In Deutschland kennt sie jeder: Die blauen und gelben Salzpackungen aus Bad Reichenhall. Schon seit der Bronzezeit wird dort Salz aus den Tiefen der Alpen gefördert. In diesem Jahr aber feiert die Stadt das 100-jährige Jubiläum der Neuen Saline. Und die kann sogar besichtig werden.
Salz ist lebenswichtig. Zuallererst natürlich für den Körper, aber dann auch als Geschmacksverstärker und als natürliches Haltbarkeitsmittel. In einer Zeit, in der die Menschheit noch keine Kühlschränke hatte – also ein ziemlich langer Zeitraum – war es daher für viele Menschen von unschätzbarem Wert. Das zeigt auch Bad Reichenhall in den Alpen, wo schon seit der Bronzezeit nachweislich Salz gewonnen wurde. Also seit fast 4000 Jahren.
Das Salz der Moderne
Im frühen 20. Jahrhundert, einer Zeit der Umbrüche und technischen Fortschritte, musste die Förderanlage den Anforderungen der Moderne angepasst werden. Am Rande der Bad Reichenhaller Altstadt entstand daher 1926 die Neue Saline, die nach 100 Jahren heute noch in Betrieb ist. Das dann errichtete Wasserkraftwerk bei Jettenberg sorgte schließlich dafür, dass die Förderkapazität des Werks noch weiter erhöht werden konnte. Die Salzgewinnung war im 20. Jahrhundert angekommen. Heute findet das Salz aus Bad Reichenhall seinen Weg nicht nur in deutsche Supermarktregale, sondern als Exportschlager in die ganze Welt.

Und das wird im Sommer in Bad Reichenhall gefeiert. Am 27. Juni haben Besucher die einmalige Möglichkeit, bei einem Tag der offenen Tür die Produktionsanlagen im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Die sind der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich, schließlich wird dort fleißig gearbeitet und gefördert. Und da es ja ein Fest ist, steht auch ein Programm für Kinder im Kalender. Außerdem gibt es Gelegenheit für Kaffee und Kuchen sowie einen Festzeltbetrieb.
Unter Tage
Aber keine Sorge, auch für alle am 27. Juni verhinderten Salz-Enthusiasten lohnt sich der Ausflug nach Bad Reichenhall. Denn die Alte Saline, die von 1836 bis zur Errichtung der Neuen Saline das Salz aus der Tiefe geholt hat, ist das ganze Jahr über für Besucher geöffnet. Und die ist ein echter Hingucker.
Der hübsche Backsteinbau atmet förmlich Geschichte. Und im Inneren drehen sich auch weiterhin die beiden Wasserräder, die alle paar Sekunden durch ein helles Glockenzeichen eine Umdrehung mitteilen. Bei einer 45-minütigen Führung in die alte Anlage geht es 14 Meter in die Tiefe, danach informieren sich kleine und große Höhlenforscher im Salzmuseum über das weiße Gold. Und zum Abschluss warten bayerische Leckereien im Restaurant Salin. Garantiert nicht versalzen.
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