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Band Kraftwerk auf der Bühne, sie spielen elektronische Musik in Düsseldorf
Böttcher

Große Ausstellung über elektronische Musik im Kunstpalast Düsseldorf

Bei der Entwicklung der elektronischen Musik hat Düsseldorf eine äußert wichtige Rolle eingenommen. Zu einem großen Teil geht diese auf die Formation Kraftwerk zurück, die in den 70er Jahren die Musikwelt regelrecht revolutioniert hat. 

Zum ersten Mal organisiert ein deutsches Museum eine Ausstellung über die Entstehung der elektronischen Musik. Im Düsseldorfer Kunstpalast sind ab 9. Dezember mehr als 500 Exponate zu sehen, die eine enge Verbindung zu dem Genre haben. Unter dem Titel „Elektro – von Kraftwerk zu Techno“ rücken unter anderem Musikinstrumente, selbstgemachte Klanggeneratoren, Audioclips, Videos und Fotos in den Blickpunkt. Gemeinsam gestatten diese einen völlig neuen Blick auf die elektronische Musik, deren Institutionalisierung gerade erst begonnen hat. 

Chronologisch beginnt die Ausstellung mit Instrumenten, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Das vorläufige Ende der Entwicklung ist der Einsatz künstlicher Intelligenz in der elektronischen Musik unserer Zeit. 

Virtuelles Studio von Jean Michel Jarre
Gil Lefauconnier

Einflüsse aus NRW

Am interessanten ist vielleicht der große Einfluss, den Musik aus Nordrhein-Westfalen auf die Evolution des Genres in aller Welt ausgeübt hat. Man denke nur an Techno aus Detroit, House aus Chicago und Hiphop. Aber auch an die Rave-Kultur der 90er Jahre. Die Zusammenhänge werden in der Düsseldorfer Schau mithilfe von Toneinspielungen und Fotos dargestellt. 

Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist dabei den Düsseldorfer Pionieren Kraftwerk vorbehalten. Die multimedial agierende Synthi-Pop-Band wurde 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Zuvor, so erfährt der Besucher, allerdings hatte der Komponist Karlheinz Stockhausen in Köln schon jahrelang an der Produktion neuartiger Sounds herumgetüftelt. 

Ausstellung zu elektronischer Musik in Düsseldorf: wechselvolle Historie

Auf diese Weise nimmt „Elektro – von Kraftwerk zu Techno“ die Besucher mit auf eine lange Reise, während der die Historie der Musikrichtung Schritt für Schritt beleuchtet wird. Sie beginnt 1926 in Paris, wo 1926 der Croix Sonore entwickelt wurde, das wahrscheinlich erste elektronische Musikinstrument. Weiter geht es nach Köln ins Studio für Elektronische Musik zu besagtem Stockhausen. 

Jetzt dauert es nicht mehr lange, ehe wir in Düsseldorf bei dem charakteristischen Sound von Kraftwerk landen. Dessen Gründer Ralf Hütter übrigens hat einen wesentlichen Beitrag zum Zustandekommen der Ausstellung geleistet, indem er Fotos, Plattencover, Musikinstrumente sowie die Lichtskulptur „12345678“ zur Verfügung gestellt hat. Auch die Figuren, die auf dem Plattencover von „Das Model“ als Vorbild für die Roboter dienten, stammen aus seiner Sammlung. 

Die nächste Generation der elektronischen Musik

Auf diese Weise wird schnell klar, wie Musiker aus Köln und Düsseldorf gemeinsam mit anderen Protagonisten wie dem Franzosen Jean-Michel Jarre eine ganze Generation geprägt haben. Irgendwann haben sie dann den Stab an andere weitergereicht. Doch auch Ellen Allien, Laurent Garnier, Moritz Simon Geist, Mouse on Mars und das Kölner Label Kontakt wurden einflussreiche Größen. 

DJ Ellen Allien spielt elektronische Musik in einem Club
Jacob Khrist

Neben dem Studio-Setting, das Jean-Michel Jarre während seiner Konzerte verwendet hat, sind auch verwandte Kunstwerke zu sehen. Dazu zählt die vollständige May-Day-Serie des Düsseldorfer Fotografen Andreas Gursky. Eine weitere Serie stammt aus dem Techno-Club Cocoon in Frankfurt, wo der DJ Sven Väth zum Pionier von Techno und später von Trance wurde. 

Zu guter Letzt werfen die Kuratoren der Ausstellung „Elektro – von Kraftwerk zu Techno“ auch einen Blick auf die Clubs, in denen alles passiert ist. Dazu gehören der Ratinger Hof in Düsseldorf, das Creamcheese und der Salon des Amateurs, wo auch Bands wie Neu!, La Düsseldorf, DAF, Progaganda und Kreidler die Musikgeschichte in neue Richtungen gelenkt haben. 

Die Ausstellung „Elektro – von Kraftwerk zu Techno“ ist vom 9. Dezember bis zum 15. Mai 2022 im Düsseldorfer Kunstpalast zu sehen. | Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 21 Uhr | Eintritt: 12/9 €

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