

Steckbrief
Name: Rheinsteig
Länge 320 Kilometer
Etappen: 21 Etappen mit 8,5 bis 22 Kilometern
Start- und Endpunkt: Bonn nach Wiesbaden
Schwierigkeit: mittel – Trittsicherheit, Grundkondition und Schwindelfreiheit hilfreich

Mehr Infos auf der Website www.rheinsteig.de.


Gipfel und tolle Kurbäder auf der Himmelsstürmer Route im Allgäu

Das Allgäu in Süddeutschland ist ein Naturparadies schlechthin: Klare Bergseen werden von saftigen Wiesen umschlossen, dahinter reichen die schneebedeckten Gipfel in den azurblauen Himmel. Kein Wunder, dass sich hier gleich drei Fernwanderwege etabliert haben, die unter der „Wandertriologie Allgäu“ zu fast 900 Kilometern zusammengefasst sind. Egal welche der drei Routen man wählt – Wanderer erwartet Superlative! 

Auf der „Himmelsstürmer Route“ ist der Name Programm: Es geht hoch hinaus auf Gipfel von bis zu 2.000 Metern. Doch das geheime Highlight unterwegs sind die 33 Partnerstädte, die diese Tour einzigartig machen. Unterwegs erfährt man hier viel Spannendes über diese einzigartige Region, die sich seit jeher ihre Traditionen bewahrt hat. Malerische Bergstädte wie das Wintersportparadies Oberstdorf, das Kneippheilbad Bad Hindelang oder das Alpenstädtchen Oberstaufen bieten deftige Almküche, herzliche Einkehrmöglichkeiten und das Gefühl, dass die Zeit hier seit Jahrhunderten stehengeblieben scheint. Schroffes Alpenpanorama inklusive.     

Steckbrief
Name: Himmelsstürmer RouteLänge 358 Kilometer
Etappen: 24 Etappen mit 8 bis 17 Kilometern
Start- und Endpunkt: Halblech
Schwierigkeit: Schwer – Trittsicherheit, Grundkondition und Schwindelfreiheit erforderlich

Mehr Infos auf der Website vom Allgäu.


Auf den Spuren des Rieslings: Entlang pittoresker Städtchen auf dem Moselsteig

Malerisch windet sich die Mosel durch schmale Täler, die umliegenden Hügel sind geprägt von Jahrtausenden des Weinbaus. Schon die Römer kultivierten hier im 2. Jahrhundert nach Christus Reben, heute liegt hier eines der größten Steillagenweinanbaugebiete der Welt

Weinfelder entlang des Moseltals auf dem Moselsteig, einem Fernwanderweg in Deutschland
art4stock/ Shutterstock.com

In 24 Etappen führt ein wunderschöner Wanderweg vom Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Deutschland den gesamten Flusslauf entlang – bis zur Mündung in den Rhein in Koblenz. Wanderer laufen durch die schönen Reben erhöht am Ufer entlang, manchmal quer über die Felsen – die Ausblicke auf diesem Fernwanderweg sind immer gigantisch. Alle Nase lang thront die Ruine einer Burg auf den schroffen Felsen am Ufer – ein schönes Beispiel ist die Reichsburg bei Cochem

Cochem ist ein Stopp auf dem Moselsteig, einem der schönsten Fernwanderwege in Deutschland
Ryan Grady

In der alten Römerstadt Trier beginnt der Moselsteig. Hier gibt es viel zu entdecken – die pittoreske Stadt ist die älteste Stadt Deutschlands. Neben Ausgrabungen und Überbleibsel der Römer – wie die Porta Nigra oder das römische Amphitheater – lohnen auch die Basilika und der Dom einen Besuch.

Von hier führt der Pfad über malerische Weindörfer gen Osten. Eine Altstadt ist schöner als die nächste – vom schönen Marktplatz in Bernkastel-Kues über die Promenade in Traben-Trarbach zu den pittoresken Weinhängen von Piesport. Auch die berühmte Moselschleife bei Bremm liegt auf dem Weg, bevor man Koblenz erreicht, wo die Festung Ehrenbreitstein über der Moselmündung thront.  

Unterwegs gilt natürlich: Entspannen! In den urigen Gasthäusern der Moselregion wird frischer Riesling mit allerlei Köstlichkeiten der Region serviert. Dazu der Blick auf die schiefen Fachwerkhäuser – nirgendwo sonst präsentiert sich Deutschland so genießerisch!  

Steckbrief
Name: Moselsteig
Länge 365 Kilometer
Etappen: 24 Etappen mit 11 bis 24 Kilometern
Start- und Endpunkt: Trier nach Koblenz
Schwierigkeit: mittel – Trittsicherheit, Grundkondition und Schwindelfreiheit hilfreich

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